Kultur

"Kulturzeit" vom 11.01.2023: Frauenhass in Iran - der Film "Holy Spider"

Die Themen der Sendung: Iran-Film "Holy Spider", "Die geheimste Erinnerung der Menschen" von Mohamed Mbougar Sarr - Gespräch mit Iris Radisch, Ausblicke 2023 - Teil 3: Bibiana Beglau & Jasmin Shakeri, Denkmalsturz in der Ukraine.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2023
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 11.04.2023

Die Themen der Sendung:

"Holy Spider"- Ein Film über religiösen Fanatismus und Frauenhass im Iran

Filmstill aus "Holy Spider": Frau mit Kopftuch schaut in die Kamera.
Filmstill aus "Holy Spider"
Quelle: ap

Seit Wochen protestieren die Frauen im Iran und man könnte meinen, sie hätten den Film "Holy Spider" gesehen. Es ist der Film zur Stunde, ein Epos über eine emanzipierte Frau unter religiösen Fanatikern. Zar Amir Ebrahimi spielt eine toughe Journalistin, die über eine Serie von Frauenmorden recherchiert. Für ihre Darstellung wurde sie in Cannes mit einer Palme ausgezeichnet und ist ebenfalls für den europäischen Filmpreis nominiert. Der Film lehnt sich an die wahre Geschichte des sogenannten Spinnenmörders Saed Hanai an, der im Iran um die Jahrtausendwende 16 Prostituierte ermordete. Das Besondere: Der Fanatiker sah sich auf einer heiligen Mission, glaubte seine Stadt von der Unmoral zu säubern. Der Film "Holy Spider" des gebürtigen Iraners Ali Abbasi ist wie ein klassischer Thriller aufgebaut, zeigt die komplizierte Suche der Journalistin nach dem Mörder. Mehr und mehr werden ihr Steine in den Weg gelegt, es scheint, als seien die Behörden nicht daran interessiert, den Mann zu fassen, religiöse Kräfte scheinen ihn zu schützen. Tatsächlich wurde der Mann, als er endlich gefasst war, von vielen Iranern gefeiert wie ein Held und wäre beinahe freigesprochen worden. Auch das zeigt der Film. Spätestens da sitzt man im Kinosessel mit einer Mischung aus Ungläubigkeit, Empörung und Entsetzen. Das macht "Holy Spider" zu einem sehr genau beobachteten Sittenbild dieses Landes, in dem sich eine ewiggestrige Clique gegen überfällige Erneuerungen sträubt. Ein spannender und kluger Film, der den Zuschauer in den Bann zieht. Als Thriller fesselnd, als Sittenbild erschütternd. Und ein geradezu prophetischer Blick auf religiösen Fanatismus, der den Iran gerade zerreißt.

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