Kultur

"Kulturzeit" am 08.09.2022: Rechtsruck am Supreme Court - Trumps Vermächtnis?

Die Themen der Sendung: Rechtsruck am Supreme Court in den USA, "Wir können auch anders" - Gespräch mit Maja Göpel, der Rhein - zwischen Pegelständen und Mythen, Gottfried Kumpf und Erinnern an Queen Elizabeth II..

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2022
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 08.10.2022

Die Themen der Sendung:

Rechtsruck am Supreme Court - Trumps Vermächtnis?

Es gilt als sein Vermächtnis: Allein während seiner Amtszeit als Präsident hat Donald Trump drei konservative Supreme Court Richter auf Lebenszeit benannt. Damit hat das Gericht eine konservative 6:3-Mehrheit. Mit der Entscheidung, dass es kein Recht auf Abtreibung gebe, hat es eine Wegmarke gesetzt - bereits in zwölf Staaten ist Abtreibung nun in den USA illegal. Doch der Rechtsruck im Justizsystem ist nicht nur Trumps Hinterlassenschaft, sondern auch das Ergebnis eines jahrzehntelangen Kampfes um den Supreme Court. Mächtige Strippenzieher im Hintergrund sind der republikanische Senator und Oppositionsführer Mitch McConnell und die sogenannte Federalist Society, ein einflussreiches konservatives Netzwerk aus Juristen, dem alle sechs konservativen Richter*innen des Supreme Courts angehören. Sie verbindet eine Auslegung des Rechts, das sich strikt auf die Originaltexte der Verfassung aus dem 18. Jahrhundert stützt - einer Zeit, in der es weder ein Recht auf Privatsphäre, noch Rechte für Frauen oder Afroamerikaner gab. Auch das Recht auf Abtreibung haben die obersten Richter mit einer solchen Auslegung der Verfassung begründet.

Im Herbst entscheiden die Richter*innen voraussichtlich darüber, ob die Parlamente der Bundesstaaten das Recht haben bei der Ausrichtung von Wahlen alleinentscheidende Macht zu sein - auch dabei könnten sich die Richter*innen auf den Originaltext der Verfassung beziehen und im Sinne der sogenannten State Legislature Doctrin argumentieren, die die Macht der Bundesstaaten bei Wahlen für absolut setzt. Sollte ein Urteil dieser Lesart folgen, könnten am Ende Parlamente republikanisch dominierter Staaten Wahlergebnisse für ungültig erklären und eigene Wahlleute entsenden - so die Befürchtung. Für den US-amerikanischen Rechtsprofessor Michael Avery ein Albtraum. Er ist Autor des Buches "The Federalist Society: How Conservatives Took the Law Back from Liberals". Auch der britische Journalist und Autor Gideon Rachman hält die Demokratie der USA für gefährdet. In seinem Buch "Welt der Autokraten" warnt er vor dem Vermächtnis von Donald Trump und seinen Make-America-Great-Again-Republikanern.

"Wir können auch anders" - Gespräch mit Maja Göpel

In ihrem neuen Buch "Wir können auch anders" will Maja Göpel Mut dazu machen, in Umbruchzeiten Weichen für die Zukunft zu stellen. Das könne nur gelingen, wenn sich jede und jeder frage: "Woher kommt das, was ich in Anspruch nehme? Und wie viel nehme ich in Anspruch, wenn ich weiß, dass andere ebenfalls einen gewissen Anspruch haben?", so die Honorarprofessorin für Nachhaltigkeitstransformationen an der Leuphana Universität Lüneburg. Menschen hätten Einfluss auf die Richtung der Veränderungen und könnten andere inspirieren. So entstünden Trends, an denen sich Verhältnisse und politische Rahmenbedingungen wandelten. Göpel betonte, dass die Politik angesichts von Krisen oft zu kurzfristig handle. Das gelte beim Klimaschutz, aber auch mit Blick auf soziale Fragen. "Vor allem in der ökonomischen Frage nach sozialer Gerechtigkeit sehen wir gerade, wie das Vertrauen in den Staat, der den Auftrag zur Gemeinwohl-Sicherung hat, erodiert", sagt die Ökonomin. Zu beobachten sei, dass sich Klientel-Politik und starke Lobby-Interessen durchsetzten und Ungleichheiten verschärften. Das verunsichere Menschen, gerade in Zeiten der Krise. Wir sprechen mit Maja Göpel über ihr neues Buch.

Der Rhein - zwischen Pegelständen und Mythen

Der Rhein ist Wirtschaftsader und nationales Gut zugleich. Neben Binnenschiffen befördert er Touristen nach Rüdesheim und zur Loreley - Rüdesheim ist neben Neuschwanstein der von Touristen meistbesuchte deutsche Ort. Direkt dort, am Eingang zum Unesco-Welterbe Mittelrheintal, war diesen Sommer der Pegelstand am niedrigsten, der Binger Mäuseturm fußläufig erreichbar. Klar ist: Wenn keine Schiffe fahren, gibt es weniger Energie und Güter - aber unabhängig davon: Was ist, wenn der Rhein verschwindet? Geht mit ihm nicht der ganze Mythenschatz aus - vom Nibelungenschatz bis hin zur deutschen Romantik? Ein Essay zum Pegelstand der nationalen Identität.

Nachruf auf Gottfried Kumpf

Der Künstler Gottfried Kumpf, dessen naiv wirkende, von ihm liebevoll "Asoziale" getaufte Figuren und Skulpturen große Bekanntheit erlangten, ist am 5. September überraschend nach einem Herzstillstand gestorben. Der Maler lebte und arbeitete 40 Jahre lang in Breitenbrunn, zuletzt lebte er in Wien.

Geboren wurde Kumpf am 29. November 1930 in Annaberg. Nach der Matura und dem Medizinstudium widmete sich der Sohn eines Landarztes ganz der Malerei. Seit 1965 arbeitete Kumpf als freischaffender Maler. 1970 unternahm Kumpf dann auch einen Ausflug ins Filmgenre und stand gemeinsam mit Helmut Qualtinger in Bernhard Wickis Spielfilm "Das falsche Gewicht" in Ungarn vor der Kamera. Anfang der 1970er Jahre entstanden erste bildhauerische Arbeiten, Lithografien und Radierungen. Hinzu kommen immer wieder Kinderbücher. Für die Seefestspiele Mörbisch schuf er 1993 das Bühnenbild von "Der Zigeunerbaron". 2003 erhielt er anlässlich des 40-jährigen Bestehens des WWF in Österreich den "Living Planet"-Orden. 2005 erhielt er das "Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse". Bereits 1990 wurde er zum Professor ernannt.

"Mit Gottfried Kumpf haben wir einen außergewöhnlichen Universalkünstler, aber auch einen humorvollen und zutiefst sympathischen Menschen verloren", so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne). "Als Grafiker, Maler, Bildhauer, Architekt und Illustrator war er weit über unsere Landesgrenzen hinaus erfolgreicher Botschafter des österreichischen Kunstschaffens."

Erinnern an Queen Elizabeth II.

Queen Elizabeth II. ist tot. Sie starb am 8. September 2022 im Alter von 96 Jahren auf ihrem Landsitz Balmoral in Schottland. Demnach hatte sich der Gesundheitszustand der Monarchin zuvor verschlechtert. Die im Jahr 1926 unter dem Namen Elizabeth Alexandra Mary Windsor geborene Adelige war die am längsten regierende Monarchin in der Geschichte Großbritanniens. Gerade erst feierte sie 70 Jahre Thronjubiläum.

Kultur -

Das Leben von Queen Elizabeth

Queen Elizabeth II. ist tot. Sie starb im Alter von 96 Jahren in Schottland. Gerade erst feierte die dienstälteste Monarchin Großbritanniens 70 Jahre Thronjubiläum.

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