Kultur

"Kulturzeit" vom 18.01.2024: "Correctiv"-Enthüllungen um AfD auf der Bühne

Die Themen der Sendung: "Correctiv"-Lesung am Berliner Ensemble, Auschwitz-Prozesse, Film "Poor Things", Iris Radisch über Zeruya Shalevs "Nicht ich".

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2024
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 18.04.2024

Die Themen der Sendung:

"Correctiv"-Recherche zu Geheimtreffen mit AfD als szenische Lesung auf der Bühne des Berliner Ensembles

Eine Woche nach ersten Berichten über ein Treffen von rechten Aktivisten mit Politikern von AfD und CDU in Potsdam hat das Medienhaus "Correctiv" weitere Details enthüllt. Bei einer szenischen Lesung aus der investigativen Recherche im Berliner Ensemble machten die Journalisten neue Vorwürfe gegen einen der Teilnehmer publik. Es geht laut "Correctiv" um einen Mitarbeiter eines AfD-Bundestagsabgeordneten und um angebliche Aktionen gegen linke Aktivisten. Im Theater lasen Schauspieler*innen die Ergebnisse der aufwendigen Recherche mit verteilten Rollen. Sie gruppierten sich, formell gekleidet, um eine weiß gedeckte Tafel auf der Bühne und schlüpften in die Rollen der diversen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die AfD und die Werteunion haben die Bedeutung des Treffens heruntergespielt und "Correctiv" kritisiert. Trotzdem ist die Wirkung auf der Bühne des Berliner Ensembles enorm. Im ausverkauften Theater spendeten die Zuschauer minutenlang Applaus nach der Lesung, die auch in andere Theater und im Internet übertragen wurde. Aus dem Publikum gab es zudem Sprechchöre: "Alle zusammen gegen den Faschismus." Der Publizist Michel Friedman lobte die Recherche nach der Vorstellung als "großartige Leistung von freiem Journalismus".

60 Jahre Auschwitz-Prozesse: Die Täter

Es war einer der größten Prozesse der Nachkriegszeit und das bis dahin wichtigste Verfahren gegen die Nazi-Verbrechen in Deutschland. Der erste Auschwitz-Prozess begann fast 20 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und kurz vor Weihnachten 1963. 22 Täter waren damals angeklagt, mehr als 350 Zeugen wurden angehört. Dass es überhaupt zum Prozess kam in einer Zeit, in der die meisten Deutschen die dunkle Vergangenheit verdrängen wollten und lieber die Wirtschaftswunderjahre genossen, ist dem hartnäckigen Einsatz des hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer zu verdanken. Ihm war es ein persönliches Anliegen, die Verbrechen der Nationalsozialisten aufzuarbeiten: Bauer war 1933 einige Monate lang selbst in KZ-Lagerhaft. Eine Reihe beleuchtet nun den Werdegang der Auschwitzprozesse in Frankfurt.

Emma Stone in "Poor Things"

Regisseur Yorgos Lanthimos zeigt eine moderne, weibliche Interpretation von "Frankenstein", das die Männerwelt aus den Angeln hebt und sich in wahrhaft fantastischer Manier allen Regeln des Patriarchats im Viktorianischen Zeitalters widersetzt. Emma Stone brilliert als Monster, definiert Themen wie Emanzipation, Sex, Weiblichkeit und Unabhängigkeit vollkommen neu. Sie hat nie eine Schauspielschule besucht und den Film gleich auch noch selbst mit produziert. Bei den Filmfestspielen in Venedig wurde "Poor things" bereits als bester Film ausgezeichnet. Wir haben mit Emma Stone über ihre ungewöhnliche Rolle gesprochen.

Zeruya Shalev "Nicht ich" - Literaturgespräch mit Iris Radisch

Der drei Jahrzehnte alte Debüt-Roman der israelischen Schriftstellerin Zeruya Shalev "Nicht ich" liegt nun in deutscher Übersetzung vor. Ein Roman, der in gewisser Weise eine zweite Chance erhält, war er doch seiner Zeit - 1993 - vielleicht voraus. Die Kritik reagierte damals ablehnend, schreibt Shalev im Vorwort der deutschen Ausgabe, und mit "Wut und Unverständnis". Sie habe damals eine Figur schaffen wollen, so Shalev, "die über ihr Leben und ihre verschiedenen Verluste widersprüchliche Versionen erzählt". Über den Roman sprechen wir mit der Literaturkritikerin Iris Radisch.

Meine Merkliste

Alle Inhalte auf Ihrer Merkliste sind noch mindestens 3 Tage verfügbar.

Sie haben derzeit keine Videos in Ihrer Merkliste

Sie können ein Video der Merkliste hinzufügen, indem Sie das "+" am Teaser oder Beitrag anwählen.

Live

Statische Headline

1h 7min

3sat Logo

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutz-Einstellungen anzeigen. Möglicherweise hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktivert, welcher dies verhindert. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der 3sat Mediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.

3sat Logo

Offensichtlich ist in deinem Browser das Plugin "I don't care about Cookies" aktiviert. Eigentlich würden wir dir an dieser Stelle gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Dies wird durch das Plugin verhindert. Falls du die Webseite sehen und nutzen möchtest, prüfe, ob das Plugin in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus.