Kultur

"Kulturzeit" vom 12.12.2023: Deutsch-jüdische Positionen zum Krieg in Gaza

Die Themen der Sendung: Jüdische Positionen aus Deutschland, Nazikunst in Arnheim, neue Berlinale-Leitung, Stefanie Sargnagel, Kunst aus technischen Fehlern.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2023
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 24.03.2024

Die Themen der Sendung:

Tricia Tuttle wird neue Berlinale-Leiterin

Tricia Tuttle steht künftig an der Spitze der Berlinale. Kulturstaatsministerin Claudia Roth stellte die frühere Chefin des London Film Festivals BFI am 12. Dezember in Berlin als neue Leitung der Filmfestspiele vor. Die US-Amerikanerin soll das Festival im April 2024 übernehmen. Zuvor hatte sich der Aufsichtsrat der für die Berlinale zuständigen Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin (KBB) unter Vorsitz der Grünen-Politikerin mit der Personalie befasst. Roth hatte vor einigen Monaten angekündigt, die Berlinale solle künftig nur noch von einer Person geleitet werden als Nachfolge für das bisherige Führungsduo aus Carlo Chatrian (52) und Mariette Rissenbeek (67). Chatrian zog daraufhin Konsequenzen und kündigte an, das Festival nach der Ausgabe 2024 zu verlassen. Rissenbeek hatte bereits zuvor ihr Ausscheiden angekündigt.

Roth will nun die internationale Bedeutung der Filmfestspiele halten. Die Berlinale soll nach ihrer Vorstellung mit Cannes, Venedig oder Toronto in einer Liga spielen. Für die Nachfolge war eine Kommission unter Vorsitz von Roth auf der Suche nach einer geeigneten Person. Mit dabei waren auch Regisseur und Oscar-Preisträger Edward Berger ("Im Westen nichts Neues"), die Geschäftsführerin der Deutschen Filmakademie Anne Leppin, die Schauspielerin Sara Fazilat oder der Produzent Roman Paul. Zahlreiche Filmschaffende hatten Roth in Zusammenhang mit dem geplanten Führungswechsel kritisiert. Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals. Die nächste Ausgabe ist vom 15. bis zum 25. Februar 2024 geplant.

Deutsch-jüdische Positionen zum Krieg in Gaza

Nach dem Angriff der Hamas am 7. Oktober fühlen sich viele Jüdinnen und Juden heute wieder unsicher in Deutschland. Und viele sind enttäuscht über die zunächst ausbleibenden Reaktionen nach dem Massaker an israelischen Zivilisten. Wo bleibt das Mitgefühl? Erst nach und nach erklären sich Menschen aus Kultur und Gesellschaft solidarisch. Doch viele Jüdinnen und Juden haben Angst angesichts zunehmender antisemitischer Bedrohungen. Wie leben Jüdinnen und Juden heute in Deutschland, wie haben sie die Wochen nach dem 7. Oktober empfunden? Wir haben mit Sascha Chaimowicz, Dana Vohwinckel und Shai Hoffmann gesprochen.

Wie geht es Alexej Nawalny? - Gespräch mit Armin Coerper

Der Aufenthaltsort des inhaftierten russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny ist seinen Unterstützern zufolge weiter unklar. Nawalny sei erneut nicht zu einer Gerichtsanhörung per Videoschaltung erschienen, teilte seine Sprecherin Kira Jarmysch am 12. Dezember mit. Sie bekräftigte ihre Erklärung vom Vortag, dass der 47-Jährige aus dem Straflager IK-6 in Melechowo rund 240 Kilometer östlich von Moskau verlegt werde. Die russische Führung wies Fragen nach seinem Verbleib zurück. Es gehe um einen Gefangenen, der nach dem Gesetz schuldig gesprochen worden sei und seine Strafe verbüße, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. "Hier halten wir jede Einmischung von irgendjemandem, einschließlich der USA, für inakzeptabel und unmöglich." Die US-Regierung hatte zuvor Sorgen über das Wohlergehen Nawalnys geäußert. Man habe die russischen Behörden daran erinnert, dass sie verantwortlich seien für das, was Nawalny widerfahre, teilte das US-Außenministerium mit. Wir sprechen mit Armin Coerper, ZDF-Studioleiter in Moskau, über den Verbleib von Nawalny.

Nazikunst in Holland - das Museum Arnheim stellt Propagandakunst aus

Das Museum der Stadt Arnheim traut sich, wovor deutsche Museen bis heute zurückschrecken: eine Ausstellung bombastformatiger NS-Kunst von Größen des Dritten Reiches wie Claus Bergen, Paul Mathias Padua und Josef Thorak. Die Werke waren zuletzt von 1937 bis 1944 in der "Großen Deutschen Kunstausstellung" in München zu sehen und wurden nach dem Krieg größtenteils von den Amerikanern erbeutet. Gezeigt wurden sie seitdem nie wieder öffentlich, weil die USA fürchteten, dass die Deutschen nicht damit umgehen könnten. Was in Deutschland bisher unmöglich schien - eine kluge, kritische und reflektierte Auseinandersetzung mit NS-Kunst - schafft das Museum Arnheim.

Knistern, Ruckeln, Glitch: Wie technische Fehler zu einer neuen Kunstform werden

Sie gehören wie selbstverständlich zu unserem Alltag: Smartphones, Monitore oder Digitalradios. Doch erst der Moment einer Störung – ein zersplittertes Handy-Display, ein eingefrorenes Bild im Videocall oder ein Knistern in der Musikübertragung – lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die technische Beschaffenheit dieser Medien. Wie diese Fehler in der Kunst produktiv genutzt werden können, das zeigt das junge und unberechenbare Genre der Glitch Art. Die Münchner Pinakothek der Moderne widmet ihr bis zum 17. März 2024 eine große Sonderausstellung: "Glitch. Die Kunst der Störung".

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