Kultur

"Kulturzeit extra: Tom Cruise & Co in Cannes"

Das wichtigste Filmfestival der Welt in Cannes lockte mit Superstars: Mit dabei auch Tom Cruise, der die ‎Weltpremiere von "Top Gun 2: Maverick" feierte - 30 Jahre nach seinem bisher einzigen Auftritt in Cannes. Die Goldene Palme nahm allerdings Ruben Östlund entgegen, für "Triangle of Sadness".‎

Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 29.08.2022

Es war bereits die zweite Goldene Palme für den schwedischen Regisseur. 2017 gewann er mit der bösen Satire "The Square" bereits den Hauptpreis an der Croisette. Diesmal war er wieder mit einer nicht minder bösen Satire im Wettbewerb vertreten. In "The Triangle of Sadness" widmet er sich der Welt der Influencer, Reichen und Schönen auf einer Luxusjacht. Mit an Bord als trinkfester Kapitän ist Hollywood-Star Woody Harrelson. Nachdem die Luxusjacht von Piraten gekapert wird, stranden ein paar der Schiffsreisenden auf einer Insel, wo die Hierarchien umgekehrt werden. "Triangle of Sadness" handelt von der Absurdität des Kapitalismus, Machtverhältnissen und von sozialer Ungleichheit.

Mit dem Großen Preis der Jury, der zweitwichtigsten Auszeichnung des Festivals, wurden die französische Filmemacherin Claire Denis ("Stars at Noon") sowie der Belgier Lukas Dhont für "Close" geehrt. Der Preis für die beste Regie ging an Park Chan-wook ("Decision to Leave"). Die iranische Schauspielerin Zar Amir Ebrahimi nahm den Preis als beste Schauspielerin entgegen. Sie verkörpert in "Holy Spider" von Ali Abbasi eine mutige Journalistin, die einem Serienmörder auf der Spur ist. Als bester Schauspieler wurde der Südkoreaner Song Kang-ho für seine Rolle in "Broker" von Hirokazu Koreeda gewürdigt. Der Preis der Jury wurde an "Le Otto Montagne" von Charlotte Vandermeersch und Felix Van Groeningen sowie zu gleichen Teilen an "EO" von Jerzy Skolimowski vergeben. Der Schwede Tarik Saleh wurde mit dem Preis für das beste Drehbuch für seinen Film "Boy from Heaven" geehrt.

In Cannes trafen Glamour und große Filmkunst auch auf die Schatten der Politik: "Wird die Filmwelt still bleiben oder wird sie die Stimme erheben?", fragte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi mit Blick auf den Ukraine-Krieg in seiner Video-Ansprache zur Eröffnung. Beim Publikum erntete er dafür stehende Ovationen. Zu Wladimir Putins Überfall auf die Ukraine hatte das Filmfestival sich bereits im Vorfeld positioniert – und alle offiziellen Filmteams aus Russland ausgeladen. Der französische Titel des Eröffnungsfilms "Z" wurde geändert in "Coupez!", auch das begrüßte die Festivalleitung.

Bühne für die Weltpolitik: Ukraine-Krieg auch in Cannes Thema

Ausdrücklich willkommen waren dagegen die Werke systemkritischer Filmschaffender aus Russland, die traditionell Teil des Programms von Cannes sind, wie "Tchaikovski's Wife" des russischen Regisseurs Kirill Serebrennikow, der bis vor kurzem in Russland unter Hausarrest stand. Er konkurrierte in diesem Jahr unter anderem mit David Cronenberg im Wettbewerb um die Goldene Palme und äußerte sich bei der Vorstellung seines Filmes am 19. Mai in Cannes gegen einen Boykott russischer Kultur: "Ich verstehe, dass die Menschen einen Boykott fordern. Weil es ihnen so schlecht geht, weil sie so sehr leiden. Weil der Schmerz so groß ist über das, was mit ihrem Land gerade geschieht. Doch ein Kulturboykott auf Grund der Nationalität ist - nun ja, wir waren doch schon einmal an diesem Punkt in der Geschichte. Es scheint mir unmöglich, das zu akzeptieren. Um ehrlich zu sein, das ist nicht der richtige Weg. Denn Kultur ist wie Luft, wie Wasser in den Wolken - sie lebt unabhängig von dir und mir und von der derzeitigen Politik."

Auch Filme aus der Ukraine wurden in Cannes präsentiert. Darunter Sergei Loznitsas neues Werk "Die Naturgeschichte der Zerstörung". Loznitsa trat nach Beginn des Krieges aus Protest gegen die schwache Reaktion aus der Europäischen Filmakademie aus. Er verurteilte aber auch einen Generalboykott russischer Filme, weshalb ihn wiederum die ukrainische Filmakademie ausgeschlossen hat. Auch gezeigt wurde der posthum vollendete Film "Mariupolis 2" des in der ukrainischen Stadt getöteten litauischen Regisseurs Mantas Kvedaravicius. Er war im April in der ukrainischen Stadt, um mutmaßliche russische Kriegsverbrechen zu dokumentieren und wurde von russischen Soldaten erschossen.

Themen wie Kriegsangst, Horror und das Streben nach nationaler Einheit spielen bei den ukrainischen Filmemacher*innen schon seit der Annexion der Krim durch Russland und dem Krieg im Donbass eine entscheidende Rolle. Schon immer versteht sich das Festival von Cannes auch als Bühne für die Weltpolitik.

Überraschend Ehrenpalme für Tom Cruise

Viele Schwergewichte aus Hollywood wurden in Cannes erwartet. Mit einer Flugshow der französischen Kunstfliegerstaffel und einer unangekündigten Goldenen Ehrenpalme hat das Festival am 19. Mai den US-Schauspieler Tom Cruise geehrt. Der 59-Jährige war zur Cannes-Premiere des Films "Top Gun 2: Maverick" dem Filmthema entsprechend im Hubschrauber an der Croisette gelandet. Der Film war schon lange vor dem Ukraine-Krieg fertig und will zeitlos sein. Er trifft jetzt aber auf einen Zeitgeist, in dem auch Pazifisten über schwere Waffen für die Ukraine sprechen, denn nun steht die Welt am Rande eines globalen Konflikts. Auf der Pressekonferenz äußerte Cruise sich lieber über die Zukunft des Kinos: "Filme fürs Kino brauchen eine besondere Handschrift, und ich mache nur Filme für die große Leinwand. Mir ist schon klar, dass sie später auch anders ausgewertet werden - das ist okay. Aber ich will, dass meine Filme das erste Kinowochenende überdauern. Ich möchte mit meinen Filmen das Publikum unterhalten. Kino ist meine große Leidenschaft."

Neben Tom Cruise hatte sich auch Tom Hanks angesagt. Er spielt im neuen "Elvis"-Biopic von Baz Luhrmann den Manager der Rock'n'Roll-Ikone. Der US-Schauspieler Forest Whitaker erhielt die Goldene Ehrenpalme und erklärte, es sei "ein Privileg, zu diesem schönen Festival zurückzukehren, um meine Arbeit auszustellen". Whitaker hatte bereits 1988 den Preis für den besten Darsteller erhalten.

Die Erwartungen der internationalen Filmwelt waren riesig an das Festival aller Festivals, das nach drei Jahren endlich wieder an seinem angestammten Termin im Mai sein 75. Jubiläum beging. Große Namen von Anthony Hopkins über Tilda Swinton, Idris Elba, Viggo Mortensen und Léa Sedyoux wurden gehandelt. "Kulturzeit" blickt auf die besonderen Momente des Filmfestivals und spricht mit den Filmemacher*innen der Stunde.

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