Kultur

Kulturmilliarde aus der Gießkanne - Gespräch mit Fabian Dietrich

Aktuelle Recherchen von Deutschlandfunk Kultur weisen auf eine ungleiche Verteilung der staatlichen Corona-Finanzhilfen für Kultureinrichtungen hin. Wir sprechen mit Fabian Dietrich. Der DLF-Journalist hat die Recherchen gemeinsam mit Max Kuball und Peter Sim veröffentlicht.

Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 22.11.2024

So hätten verschiedene Galerien und Kunstmessen mehrfach Gelder aus dem Hilfsprogramm "Neustart Kultur" bezogen, obwohl sie im ersten Pandemie-Jahr kaum wirtschaftliche Einbußen gehabt hätten, heißt es in einem Bericht des Senders. Für das Hilfspaket "Neustart Kultur" hatte die Bundesregierung im Februar 2021 rund zwei Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Damit sollten der Kulturbetrieb und die kulturelle Infrastruktur erhalten werden, die im Zuge der Corona-Pandemie stark gefährdet waren. Das Geld von "Neustart Kultur" wurde größtenteils nicht direkt von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien an die Empfänger ausgezahlt, sondern über Branchenverbände, Stiftungen, Vereine und Unternehmen.

Ungleiche Verteilung der Hilfsgelder

Laut DLF Kultur gingen mehr als 100 Millionen Euro des Hilfspakets in den Bereich der Bildenden Kunst. Davon seien rund 30 Prozent von Unternehmen des kommerziellen Kunstmarkts beantragt worden, also etwa von Messen und Galerien. Zusätzlich hätten einige Kunstmessen ihren Ausstellern einen pauschalen Rabatt auf die Standmieten gewährt. Dieser wurde nach Angaben von DLF Kultur vom Staat erstattet und beläuft sich auf über 12 Millionen Euro. Unternehmen des Kunstmarkts hätten außerdem Gelder aus einem Förderprogramm des Deutschen Verbandes für Archäologie bezogen, das eigentlich für private Museen, Ausstellungshäuser und Gedenkstätten aufgelegt wurde. Auch bei der Künstlerförderung habe es Schwachstellen gegeben, hieß es weiter. Demnach erhielten einzelne Künstler*innen mehrfach Stipendien, während gleichzeitig Tausende Antragstellende leer ausgingen. Grund dafür sei, dass die Stipendien nach künstlerischer Exzellenz vergeben wurden und nicht nach Bedürftigkeit oder anderen sozialen Kriterien. Bei den Galerien hingegen erhielten vier von fünf der Antragsteller eine Zusage der Jury. DLF Kultur kritisierte, dass die Gelder des Hilfsprogrammes nicht gerecht verteilt worden seien. Der tatsächliche Bedarf bei den Kultureinrichtungen sei nicht überprüft worden. Für die Recherche hat das Team von DLF Kultur eigenen Angaben zufolge mehr als 20 Förderprogramme und Programmmodule aus dem Bereich Bildende Kunst durchleuchtet.

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