Kultur

"Kulturzeit" vom 14.11.2022: Katar und die Fußballweltmeisterschaft

Die Themen der Sendung: Katar und die Fußballweltmeisterschaft - Gespräch mit Moritz Rinke, raus aus der Wohnungslosigkeit, Nestroy-Preise, Bataclan-Film "Meinen Hass bekommt ihr nicht", die Rebellen von Jena.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2022
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 14.12.2022

Die Themen der Sendung:

Fußball-WM in Katar - Gespräch mit Moritz Rinke

Die Skyline von Doha - beleuchtete Gebäude im Vordergrund, dahinter eine Bucht und beleuchtete Wolkenkratzer am Horizont.
Doha
Quelle: reuters

Wenige Tage vor dem Start der Fußballweltmeisterschaft steht Katar im Fokus der medialen Berichterstattung. Regelmäßig würden die menschenunwürdigen Lebensbedingungen der Arbeitsmigranten in dem kleinen, aber superreichen Golfstaat thematisiert. Darüber beklagte sich Katars Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani kürzlich in einem Interview. Es sei ein Zeichen von Doppelmoral, wenn Deutschland einerseits die guten wirtschaftlichen Beziehungen im Bereich Energiepolitik betone, andererseits Katar aber systematisch wegen mangelnder Beachtung der Menschenrechte kritisiere. Dabei habe das katarische Herrscherhaus längst Reformen eingeleitet. Wie sind die Äußerungen des Außenministers zu bewerten? Und wie steht es tatsächlich um die Reformierbarkeit eines autokratischen Staates wie Katar? Wir sprechen mit dem Regisseur und Fußball-Fan Moritz Rinke.

Raus aus der Wohnungslosigkeit?

Etwa 256.000 Menschen in Deutschland sind obdach- oder wohnungslos, in Österreich sind es etwa 22.000. EU-weit stieg die Zahl der Obdachlosen in den vergangenen zehn Jahren um 70 Prozent. Die Zahlen werden wohl Corona- und kriegsbedingt etwa durch Insolvenzen schleichend weiter in die Höhe gehen. Hinzu kommen steigende Mietpreise bei stagnierenden Einkommen und Inflation. Die von der Ampelregierung versprochenen 100.000 Sozialwohnungen pro Jahr können den Mangel an bezahlbaren Wohnungen kaum auffangen. Elisabeth Hammer erklärt in ihrem Buch "Hinschauen statt Wegschauen – Wie eine Gesellschaft ohne Wohnungslosigkeit möglich ist", weshalb bezahlbares Wohnen auch in der Mitte der Gesellschaft zunehmend zum raren Gut wird, welche Strategien ihrer Ansicht nach gegen Wohnungslosigkeit funktionieren können und warum es beim Thema Wohnungslosigkeit auch darum geht, unsere eigenen Vorurteile zu hinterfragen. Hammer ist Geschäftsführerin der Wiener Sozialorganisation "neunerhaus", die obdachlosen Menschen ein würdevolles Leben ermöglichen will und sich für deren Entstigmatisierung einsetzt. Wir haben sie bei ihrer Arbeit begleitet.

Nestroy-Theaterpreis

Mit den Nestroy-Preisen werden herausragende Produktionen der Wiener und österreichischen Bühnen ausgezeichnet, sowie Künstlerinnen und Künstler der vergangenen Theatersaison geehrt. Die 86-jährige Burgtheater-Doyenne Elisabeth Orth erhielt den Preis für ihr Lebenswerk. Nach zweijähriger Pandemiebedinger Pause fand die Verleihung am 13. November wieder als Live-Gala im Wiener Arsenal statt.

Bataclan-Film "Meinen Hass bekommt ihr nicht"

Sie sind eine junge Familie: Hélène, Antoine und ihr 17 Monate alter Sohn Melvil. Es ist der 13. November 2015, als dieses Glück zerstört wird. Hélène ist an dem Abend im Pariser Club Bataclan, in dem Terroristen über 100 Menschen erschießen. Darunter auch Hélène. Der Film "Meinen Hass bekommt ihr nicht" erzählt die Geschichte von Antoine Leiris, der damals nur wenige Tage nach dem Attentat in einem bewegenden Social Media-Post erklärt: "Meinen Hass bekommt ihr nicht!" Er schreibt: "Freitagabend habt ihr das Leben eines außerordentlichen Wesens geraubt. Nein, ich werde euch nicht das Geschenk machen, euch zu hassen. Auch wenn ihr es darauf angelegt habt. Wir sind zwei, mein Sohn und ich, aber wir sind stärker als alle Armeen der Welt." Worte, die um die Welt gingen. Die NDR-Koproduktion zeigt in anrührenden Bildern, wie Antoine versucht, mit seinem Sohn in einer neuen Realität zurecht zu kommen.

Die Rebellen von Jena

Sie waren jung, voller Sturm und Drang. Sie hielten sich für genial. Sie kämpften mit Gedichten und Balladen für Freiheit und Selbstbestimmung, gegen Fürstenwillkür und Zensur. Der Jenaer Kreis um Schiller, Goethe, Fichte und Schlegel schuf ein völlig neues Lebensgefühl. Das Haus Schlegel wird zu einer Art Kommune 1 der Aufklärung. Von Zeitgenossen als "Schweinewirtschaft" beschimpft, trifft sich in ihrem Haus "der wohl turbulenteste Freundeskreis der deutschen Geisteswissenschaften". Sie propagierten das Ich, setzten eine Revolution des Geistes in Gang. Mit Folgen bis heute: die Frühromantik. Wir folgen den Spuren dieser Blütezeit vor 200 Jahren in Jena, die Bestsellerautorin Andrea Wulf mit ihrem neuen Buch "Fabelhafte Rebellen" eindrucksvoll schildert.

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