Keyvisual der Sendung "Kulturplatz extra"

Kultur

Kulturplatz vom 16. April 2022

Kann Kultur etwas verändern? Oder gar Krieg verhindern? Kunst, sagt der Ukrainer Pavlo Makov, sei keine Medizin gegen die Krankheiten der Gesellschaft. Dafür Diagnose und Gegengift.

Produktionsland und -jahr:
Schweiz 2022
Datum:

"Kulturplatz" besucht den Künstler in Italien, wohin er vor dem Krieg floh und wo er auf Venedigs Biennale ausstellt.

Während der russische Pavillon auf der Biennale geschlossen bleibt, fiebert Pavlo Makov der Eröffnung des ukrainischen entgegen. Gemeinsam mit seiner Kuratorin gelang es ihm, seine Kunst aus seiner Heimatstadt Charkiv zu evakuieren. Für ihn überlebenswichtig. Nicht nur, dass er als Mann die Erlaubnis bekam, das Kriegsgebiet zu verlassen, um die Ukraine in Venedig zu vertreten. Er glaubt außerdem fest daran, dass Kunst ein veritables Mittel gegen den Krieg darstellt. "Kulturplatz" besucht Makov in seinem künstlerischen Exil und spricht mit ihm über die Nachhaltigkeit von Kultur in Zeiten des Krieges.

Kriegsalltag – Ein Dokumentarfilm gibt Hoffnung: In der ukrainischen Kriegszone Donbass lebt die alleinerziehende Anna mit zwei jugendlichen Töchtern und zwei jüngeren Söhnen. Während der Krieg ihre Stadt zerstört, plant die Familie, allen voran die älteste Tochter Myroslava, über ihr eigenes Leben einen Film zu drehen. Gemeinsam diskutieren sie das Drehbuch, erarbeiten Szene für Szene. Die ukrainische Regisseurin Iryna Tsilyk begleitet diese tatkräftige Familie durch ihren Alltag in Kriegszeiten. Die Spannung zwischen Bedrohung und dem "ganz normalen Leben", das irgendwie weitergeht, berührt – ist aber manchmal nur schwer auszuhalten. Hier wird das Filmhandwerk zur sinnstiftenden und hoffnungsbringenden Herausforderung, während die Dokumentation selbst nachhaltig den Schrecken des Krieges hinterlässt.

Bilder des Krieges – Mark Nevilles Fotos aus der Ukraine: Ein Fotograf, der sich schwor, nie wieder Kriegsreportagen zu machen: Nachdem Mark Neville zwischen 2015 und 2018 Fallschirmjäger in Afghanistan begleitet hatte, brach er bei seiner Rückkehr nach London zusammen: Diagnose posttraumatische Belastungsstörung. Zwei Jahre später verschlug es ihn nach Kiew. Sein nächstes Werk sollte ein Bildband werden, der den Menschen die Augen öffnet für das Unheil, das Kriege anrichten: Nun ist "Stop Tanks With Books" zum Buch der Stunde geworden. Als Putins Bomben einschlugen, war Neville in Kiew. "Kulturplatz" sprach mit ihm über sein Buch und wie er die Situation vor Ort erlebt.

Alyona Alyona – Ukrainische Rapperin setzt auf Informationen: Mit ihrer Musik begeistert sie in der Ukraine Tausende. Die Rapperin Alyona Alyona ist in ihrer Heimat ein Star. Seit dem Krieg teilt sie auf ihren Social-Media-Kanälen weniger Musik. Stattdessen engagiert sie sich gegen den Krieg und möchte informieren – denn Informationen über den Krieg zu verbreiten, so Aljona Olehiwna Sawranenko, wie sie mit bürgerlichen Namen heisst, sei ihre beste Waffe. Die 30-Jährige erreicht so Hunderttausende.

Stab

  • Moderation - Eva Wannenmacher

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