Kultur

"Kulturzeit" vom 16.02.2024: Kremlkritiker Nawalny ist tot

Die Themen der Sendung: Russische Medien melden Alexej Nawalnys Tod - Gespräch mit Irina Scherbakowa, Berlinale eröffnet mit "Small Things Like These", Nora Fingscheidt zu "The Outrun", Frans Hals im Rijksmuseum.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2024
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 30.04.2024

Die Themen der Sendung:

Kremlkritiker Alexej Nawalny stirbt in Haft - Gespräch mit Irina Scherbakowa

Der Kremlkritiker Alexej Nawalny ist nach Angaben der Gefängnisbehörden in Russland tot. Der 47-Jährige habe sich am 16. Februar nach einem Spaziergang unwohl gefühlt und das Bewusstsein verloren, teilte die Gefängnisverwaltung mit. Eine Krankenwagenbesatzung habe vergeblich versucht, ihn wiederzubeleben. Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch schrieb auf der Plattform X, sie könne dessen Tod nicht bestätigen. Ein Anwalt sei auf dem Weg zum Gefängnisort. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, Präsident Wladimir Putin sei über den Tod Nawalnys informiert worden. Die Gefängnisbehörde untersuche den Todesfall nach den üblichen Verfahren.

Der russische Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratow bezeichnet den Tod des inhaftierten Oppositionsführers Alexej Nawalny als "Mord". Er sei der Ansicht, dass die Haftbedingungen zu Nawalnys Ableben geführt hätten, sagt der Jounalist zur Nachrichtenagentur Reuters. "Die EU hält das russische Regime für alleinverantwortlich für diesen tragischen Tod", erklärte EU-Ratspräsident Charles Michel. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj richtete scharfe Worte gegen Moskau. Russlands Präsident Wladimir Putin müsse "für seine Verbrechen bezahlen", forderte Selenskyj bei einem Besuch in Berlin im Beisein von Scholz. Der Bundeskanzler sagte er habe 2020 mit Nawalny über den "großen Mut" geredet, den es erfordere, wieder zurückzukehren nach Russland. "Und wahrscheinlich hat er diesen Mut jetzt bezahlt mit seinem Leben", so der SPD-Politiker. Wir sprechen mit der russischen Historikerin Irina Scherbakowa.

Berlinale eröffnet mit "Small Things Like These"

Mit reichlich politischen Reden gegen Ausgrenzung und Rassismus wurde am Abend des 15. Februar die 74. Berlinale eröffnet. Nicht wegzuschauen - das ist auch das Thema des Eröffnungsfilms "Small Things Like These", das Drama von Tim Mielants, spielt in einer irischen Kleinstadt in den 1980er Jahren, wo im Kloster systematisch Mädchen und junge Frauen misshandelt werden. Cillian Murphy spielt einen Kohlehändler, der nicht länger wegsehen will. Ebenfalls ein politischer Film am ersten Wettbewerbstag ist "My Favourite Cake" der iranischen Regisseurinnen Maryam Moghaddam und Behtash Sanaeeha, die nicht zur Vorführung ausreisen durften. Und wir stellen den Film "Ellbogen" von Aslı Özarslan über eine 18-Jährige vor, die einfach nur dazugehören möchte, aber von der Gesellschaft abgewiesen wird.

Nora Fingscheidt über ihren Film "The Outrun"

Saoirse Ronan spielt Rona in Nora Fingscheidts neuem Film "The Outrun", eine Frau auf der Suche nach Frieden mit sich und der eigenen Herkunft. "Rona" heißt "raue Insel". Genau dort, am Ende der Welt, ist sie aufgewachsen: auf den schottischen Orkney-Inseln. Die überwältigende Weite der Natur, die Enge des Elternhauses mit streng religiöser Mutter und bipolarem Vater – davor flieht Rona nach London und in den Alkohol. Um auszunüchtern kehrt sie zurück auf die Insel. Stellt sich dem Kampf mit sich selbst. Es ist die Geschichte einer Heilung. Wir sprechen mit der Regisseurin Nora Fingscheidt über ihren Film.

Ausstellung "Frans Hals. Seiner Zeit weit voraus" im Rijksmuseum Amsterdam

Von den drei großen Malern des 17. Jahrhunderts ist Frans Hals der am wenigsten bekannte. Völlig zu unrecht, wie eine Übersichtsausstellung des Rijksmuseums in Amsterdam beweisen wird. Frans Hals (1582/84 - 1666) malte ebenso virtuos wie Rembrandt, Vermeer und Velasquez, doch seine Bilder haben dazu noch eine gewisse Leichtigkeit. Die Menschen, die Frans Hals porträtierte, lachen, scherzen und stehen mitten im Leben, singen und saufen oder sind in ihren schönsten Kleidern würdig erstarrt. Es sind Adlige, wohlhabende Bürger, Honoratioren aber auch normale Arbeiter. Das Rijksmuseum hat nun für seine große Ausstellung viel Überzeugungsarbeit geleistet. So verlässt das Bild "Der lachende Kavallier" sein Londoner Museum zum ersten Mal seit 1870, ein Gruppenporträt aus Frans Hals' letzter Wohnstätte Haarlem reist zum ersten Mal überhaupt. Es ist die erste Hals-Schau seit 30 Jahren, mit der das Rijksmuseum seine Reihe der großen Klassiker nach Rembrandt und Vermeer fortsetzt. Wir haben sie besucht.

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