Kultur

"Kulturzeit" vom 25.01.2023: Schwieriges DDR-Erbe: Uran und Kunst

Die Themen der Sendung: Kunstsammlung der Wismut AG, Sippenhaft für Iraner, "Zwischen Welten" von Juli Zeh und Simon Urban, Multimediale Kunst - Johanna Keimeyer, Nachruf Balkrishna Doshi, Solothurner Filmtage.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2023
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 25.02.2023

Die Themen der Sendung:

Schwieriges DDR-Erbe: Die Wismut und die Kunst

Ob wirtschaftlicher Streckbetrieb der Kernkraftwerke oder die Drohungen taktischer Atomwaffeneinsätze. Die Bedeutung des "Energieträgers" ist so aktuell wie lange nicht mehr. Beim Unternehmen Wismut im sächsischen Erzgebirge wurde der Grundstoff Uran tonnenweise gewonnen – für die Sowjetunion. Das strahlende Erbe des größten Kombinats der DDR, das mit Milliardenaufwand auf Jahrzehnte hinaus in Schach gehalten werden muss, ist bekannt. Kaum bekannt ist, dass die heutige Wismut gGmbH über die größte Kunstsammlung ostdeutscher Betriebe verfügt. Mehr als 4000 Kunstwerke, darunter mehr als 400 Landschaftsaufnahmen, verewigten den Kampf um das Uran, für den Tausende einen qualvollen Tod starben. Zu den fürstlich bezahlten Auftragsmalern gehörte auch Willi Sitte, Bernhard Heisig und Werner Tübke. Lange war das Überleben der Sammlung nach dem Mauerfall fraglich. Eine mit rund 24 Millionen Euro opulent ausgestattete Stiftung, die das Land Sachsen und Thüringen finanzieren, soll jetzt das Bildererbe der Wismut aufarbeiten. Der künstlerische Wert der Sammlung ist umstritten. Als Zeitzeugnis der Geschichte ist sie jedoch unverzichtbar. Vielleicht wird der Blick zurück auch kritische Fragen zu Gegenwart und Zukunft der "Mehrzweckenergie" auslösen.

"Zwischen Welten" von Juli Zeh und Simon Urban

Ob es ums Gendern geht, um Klimaproteste oder Identitätspolitik: Die Debatten werden immer hitziger geführt, der Ton in Talkshows und sozialen Netzwerken ist rau. Über diese zunehmende Polarisierung hat die Schriftstellerin Juli Zeh gemeinsam mit ihrem Kollegen Simon Urban einen Roman geschrieben: "Zwischen Welten". Das Buch ist die zeitgemäße Variante eines Briefromans und besteht aus E-Mails und WhatsApp-Nachrichten zweier ganz unterschiedlicher Hauptfiguren: Sie ist Landwirtin in der ostdeutschen Provinz, er ist Journalist in der Großstadt Hamburg. In ihren E-Mails geht es um die großen Debatten unserer Zeit.

Familien von Exil-Iranern droht Sippenhaft

Das iranische Regime greift hart gegen die Protestierenden im Land durch: Menschenrechtler sprechen von mehr als 500 Getöteten, mehrere Demonstranten wurden zuletzt hingerichtet. Und selbst bis ins Ausland reicht der lange Arm der Mullahs. Exil-Iraner werden mit Sippenhaft der Familie in der Heimat bedroht

Multimediale Kunst – Die faszinierenden Arbeiten von Johanna Keimeyer

Künstlerin Johanna Keimeyer arbeitet in verschiedenen Medien und mit unterschiedlichen Rollen. Sie nennt sich selbst "Experimential artist", will mit ihren Arbeiten neue Erfahrungen ermöglichen oder sonst Unsichtbares sichtbar machen. Eine ihrer größten Arbeiten war eine begehbare Installation, das "Breathing Heart“, ein riesiges Herz, in dem man den Körper ganz neu erfahren kann. In ihrer Reihe "Iconic Portraits" hinterfragt sie Rollen und Images. Sie inszeniert sich selbst als unter anderem Andy Warhol, albert Einstein oder Johanna von Orléans und bearbeitet die Fotos digital. Für die Reihe "Inspired" hat sich Johanna Keimeyer mit Caspar David Friedrich auseinandergesetzt.

Reihe in der ARD-Mediathek

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ARD-Mediathek: "Inspired - Die Kunst-Challenge"

Ikonen der Kunstgeschichte neu interpretiert: In der dreiteiligen Reihe Inspired konfrontieren wir in jeder Folge zwei Shootingstars der Kulturszene mit einem berühmten Kunstwerk und lassen ...

Solothurner Filmtage

Sexuelle Verunsicherung ist eines der großen Themen, das junge Filmschaffende in Solothurn antreibt. Was bedeutet zum Beispiel die Maxime "Nur Ja heißt Ja" für Jugendliche, die ihr erstes Mal erleben? Der erst 21-jährige Regisseur Damien Hauser setzt sich im Spielfilm "Theo: Eine Konversation mit der Ehrlichkeit" intensiv mit dieser heiklen Frage auseinander.

Nachruf Balkrishna Doshi

Balkrishna Doshi gilt als Indiens größter Architekt. Nun ist er im Alter von 95 Jahren gestorben. Geboren 1927 in Pune, studierte er Architektur in Mumbai, bevor er nach Paris ging und von Le Corbusier lernte. Anschließend kehrte er nach Indien zurück und war unter anderem als Mitarbeiter von Louis Kahn am Aufbau des Indian Institute of Management in Ahmedabad beteiligt. Doshi prägte maßgeblich die Entwicklung der Architektur Indiens und sein Schaffen reichte von der Planung ganzer Städte über Privathäuser bis hin zu Regierungs- und Verwaltungsgebäuden. Als eines seiner wichtigsten Werke gilt sein eigenes Architekturbüro in Ahmedabad, sowie die berühmte Wohnsiedlung Aranya für Menschen mit geringem Einkommen. Wir erinnern an den großen Visionär des sozialen Bauens.

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