Kultur

"Kulturzeit" vom 10.11.2022: Katar und die Menschenrechte

Die Themen der Sendung: Katar und die Menschenrechte, die Jungen im Bundestag - Gespräch mit Livia Gerster, "Crimes of the Future" und 46. Duisburger Filmwoche.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2022
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 10.02.2023

Die Themen der Sendung:

Ausgebeutet in Katar

Werbung für die WM 2022 auf riesigen Bidschirmen in Katar.
Katar: Werbung für die WM 2022
Quelle: Imago

Am 20. November 2022 beginnt im Wüstenstaat die Fußball-WM. Doch wie hat sich Katar die WM überhaupt geholt? Ex-Fifa-Chef Sepp Blatter und der ehemalige Uefa-Chef sowie Fußball-Legende Michel Platini sollen dabei eine wichtige Rolle spielen, ebenso der frühere französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy - die Ermittlungen reichen bis in den Élysée-Palast. Und in Katar? Nach Angaben mehrerer NGOs sind auf Baustellen 6.500 Arbeiter ums Leben gekommen. Arbeiter gehen auf die Straße, Löhne stehen aus. Dabei hatte die Regierung von Katar behauptet, dass alles besser wird. Angeblich hätten sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen der ausländischen Arbeitskräfte verbessert. Es gelte ein Mindestlohn von umgerechnet 280 Euro pro Monat bei einer 48-Stunden-Woche unter menschenwürdigen Bedingungen. Auf Spurensuche.

Die Jungen im Bundestag - eine Generation will an die Macht - Gespräch mit Livia Gerster

Noch nie gab es so viele junge Bundestagsabgeordnete wie im aktuellen Bundestag. Man könnte fast von einem Generationenwechsel sprechen. 50 von ihnen sind unter 30 Jahre alt. Wie kommen sie klar mit ihren Aufgaben? Können sie ihre Ideen, Überzeugungen und Projekte umsetzen, gegen die Macht der etablierten und erfahrenen Abgeordneten durchsetzen? Wie werden sie im diesem Kreis aufgenommen und von ihren Parteien unterstützt? Sie werden mit unvorhergesehenen Krisen konfrontiert, als wären Klimakrise, Pandemie und Rechtsradikalismus nicht herausfordernd genug, müssen sie sich jetzt auch noch mit dem Ukraine-Krieg auseinandersetzen. Livia Gerster beschreibt in ihrem Buch "Die Neuen" das Berufsleben und die damit einhergehenden Herausforderungen der jungen Abgeordneten. Wir stellen das Buch und einen der jungen Abgeordneten vor und sprechen mit der Journalistin Livia Gerster.

Kinostart "Crimes of the Future" von David Cronenberg

Von Selbstoptimierung bis zu Fetischismus:  Der Meister morbider Körperlichkeit im Kino ist der Kanadier David Cronenberg. Nach psychologischen Thrillern kehrt der 79-jährige Kultregisseur zu seinen Anfängen zurück. Denn in "Crimes of the Future" geht es wieder um's Eingemachte: Um das Fleisch. In Cronenbergs Worten: "Eigentlich geht es in all meinen Filmen immer ums Fleisch. Das Mantra dieses Films ist: Körper ist Wirklichkeit." Seine Zukunftsvision ist auch dieses Mal wieder gewohnt düster: Der Körper als Schlachtfeld – oder auch als Schlachtfest.  Viggo Mortensen spielt den gefeierten Performance-Künstler Saul Tenser, der sich in öffentlichen Operationen wuchernde Organe aus dem Körper schneiden lässt. Seine Assistentin spielt Léa Seydoux mit Domina-Flair. Sie veredelt die deformierten Organe mit Tattoos zu Kunstwerken. Schmerz war gestern. Besonders herausragend ist die Darstellung von Kristen Stewart als verhuschter Leiterin des "Amtes für neue Organe", die durch Sauls Performance zu neuem Leben erwacht. Denn Sexualität findet in Cronenbergs Dystopie nur noch durch Ritzen und Schlitzen, Skalpelle und Messer statt. "Crimes of the Future" ist ein lustvoller Blick in grotesken Bildern auf eine Welt, in der die Technologie jede Form von Menschsein eindrucksvoll in Frage stellt. Für Perfektionswahn, Organtransplantation und Selbstverletzung findet Cronenberg in seinem Scifi-Drama drastische Bilder. 

46. Duisburger Filmwoche

Die Welt verändert sich rasant und die Dokumentarfilmer*innen sind dabei die stillen Beobachter*innen. Sie erspüren Stimmungen, schauen auf gesellschaftspolitische Veränderungen, interessieren sich für Schicksale und packen ihre Kameras dann aus, wenn der Tagesjournalismus längst weitergezogen ist. "Im Werden begriffen" heißt das Motto der diesjährigen Duisburger Filmwoche, auf der wieder die besten und interessantesten Filme des letzten Jahres aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gezeigt werden. Im diesjährigen Wettbewerb um die begehrten Dokumentarfilmpreise laufen 24 ganz unterschiedliche Filme. Tizza Covi und Rainer Frimmel zeigen als Deutschlandpremiere ihren Film "Vera", der hinter die Kulissen des Showbusiness blickt und die Tochter eines berühmten italienischen Italo-Western-Helden porträtiert. Ausserdem dabei sind Filme über Migration, Weggehen und Ankommen wie "Aşk, Mark ve Ölüm" von Cem Kaya, der die Musik der türkischen Einwanderer in Deutschland skizziert und als eigenständiges Musikgenre klassifiziert. Im Film "Zusammenleben" von Thomas Fürhapter geht es um das Ankommen von Migrant*innen in Wien. Der Film begleitet sie filmisch bei ihren Integrationskursen. In Duisburg werden die meisten Filmemacher*innen anwesend sein, denn die Podiumsdiskussionen sind legendär. Hier diskutieren Macher*innen und Publikum direkt miteinander. Die Preisverleihung findet am Sonntag, den 13. November statt.

Meine Merkliste

Alle Inhalte auf Ihrer Merkliste sind noch mindestens 3 Tage verfügbar.

Sie haben derzeit keine Videos in Ihrer Merkliste

Sie können ein Video der Merkliste hinzufügen, indem Sie das "+" am Teaser oder Beitrag anwählen.

Live

Statische Headline

1h 7min

3sat Logo

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutz-Einstellungen anzeigen. Möglicherweise hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktivert, welcher dies verhindert. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der 3sat Mediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.

3sat Logo

Offensichtlich ist in deinem Browser das Plugin "I don't care about Cookies" aktiviert. Eigentlich würden wir dir an dieser Stelle gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Dies wird durch das Plugin verhindert. Falls du die Webseite sehen und nutzen möchtest, prüfe, ob das Plugin in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus.