Kultur

"Kulturzeit" vom 24.11.2022: Iranische Frauen kämpfen für ihre Freiheit

Die Themen der Sendung: Iran - der Kampf der Frauen für ihre Freiheit, Iran im Menschenrechtsrat - Gespräch mit Düzen Tekkal, Marina Davydova in Salzburg, Musical "Neptune Frost" und 50. Todestag Mani Matter.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2022
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 24.12.2022

Die Themen der Sendung:

Iran - die mutige Entscheidung der Frauen

Zwei Monate dauern die Proteste in Iran schon an. Vor allem Frauen kämpfen um ihre Freiheiten. Offen reden können allerdings nur diejenigen, die vom Ausland aus die Proteste verfolgen, wie die israelische Sängerin mit iranischen Wurzeln, Liraz Charhi und die iranische Schauspielerin Donya Madani, die derzeit in Deutschland lebt.

Iran im Menschenrechtsrat - Gespräch mit Düzen Tekkal

Westliche Nationen im UN-Menschenrechtsrat haben an die iranische Regierung appelliert, das brutale Vorgehen gegen die Protestbewegung im Land zu beenden. Deutschland und Island brachten am 24. November einen Vorschlag ein, Menschenrechtsverletzungen im Iran zu untersuchen und aufzuarbeiten. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock sagte laut einem von ihrem Ministerium veröffentlichten Redetext: "Seit über zwei Monaten müssen wir Tag für Tag bezeugen, wie Iranerinnen und Iraner Opfer von brutaler Gewalt und staatlicher Willkür werden. Unser Respekt gilt den Frauen, Männern und Kindern, die ihre Stimme erheben. Unser ganzer Einsatz gilt den Menschen, die ihre Rechte mit Mut und Würde einfordern. Denn allein für diese Forderungen werden sie zu Hunderten getötet, zu Tausenden verhaftet und zu Millionen unterdrückt." 

Die iranische Gesandte Chadidscheh Karimi sprach von einer "politisch motivierten" Initiative Deutschlands mit dem Ziel, "die Menschenrechtslage im Iran zu verzerren". Sie äußerte aber Bedauern über den "unglücklichen Tod" der jungen Iranerin Mahsa Amini, der im September die Proteste ausgelöst hatte. Der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Volker Türk, appellierte an die iranischen Behörden, die Gewalt gegen friedliche Demonstranten zu beenden, alle freizulassen, die deswegen festgenommen worden seien und ein Moratorium für die Todesstrafe zu verkünden. Wir sprechen mit der Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal über die Entwicklung.

Marina Davydova wird neue Schauspielchefin in Salzburg

Die aus Russland geflüchtete Regisseurin und Theaterkritikerin Marina Davydova wird ab 2024 die Schauspielsparte der Salzburger Festspiele verantworten. Das Repertoire des Festivals solle unter Davydova verstärkt international ausgerichtet werden, sagte Intendant Markus Hinterhäuser. Davydova floh nach dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im März aus ihrer Heimat nach Berlin. Sie war mit Drohungen und Überwachung konfrontiert, nachdem sie eine Petition gegen den Krieg verfasst hatte. "Künstler können in Zeiten politischer und sozialer Katastrophen ihre Ressourcen als Person des öffentlichen Lebens nutzen, zur Meinungsbildung beizutragen", sagte sie in einer Mitteilung der Salzburger Festspiele. Die Kunst selbst solle jedoch nicht in Geiselhaft für aktuelle Entwicklungen genommen werden, betonte sie.

Die 1966 im aserbaidschanischen Baku geborene Davydova ist Theaterhistorikerin und war lange Jahre Kritikerin für die Zeitung "Iswestija". Sie leitete 23 Jahre lang das von ihr mitbegründete internationale Festival NET (New European Theatre) in Moskau. In Deutschland konzipierte und inszenierte sie 2017 das Stück "Eternal Russia" am Hebbel am Ufer in Berlin, 2019 folgte "Checkpoint Woodstock" am Hamburger Thalia Theater.

Filmstart: Musical "Neptune Frost"

Auf den Hügeln von Burundi hat sich eine Gruppe entflohener Coltan-Minenarbeiter zu einem aufständischen Computer-Hacker-Kollektiv zusammengeschlossen. Von ihrer Elektroschrott-Deponie aus versuchen sie, das autoritäre Regime zu stürzen, das die natürlichen Ressourcen der Region sowie deren Bewohner ausbeutet. Als ein intersexueller Drifter und ein entflohener Coltan-Arbeiter durch kosmische Kräfte zueinanderfinden, löst ihre Verbindung eine entscheidende Veränderung aus. Das virtuose afro-futuristische Musical verschmilzt reale und digitale Welt zu einer herausfordernden Mischung und ergänzt die mythische Welt um antikoloniale und ökofeministische Positionen. Nach einer erfolgreichen Festivaltour kommt der Film am 24. November in die deutschen und österreichischen Kinos.

50. Todestag von Mani Matter

Am 24. November 1972 starb der Berner Liedermacher Mani Matter bei einem Autounfall. Für seine Lieder war und ist er in der ganzen Schweiz bekannt. Doch Matter war nicht nur Musiker. Er war auch Dramatiker, Politiker, Vater und Idol. Die wenigsten wissen, dass sich der Liedermacher neben seiner Mundartlyrik auch im dramatischen Fach versucht hat – und das auf Hochdeutsch. 1966 und 1967 schrieb Mani Matter eine ganze Reihe von Texten, meist in pointierter Kurzform. Eine Auswahl davon hat der Dramaturg Charles Benoit zu einem Hörspiel montiert. Und Schweizer Musikschaffende wie Crimer, Lo & Leduc oder Veronica Fusaro haben den Liedern neue Soundkleider verpasst.

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