Kultur

"Kulturzeit" vom 08.11.2022: Ukraine-Roman über den Hunger als Waffe

Die Themen der Sendung: Tanya Pyankovas Roman "Das Zeitalter der Roten Ameisen" über den Holodomor in der Ukraine, Dramaserie "SAFE" - Gespräch mit Regisseurin Caroline Link, Internationaler Hochhauspreis, Chattaffäre und Bob Dylan.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2022
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 08.12.2022

Die Themen der Sendung:

Tanya Pyankovas Roman über den Holodomor in der Ukraine

Ein ukrainischer Landwirt blickt erschüttert auf sein brennendes Weizenfeld.
Brennendes Weizenfeld im Ukraine-Krieg
Quelle: dpa

Der Holodomor gilt als eines der größten Verbrechen des Stalinismus und ist bis heute ein kollektives Trauma und sensibles Thema in der Ukraine. Die ukrainische Schriftstellerin Tanya Pyankova hat nun einen bewegenden Roman über die von den Sowjets verursachte katastrophale Hungersnot in den der 1930er Jahren geschrieben. In "Das Zeitalter der Roten Ameisen" erzählt sie aus der Perspektive von zwei Frauen und einem Mann in ganz unterschiedlicher gesellschaftlicher Stellung von dem verzweifelten Kampf um das nackte Überleben. 

"SAFE" – Jugend und Therapie – Gespräch mit Caroline Link

Oscar-Preisträgerin Caroline Link blickt in ihrem Seriendebüt "SAFE" zwei Berliner Kinderpsychologen über die Schulter, die mit Heranwachsenden arbeiten, die alleine von ihren Problemen überfordert sind. Psychotherapieplätze für Kinder und Jugendliche sind rar und wer einen ergattert, kann sich glücklich schätzen. "Es kann nicht sein, dass ein junger Mensch in großer seelischer Not ein halbes Jahr auf einen Therapieplatz warten muss", kritisiert die Regisseurin. Für ihre Serie, die auf ZDFneo und in der ZDF-Mediathek zu sehen ist, hat sie sich über Jahre mit dem Thema befasst und mit zwei Kinder- und Jugendpsychotherapeuten fiktive Fälle entwickelt. Die inszenierten Therapiesitzungen sind spannend, bewegend und emotional – wie das Leben selbst. Wir sprechen mit der Regisseurin Caroline Link.

Internationaler Hochhauspreis

Die Bauwirtschaft gehört zu den Branchen, die viel Energie verbrauchen und viel Abfall produzieren, insbesondere beim Bau von Hochhäusern. Seit 2004 vergibt daher die Stadt Frankfurt am Main alle zwei Jahre den Internationalen Hochhauspreis an ein Bauwerk, das exemplarische Nachhaltigkeit, äußere Form und innere Raumqualitäten wie auch soziale Aspekte zu einem vorbildlichen Entwurf verbindet. Planer und Bauherren erhalten gemeinsam den Preis mit einem Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro.

Österreichs Chataffäre

Infolge der Korruptionsermittlungen in Österreich nach der Ibiza-Affäre haben sich am 7. November zwei einflussreiche Chefredakteure vorerst zurückgezogen. "Die Presse"-Herausgeber und -Chefredakteur Rainer Nowak werde seine Funktionen während einer internen Prüfung der Vorwürfe vorerst ruhen lassen, erklärte dessen Mediengruppe. Der öffentliche Rundfunksender ORF gab indes bekannt, der ORF-TV-News-Chefredakteur Mathias Schrom gehe während einer internen Untersuchung ab sofort in den Urlaub. Der Ethikrat sei in diesem Fall um Prüfung gebeten worden.

Der Ibiza-Skandal hatte 2019 zum Sturz der österreichischen Regierung geführt. Auf einem auf Ibiza mit versteckter Kamera aufgenommenen Video war damals zu sehen, wie der damalige österreichische Vize-Kanzler Heinz-Christian Strache von der rechtspopulistischen FPÖ mit einer vermeintlichen russischen Oligarchennichte fragwürdige Deals bespricht.

Nun bringen erneute Enthüllungen aus den daraus folgenden Ermittlungen die beiden Journalisten Nowak und Schrom in Bedrängnis. Auszügen aus der Untersuchungsakte zufolge, die in der vergangenen Woche in den Medien veröffentlicht wurden, tauschte Rainer Nowak im Jahr 2017 eine Reihe von SMS mit dem ehemaligen Generalsekretär im Wiener Finanzministerium, Thomas Schmid, aus. Demnach sollte ihm der enge Vertraute von Kanzler Kurz auf den Chefsessel des ORF helfen – im Gegenzug für Unterstützung seinerseits. In einem Brief an die Leser entschuldigte sich Nowak nun für die "Tonalität und unangemessene Nähe" in den Kurznachrichten. Mathias Schrom hatte den Chat-Verläufen zufolge regelmäßigen Kontakt mit der FPÖ und deutete dabei darauf hin, dass er sich bemühe, den Einfluss der Sozialdemokraten beim ORF einzudämmen. Der österreichischen Nachrichtenagentur APA zufolge schreibt Schrom zur Ausrichtung des Senders: "Es ist schon bei uns genug zu tun und jeden Tag mühsam, aber langsam wird's, und die, die glauben, die SPÖ retten zu müssen, werden weniger." Schrom selbst räumte laut APA nun ein, die geleakten Nachrichten hätten "zugegebenermaßen keine glückliche Außenwirkung". Er gab an, dass es wichtig gewesen sei, eine "Gesprächsbasis" zu einer Regierungspartei aufrechtzuerhalten, welche dem ORF ablehnend gegenübergestanden habe.

Bob Dylans "Die Philosophie des modernen Songs"

"Die Philosophie des modernen Songs" heißt das neue Buch von Literaturnobelpreisträger Bob Dylan. Darin beschäftigt sich der 81-jährige Musiker und Literaturnobelpreisträger mit seinen Lieblingsliedern.

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