Kultur

"Kulturzeit" vom 11.12.2023: Narges Mohammadis Kampf für Irans Frauen

Die Themen der Sendung: Friedensnobelpreis an Narges Mohammadi, Gespräch mit Sasha Filipenko über Belarus, Film "Die unendliche Erinnerung", Myriam Leroys Roman "Rote Augen", Europäischer Filmpreis an Sandra Hüller und Milli-Vanilli-Film "Girl You Know It’s True".

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2023
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 11.03.2024

Die Themen der Sendung:

Nobelpreisträgerin Narges Mohammadi und ihr Kampf im Iran

Drei mal zwei Meter – so klein sind die Isolationszellen im berüchtigten Evin-Gefängnis am Stadtrand von Teheran. Seit zwei Jahren sitzt hier die Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi erneut in Haft. Sie kämpft für die Frauen im Iran. Am Wochenende haben ihre im Exil lebenden Kinder Kiana und Ali Rahmani stellvertretend für sie den Friedensnobelpreis in Stockholm entgegen genommen.

Sasha Filipenko über Belarus

Razzien gegen die Opposition gehören zur Strategie des repressiven Lukaschenko-Regimes in Belarus. Jüngst wurde die Wohnung der im Berliner Exil lebenden Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch durchsucht, in der Absicht, sie später zu beschlagnahmen. Aber nicht nur gegen die Immobilien abwesender Staatsbürger richtet sich der behördliche und polizeiliche Terror in Belarus, sondern auch gegen die im Land verbliebenen Angehörigen. So wurde die Minsker Wohnung der Eltern des Schriftstellers Sasha Filipenko von der Polizei gestürmt und sein 62-jähriger Vater in Handschellen abgeführt. Auf Facebook schrieb der Schriftsteller, die Polizei habe zu seiner Mutter gesagt: "Dafür könnt ihr euch bei eurem Sohn bedanken". Während seiner 15-tägigen Inhaftierung wurden dem Vater Elektroschocks angedroht und es wurde ein Video von ihm aufgenommen, in dem er sich von seinem Sohn distanzieren musste. Wir sprechen mit Sasha Filipenko, der seit 2021 im Exil in Basel lebt.

Kinostart "Die unendliche Erinnerung"

Das Schicksal offenbart zuweilen einen merkwürdigen Humor. So auch im Fall des chilenischen Journalisten Augusto Góngora. In Chile ist Góngora eine Legende, eine Art chilenischer Claus Kleber. Während der Diktatur des General Pinochet arbeitete er im Untergrund und versorgte die Menschen mit Informationen. Nach der Pinochet-Ära wurde er zum Anchorman im Fernsehen. Vielbeachtet sein Buch über die Erinnerung, das die Bevölkerung anmahnt, die Schrecken der Diktatur niemals zu vergessen. Dass ausgerechnet dieser Mann sich nun an nichts mehr erinnert, hat eine ganz eigene Tragik. Góngora ist an Alzheimer erkrankt. Seine Ehefrau Paulina Urrutia hat dieses allmähliche Schwinden der Erinnerung mit der Kamera festgehalten und die Regisseurin Maite Alberdi hat - angereichert mit Archivmaterial - einen berührenden und packenden Film daraus gemacht. Dieser erzählt von einer großen Liebe, die zugleich hochpolitisch ist. Es ist traurig-schön zu sehen, mit welcher Geduld und Hingabe Urruria ihren Mann durch den immer mehr im Nebel versinkenden Alltag begleitet. Ein anrührender Film und zugleich eine spannende Geschichtsstunde.

Schauspielerin Sandra Hüller mit Europäischem Filmpreis ausgezeichnet

Die deutsche Schauspielerin Sandra Hüller ist mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet worden. Sie wurde am 9. Dezember in Berlin für ihre Rolle in dem Film "Anatomie eines Falls" als beste Darstellerin geehrt. Das Werk der französischen Regisseurin Justine Triet wurde auch als bester Film ausgezeichnet. Triet erhielt außerdem den Preis für die beste Regie und auch in der Kategorie Bestes Drehbuch war ihr Film erfolgreich. Als bester männlicher Darsteller wurde der dänische Schauspieler Mads Mikkelsen für seine Rolle im Film "Bastarden" geehrt. Triet hatte im Mai für ihren Film bereits die Goldene Palme des Filmfestivals in Cannes gewonnen. In "Anatomie eines Falls" spielt Hüller eine deutsche Schriftstellerin, die mit Mann und Kind in den französischen Alpen lebt. Als ihr Mann tot im Schnee aufgefunden wird, wird sie zur Hauptverdächtigen.

Myriam Leroys Roman "Rote Augen"

Die belgische Journalistin Myriam Leroy hat einen beklemmenden Roman über Cybermobbing und Frauenhass geschrieben. Es ist ihre eigene fiktionalisierte Geschichte. "Rote Augen" liest sich wie ein Psychothriller, der unter die Haut geht.

Milli Vanilli - der große Bluff kommt ins Kino

1989 eroberte eine Dance-Band aus Deutschland die internationalen Pop-Charts. Produzent Frank Farian suchte eine Nachfolgeprojekt für seine Disco-Gruppe Boney M. und fand zwei Tänzer in einem Münchner Club. Da Farian von den Gesangsleistungen des Duos nichts hielt, wurde der Gesang von Profi-Sängern aufgenommen und bei Konzerten lippensynchron zugespielt. 1990 flog der Schwindel auf. Aus diesem Drama hat Regisseur Simon Verhoeven jetzt den Film "Girl You Know It’s True" gemacht, mit Matthias Schweighöfer als gewieftem Produzenten Farian.

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