Kultur

"Kulturzeit" vom 12.09.2022: "Into the Ice" - Grönlands Eis und der Klimawandel

Die Themen der Sendung: Dokumentarfilm "Into the Ice", Stefan Schulz "Die Altenrepublik" - Gespräch mit dem Autor, Preise bei den Filmfestspielen Venedig, Nachruf auf Javier Marias, der Film "L’Immensità" und Pete Doherty als Künstler.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2022
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 12.10.2022

Die Themen der Sendung:

Dokumentarfilm "Into the Ice"

Gletscher auf Grönland
Szene aus "Into the Ice"
Quelle: Rise and Shine Cinema

Das Eis schmilzt, der Meeresspiegel steigt. Dürre und Hitzesommer sind Indikator des globalen Klimawandels, den die Eisschmelze an den Polen entscheidend vorantreibt. Das wissen wir alles. Aber wie schnell das passiert, weiß niemand. Obwohl das vielleicht die drängendste Frage ist, auf die wir eine Antwort finden müssen. Computersimulationen, Satellitenbilder klären hier nichts. Man muss rein ins Eis, in seinen schmelzenden Kern. "Into the Ice" nennt der dänische Filmemacher Lars Ostenfeld, bekannt für spektakuläre Wissenschaftsdokus, seine Feldforschung mit der Kamera. Der Film liefert faszinierende Fakten über das Eis, zugleich wird Forschung hier als hochemotionales, sinnliches Abenteuer inszeniert. Auf den Grund einer "Gletschermühle" müssen die Glaziologen, um dem Eis sein Geheimnis zu entreißen: Wie schnell geht es mit der Schmelze, was kommt da an Wassermassen auf uns zu? Lars Ostenfelds Regiearbeit ist eine Auseinandersetzung mit einer in seiner Tragweite noch immer unterschätzen Thematik.

"Die Altenrepublik" - Gespräch mit Stefan Schulz

In Deutschland leben so wenig junge Menschen wie noch nie. Die 15- bis 24-jährigen machen laut Statistischem Bundesamt nur noch zehn Prozent der Bevölkerung aus. Bundesweit zählen wir bald jährlich eine halbe Million mehr Neu-Rentner als Menschen, die die Volljährigkeit erreichen. Und das die nächsten 20 Jahre lang. In manchen Bundesländern wird es mehr Menschen mit Pflegestufe geben als Wähler unter 30. Das hat Konsequenzen sowohl für die Jungen, als auch für die Wirtschaft. In seinem Buch "Die Altenrepublik" erklärt Stefan Schulz "Wie der demographische Wandel unsere Zukunft gefährdet". Wir sprechen mit dem Autor über die demographische Zukunft in den 3sat-Ländern.

Schriftsteller Javier Marias gestorben

Der spanische Schriftsteller Javier Marías, Autor des Welterfolgs "Mein Herz so weiß", ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Wie sein Verlagshaus in Madrid mitteilte, starb er an den Folgen einer Lungenentzündung. Der Schriftsteller habe bereits seit einigen Wochen unter einer Lungenentzündung gelitten, die sich verschlimmert habe. Nach Informationen der Zeitung "El Mundo" war die Lungenentzündung die Folge einer Corona-Infektion. Marías gilt als einer der großen Autoren der spanischen Gegenwartsliteratur. Seine Werke wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt und in fast 60 Ländern veröffentlicht. Zu seinen größten Erfolgen zählen neben "Mein Herz so weiß" (1993) auch "Morgen in der Schlacht denk an mich" (1994) oder "Alle Seelen" (1989). 2021 veröffentlichte er seinen letzten Roman, "Tomás Nevinson".

Preise des Filmfestivals in Venedig

Zum Abschluss der Filmfestspiele von Venedig wurden die Preise verliehen. Sieger war der Dokumentarfilm "All the Beauty and the Bloodshed" von Laura Poitras. Die katholische Signis-Jury zeichnete "Chiara" von Susanna Nicchiarelli aus. Wir stellen die Filme vor.

"L’Immensità" von Emanuele Crialese in Venedig

Rom in den 1970ern, ein Neubauviertel, gehobener Mittelstand. Die Borghettis sind eine junge, schöne Familie. Mamma Clara geht auf in der Liebe zu ihren drei Kindern. Doch sehr schnell merkt man: Nichts hier ist, wie es scheint. Es geht um Familie, es sind die 70er, es gibt immer noch Tabus, Verbote und viele Abgründe. "Es geht um Familie", sagt Regisseur Emanuele Crialese. "Und um Freiheit. Die Freiheit, du selbst zu sein. In einem Kontext, in dem alles sehr stark reguliert ist und du möchtest irgendwie rauskommen aus dieser Reglementierung. Du fühlst die Notwendigkeit, zu zeigen, wie du bist. Du musst fühlen, wer du bist. Und es ist für dich wesentlich, dass du wahrgenommen wirst als die Person, die du bist. Also: es ist ein Film über familiäre Beziehungen. Und: über Identität." Es gelten noch immer die alten Machtstrukturen. Zumal im katholischen Italien. Die bunte, freizügige Mode - lediglich hübsche Oberfläche. Der Mann sagt, wo es langgeht. Was Clara ständig schmerzhaft erfährt. Alle Versuche auszubrechen sind zum Scheitern verurteilt.

Comeback: Peter Doherty als bildender Künstler in Berlin

Weltstar und Enfant Terrible, nicht nur aufgrund seiner aufsehenerregenden Beziehung mit Supermodel Kate Moss und der Sängerin Amy Winehouse, auch wegen seiner Karriere als Junkie und Bandleader der britischen Band "The Libertines". Kaum jemand weiß aber, dass Peter Doherty auch ein besessener Bildender Künstler ist, der sein exzessives Leben in außergewöhnlich intimen Bildern und Collagen verarbeitet. Nun, da er endlich clean ist, hat er nicht nur seine Autobiografie veröffentlicht, sondern zeigt in der "janinebeangallery" in Berlin erstmals einen umfassenden Überblick über sein künstlerisches Werk aus allen Schaffensphasen.

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