Kultur

"Kulturzeit extra: Auschwitz und wir - Wie der Shoah gedenken?"

Die Deutschen galten als vorbildlich bei der Aufarbeitung der Vergangenheit. Doch heute nehmen Antisemitismus und Geschichtsverdrossenheit zu. Wie sieht die aktuelle Erinnerungskultur aus? Ein "Kulturzeit extra" zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2022
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 17.01.2023

Der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar mahnt die heute Lebenden. Doch was, wenn dieses Gedenken große Teile der Gesellschaft nicht mehr erreicht? Kulturzeit-Moderatorin Cécile Schortmann spricht unter anderen mit Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, über die aktuelle Erinnerungskultur.

Salzborn: Aufarbeitung der Vergangenheit ist größte Lebenslüge der Bundesrepublik

Auf einer Stele des Holocaust-Mahnmals in Berlin liegen zwei Rosen neben einem Grablicht und einem Blatt Papier, auf dem der Schriftzug #weremember zu lesen ist.
Gedenken an die Opfer des Holocaust
Quelle: Imago

Welche Wirkung geht von diesem Gedenktag mit seinen fast schon ritualisierten Kranzniederlegungen, Veranstaltungen mit Zeitzeugen und alljährlich wiederkehrenden Berichten über die Gedenkarbeit in Konzentrationslagern heute noch aus? Laut einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen verbinden 70 Prozent der befragten Deutschen mit dem Datum 27. Januar nichts, beim 9. November denken laut Forsa-Umfrage nur 13 Prozent an die Reichspogromnacht. Bei der Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, die rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland untersucht, ärgerten sich 2018/19 gut die Hälfte der Befragten darüber, dass den Deutschen heute noch Verbrechen an den Jüdinnen und Juden vorgehalten würden. "Der Glaube an eine tatsächliche Aufarbeitung der Vergangenheit ist nichts weniger als die größte Lebenslüge der Bundesrepublik", zu diesem radikalen Schluss kommt Samuel Salzborn, Politologe und Antisemitismusbeauftragter des Landes Berlin.

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Erinnern an den Holocaust heute

Lange waren die Deutschen stolz auf ihre Erinnerungskultur. Doch dieser Grundkonsens wird zunehmend in Frage gestellt.

Wie nachhaltig ist die Erinnerungskultur?

Die historische Botschaft erreicht längst nicht die gesamte Gesellschaft und ihre Mahnung reicht offenbar nicht aus, um zu verhindern, dass Antisemitismus vermehrt und offener zu Tage tritt. "Du Jude" gehöre heute zu den häufigsten Schimpfwörtern auf deutschen Schulhöfen, zu diesem Ergebnis kommt die Frankfurter Soziologin Julia Bernstein in einer Studie. Und nicht erst seit dem Anschlag in Halle denken Jüdinnen und Juden in Deutschland vermehrt über Auswanderung nach. An der Problematik der Gedenktage offenbart sich eine grundlegende Frage: Wie steht es um die Erinnerungskultur und die Mahnung der Shoah für die Gegenwart? Und könnte in den Möglichkeiten digitaler Medien nicht auch eine Chance liegen?

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Holocaust-Gedenken an Schulen

Schulen spielen eine zentrale Rolle bei der Vermittlung von Geschichte und beim Gedenken an die Shoah. Wir haben Schüler*innen bei der Erinnerungsarbeit begleitet.

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Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar.

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