Kultur

Erinnern an den Holocaust als "Gedächtnistheater"

Jahrzehntelang waren die Deutschen stolz auf ihre Erinnerungskultur. Doch dieser Grundkonsens wird nicht nur von Rechtspopulisten wie der AfD in Frage gestellt. Auch Jüdinnen und Juden sehen sich zunehmend als Statisten in einem Theater, bei dem es vor allem um eine "Wiedergutwerdung" der deutschen Gesellschaft geht.

Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 27.01.2023

Juden werde dabei eine bestimmte Funktion zugeschrieben - so zumindest sieht es der Soziologe Michael Bodemann, der bereits 1996 den Begriff des "Gedächtnistheaters" geprägt hat. Auch der Autor und Lyriker Max Czollek kritisiert, dass Juden in Deutschland mit der deutschen Erinnerungskultur in Stereotypen gedrängt werden und ihnen Rollen zugewiesen werden, die nur wenig Raum für die Entwicklung eigener Identitäten und Perspektiven auf das unauflösbare historische Grauen des Holocaust und auf die Schuld der Deutschen zulässt. Der Politikwissenschaftler Samuel Salzborn geht noch einen Schritt weiter: er hält den Glauben an eine tatsächliche Aufarbeitung des Holocaust für die größte Lüge der Bundesrepublik. Tatsächlich bestimmten Schuldabwehr und latenter Antisemitismus heute die Psychologie der Deutschen.

Wie hat sich das Erinnern in Deutschland historisch entwickelt, welche Bruchlinien und blinde Flecken gibt es? Ist das Mantra der "Versöhnung durch Erinnerung" eine Floskel, die es der Mehrheitsgesellschaft leichter macht mit der Vergangenheit abzuschließen? Wie könnte ein "Wir" im Erinnern entstehen, das jüdischen Perspektiven in der Gegenwart größeren Raum gibt? Wir sprechen mit Soziologe Michael Bodemann, Politikwissenschaftler Samuel Salzborn und Lyriker Max Czollek über das kollektive Erinnern in Gegenwart und Vergangenheit.

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