Kultur

"Kulturzeit" vom 07.03.2023: Olaf Scholz, Cum-Ex und die Glaubwürdigkeit

Die Themen der Sendung: Olaf Scholz und der Cum-Ex-Skandal - Gespräch mit Oliver Schröm, "Truth is Dead", Georg Baselitz, Gender Pay Gap, Kunstinstallation "Gaia" in der Frauenkirche.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2023
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 26.03.2023

Die Themen der Sendung:

Olaf Scholz, der Cum-Ex-Skandal und die Glaubwürdigkeit - Gespräch mit Oliver Schröm

Ein neues Buch zum "Cum-Ex"-Skandal nährt Zweifel an den Erinnerungslücken des Kanzlers. In "Die Akte Scholz: Der Kanzler, das Geld und die Macht" schildern die beiden Investigativjournalisten Oliver Schröm (ARD-"Panorama") und Oliver Hollenstein ("Manager Magazin"), wie sich Scholz bei zwei Befragungen zu dem Fall im Bundestagsfinanzausschuss 2020 offenkundig noch an ein Treffen mit den Mitinhabern der Warburg Bank in seiner Zeit als Hamburger Bürgermeister erinnern konnte, sich aber neun Monate später vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft auf Erinnerungslücken berief.

Scholz hatte in seiner Zeit als Hamburger Bürgermeister die Gesellschafter der Warburg Bank 2016 und 2017 insgesamt drei Mal empfangen. 2016 liefen bereits Ermittlungen wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit "Cum-Ex"-Geschäften gegen die Bank. Nach den ersten Treffen hatte die Hamburger Finanzverwaltung eine ursprünglich geplante Rückforderung von 47 Millionen Euro wegen zu unrecht erstatteter Kapitalertragssteuern an die Bank doch nicht erhoben und nach damaliger Ansicht in die Verjährung laufen lassen. Eine zweite Forderung über weitere 43 Millionen Euro war Ende 2017 erst auf Weisung des Bundesfinanzministeriums, verjährungsunterbrechende Maßnahmen zu ergreifen, erhoben worden. Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss wird sich im April mit Scholz' Aussagen vor dem Finanzausschuss des Bundestags befassen. Wir sprechen mit dem Autor Oliver Schröm über das jüngste Urteil der Generalstaatsanwaltschaft Hamburg vom 6. März, die keinen Anfangsverdacht gegen Scholz wegen uneidlicher Falschaussage sieht. 

"Truth is Dead": Ausstellung der Fotografin Alison Jackson im NRW Forum Düsseldorf

Wie sind sie wirklich – die Reichen, Schönen und Berühmten? Was treiben sie, wenn sie sich unbeobachtet fühlen? Eine ganze Armada von Paparazzi lebt davon, uns einen vermeintlich "echten" Blick in ihr Privatleben vorzugaukeln. Doch was davon ist wirklich "echt"? Nichts, sagt die britische Fotografin Alison Jackson, und treibt die Täuschung auf die Spitze. Mithilfe von Schauspielerinnen und Doppelgängern inszeniert sie Paparazzi-Fotos von Celebrities wie der britischen Königsfamilie, Marilyn Monroe, Donald Trump, Justin Bieber oder Angela Merkel. Ihre frei erfundenen Aufnahmen bilden nicht die Realität ab, sondern spiegeln die Sehnsüchte und Illusionen des Publikums wider. Unter dem Titel "Truth is Dead" – die Wahrheit ist tot – zeigt das NRW Forum Düsseldorf bis zum 14. Mai rund 80 Fotografien und Videos aus den wichtigsten Werkzyklen der Fotografin.

Nackte Meister: Georg Baselitz im Dialog mit den Alten Meistern im KHM

Praktisch über Nacht wurde er berühmt, als sein Bild eines onanierenden Jungen 1963 von der Polizei in einer Berliner Ausstellung beschlagnahmt wurde. Der Eklat war groß, der Skandal perfekt und der damals erst 25-jährige Maler aus der DDR in aller Munde. Heute ist sein Name aus der europäischen Kunstgeschichte nicht mehr wegzudenken, stellte Georg Baselitz doch die Kunstwelt radikal auf den Kopf. Seit mehr als 50 Jahren sorgt Baselitz für Kontroversen in der Kunstwelt durch seine umstrittenen Ideen und Denkweisen. Provokation aus Prinzip? Der Schluss liegt nahe, wenn man seine Botschaften unter die Lupe nimmt: Seine DDR-Kollegen seien "Arschlöcher", Frauen könnten schlechter malen als Männer und die documenta verdiene die Bezeichnung "Paralympics". Diesen Kampfmodus hat Georg Baselitz nie abgelegt.

Equal Pay Day: Gehältergerechtigkeit in der Kultur

Am 7. März ist Equal Pay Day: Die jährliche Erinnerung, dass Frauen beim Thema Lohn und Gehalt systematisch diskriminiert werden. 18 Prozent verdienen Frauen im Bundesdurchschnitt weniger als Männer. In Österreich und der Schweiz sieht es nicht besser aus, im Gegenteil: Mit 18,4 und 18,9 Prozent ist die Einkommenslücke sogar noch ein wenig größer als in Deutschland. Und wer jetzt denkt: Das ist ja nicht überall so, Diskriminierung ist eher die Ausnahme als die Regel, der täuscht sich leider. Selbst in der Kultur sind Frauen finanziell im Hintertreffen.

Gesellschaft -

Frauen vor - gleiche Leistung, gleiches Geld

Frauen lassen die Männer hinter sich - wenn es um die Bildungsabschlüsse geht. Beim Geld aber ziehen sie weiter den Kürzeren: Der Gender Pay Gap bleibt in Deutschland groß.

Kunstinstallation "Gaia" in der der Dresdner Frauenkirche

Die Dresdner Frauenkirche wirbt mit einer sieben Meter großen Erdkugel für den Klimaschutz. Die 3D-Kunstinstallation "Gaia" (altgriechisch: Erde) des britischen Künstlers Luke Jerram dreht sich seit dem 4. März in drei Metern Höhe alle vier Minuten um die eigene Achse. Womöglich wird sich dabei beim Zuschauer auch der "Overview-Effekt" einstellen, eine Bewusstseinsveränderung von der Raumfahrer*innen berichten, die die Erde aus dem All betrachten. Eine Veränderung, mit der ein Gefühl großer Ehrfurcht einhergeht und gleichzeitig ein Verständnis für die Verbundenheit allen Lebens erzeugt. "Gaia" ist noch bis zum  26. März zu sehen.

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