Kultur

"Kulturzeit" vom 30.11.2023: LSD für Mama - ein Selbstversuch gegen Demenz

Die Themen der Sendung: LSD gegen Demenz, Kultur canceln auf Verdacht - Gespräch mit Eva Menasse, Nordkorea-Fotos, Film "Die Sirene".

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2023
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 01.03.2024

Die Themen der Sendung:

LSD für Mama - Norman Ohlers Familienversuch

Drogen sind Norman Ohlers Metier – von Berufs wegen, denn bekannt wurde der Autor mit einem Bestseller über die Nazis und ihre Rauschmittel. Doch das Experiment, dass er jetzt durchführt, klingt absurder als jede Literatur: Ermutigt durch neue Studien zum Microdosing nimmt seine an Alzheimer erkrankte Mutter seit zwei Jahren LSD. In seinem neuen Buch über die Geschichte der psychedelischen Drogen beschreibt Ohler, wie sich ihre Demenz, ihre Stimmung und Kommunikationsfähigkeit nach Gabe der Substanz bessern. Ein Selbstversuch, in den die Mutter selbst noch klaren Verstandes eingewilligt hat, der vom Hausarzt unterstützt und von Norman Ohlers Vater begleitet wird. Brisant ist das auch deshalb, weil Wolfgang Ohler, der Vater, bis vor wenigen Jahren Strafrichter und ehemaliger Vorsitzender des Oberlandesgerichts in Zweibrücken war und dort auch Drogendelikte verfolgt hat.

Kultur canceln auf Verdacht - Gespräch mit Eva Menasse

Aufmerksam beobachtet die Schriftstellerin und PEN-Berlin-Sprecherin Eva Menasse das, was sich gerade in der Kulturszene abspielt. In Verbindung mit dem Konflikt zwischen Israel und der Hamas wurden und werden Veranstaltungen abgesagt. Teils nebulös begründet. Die Liste wächst in allen 3sat-Ländern, Veranstalter scheinen verunsichert. Eines der letzten Beispiele: Eine seit Jahren für 2024 geplante Ausstellung der jüdischen Künstlerin Candice Breitz im Saarlandmuseum wurde wegen ihrer angeblich kontroversen Aussagen zum Gaza-Krieg abgesagt. Wir sprechen mit Eva Menasse.

Ausstellung "Let's Talk About Mountains" in Dresden

1984 besuchte der nordkoreanische Präsident Kim Il Sung das Bruderland DDR. Auf dem Programm stand auch ein Ausflug in die Sächsische Schweiz. Von der Bastei aus durfte Kim Il Sung sächsischen Bergsteigern beim Klettern an der Steilwand zusehen. Er war so begeistert, dass er die ostdeutschen Bergsteiger nach Nordkorea einlud. 1985 und 1989 waren sächsische Kletterer tatsächlich in dem abgeriegelten Land. Sie waren hingerissen von der Natur und bestürzt von der diktatorischen Kontrolle. Durch die Wiedervereinigung gerieten die Erlebnisse in Nordkorea in Vergessenheit. Doch vor kurzem sollten sie wieder aus Fotokisten ausgegraben werden - für eine Ausstellung im Deutschen Hygiene-Museum Dresden über Nordkorea. 2018 hatte das Alpine Museum der Schweiz ein eigenes Filmteam nach Nordkorea entsandt, um eine Ausstellung über ein fast unbekanntes Bergland zu machen. Sie wollten wissen, was die Berge für die Menschen dort bedeuten, im Alltag, in der Gesellschaft dieses sogenannten Schurkenstaates, in dem doch mehr als 25 Millionen Menschen leben. Der Berg als trojanisches Tor, scheinbar unverdächtig und doch hochpolitisch, zieht sich als Thema durch die Ausstellung, die nun in Dresden zu sehen ist. Tatsächlich kommt man dem Leben in dem totalitär regierten Land näher als kaum zuvor, ohne sich der Illusion hinzugeben, dass man hier tatsächlich realistischen Alltag sehen würde. "Let's Talk About Mountains" ist Reise in eines der unbekanntesten Länder der Welt, zu sehen noch bis zum 26. Mai 2024 in Dresden.

Kinostart: "Die Sirene"

Seit der Revolution der Frauen, die seit September 2022 anhält, ist der Iran in aller Munde. Doch woher kommt sie, die strukturelle Unterdrückung der Frauen, die schier grenzenlose Macht der Mullahs? Der Animationsfilm "La Sirène" gibt Antworten. Denn er geht zurück bis zum Krieg zwischen Iran und Irak und zeigt uns diesen als Sündenfall. Mit diesem Krieg ist es Ayatollah Khomeini gelungen, seine Macht nach außen zu behaupten und nach innen zu zementieren. Davon erzählt der Film zwischen den Zeilen. Die iranische Regisseurin Sepideh Farsi saß schon mit 16 Jahren im Gefängnis, weil sie Oppositionelle bei sich versteckt hatte. Danach verließ sie ihr Land. Heute lebt sie im Pariser Exil und hat mit "Die Sirene" einen besonderen Animationsfilm gemacht. Im Zentrum steht der 14-jährige Omid, der, als der Krieg in seine Stadt Abadan kommt, am liebsten sofort an der Front mitkämpfen würde und jäh erwachsen wird. Er gerät an Menschen, die dem Regime kritisch gegenüber stehen und plant die Flucht.

"Die Sirene" ist ein Animationsfilm im minimalistischen Stil und eine Coming-of-Age-Story. Der Film erzählt seine Geschichte durch die kindliche Perspektive des jungen Omid, durch seine Augen betrachtet der Zuschauer das Geschehen und mit ihm wundert und empört er sich über Ungerechtigkeiten. Dieser naive Blick gibt dem Film eine große Kraft.

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