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Kultur

In Erinnerung an Alfred Biolek

Seine Fernsehkarriere startete Alfred Biolek 1963 beim ZDF. In Erinnerung an den verstorbenen TV-Moderator eine Archivperle von damals: Alfred Biolek erklärt die Mainzelmännchen.

Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 23.07.2022

Alfred Franz Maria Biolek, kurz "Bio", gilt als einer der Pioniere der Talk- und Kochshows in Deutschland. Als "Allroundtalent des deutschen Fernsehens" würdigte ihn der WDR-Intendant und ARD-Vorsitzende Tom Buhrow.

Fernsehkarriere beginnt beim ZDF

Geboren wurde Alfred Biolek am 10. Juli 1934 in Freistadt im heutigen Tschechien. Seine Fernsehkarriere begann er 1963 als Justiziar in der Rechtsabteilung des ZDF, wechselte aber bald ins Programm, unter anderem als Moderator in Sendungen wie "Tips für Autofahrer", "Urlaub nach Maß", "Nightclub" und "Die Drehscheibe".

1969 ging Biolek zur Münchner Film-Fernseh-Produktionsgesellschaft Bavaria, wo ihm mit Rudi Carrells Samstagabendshow "Am laufenden Band" (ARD) sein Durchbruch als Produzent gelang. Er holte Monty Python nach Deutschland und entdeckte in der Amsterdamer Kleinkunstszene Hermann van Veen. Privat brach er mit seinem bürgerlichen Leben und begann, offen schwul zu leben. "1969, als der Paragraf gegen die Schwulen abgeschafft wurde, habe ich meine Krawatten rausgerissen und weggeschmissen und angefangen, ein anderes Leben zu leben", erinnerte sich Biolek später. 1991 outete ihn Filmemacher Rosa von Praunheim in der RTL-plus-Talkshow "Explosiv - der heiße Stuhl". Als schmerzhaften Schlag beschrieb Biolek den damaligen Fernsehskandal später, um nachzuschieben: "Es hat wehgetan, aber es hat die Verspannung gelöst".

30 Jahre im deutschen Fernsehen präsent

Seinen eigenen Durchbruch als Moderator schaffte Biolek ab 1976 in der WDR-Talkreihe "Kölner Treff". Danach war er regelmäßiger Gast auf dem Bildschirm: Nach Sendungen wie "Bio's Bahnhof", "Bei Bio", "Show-Bühne" und der Spielshow "Mensch Meier" ging schließlich 1991 "Boulevard Bio" auf Sendung. Mit der Kochsendung "Alfredissimo" verabschiedete er sich 2006 nach rund 30 Jahren vom Fernsehen.

Seinen hohen Bekanntheitsgrad nutzte Biolek auch für soziales Engagement. 2000 wurde er zum UN-Sonderbotschafter für Weltbevölkerung ernannt und engagierte sich im Kampf gegen Aids und für Sexualaufklärung. 2005 gründete er die "Alfred Biolek Stiftung - Hilfe für Afrika", die sich dafür einsetzt, jungen Menschen in Afrika einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.

Die vergangenen Jahre hatte Biolek mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und lebte weitgehend zurückgezogen in Köln. Dort ist er knapp zwei Wochen nach seinem 87. Geburtstag gestorben. 100 wolle er gar nicht werden, sagte er vor einem Jahr dem Privatsender RTL. "Da ist man, glaube ich, zu alt." Und, zog "Bio" einmal als Fazit: "Ich habe mehr erreicht im Leben, als ich mir erträumt hatte".

Kulturzeit mit Material von KNA/dpa/epd/AFP

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