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Koshere Taverne im ehemaligen jüdischen Ghetto in Rom

Kultur

Tiber, Stolperstein und Kosher Burger

Das ehemalige Ghetto Roms ist heute eines der beliebtesten Viertel der Stadt. Nicht nur Touristen flanieren hier gerne durch die engen Gassen. Auch die Römer kommen mit Vergnügen vorbei, um einen kosheren Hamburger oder die berühmten Artischocken "alla g...

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Doch nur wenige wissen, dass die römischen Juden die "wahren" Römer der Stadt sind. Denn mit ihrer mehr als zweitausend Jahre alten, ununterbrochenen Geschichte ist Rom die älteste Diasporagemeinde der Welt. Und die wichtigste Synagoge des Okzidents, die befindet sich demnach in Ostia Antica.

Für Jahrhunderte war der Lebensraum der jüdischen Bevölkerung jedoch auf die Gassen und Straßen nahe der Tiberinsel beschränkt. Ein päpstliches Edikt hatte die Juden im Kirchenstaat hinter hohe Mauern verbannt. Mit harter Hand ließ Papst Paul IV. 1555 das Ghetto errichten und sprach dessen Bewohnern viele Rechte ab.

Erst die Einigung Italiens im neunzehnten Jahrhundert brachte die entscheidende Wende: Das Ghetto wurde geöffnet und die jüdische Bevölkerung konnte erstmals ihren Wohnsitz und ihren Beruf frei wählen.

Synagoge in Rom
Synagoge in Rom
Quelle: ORF/Mathilde Schwabeneder-Hain

Die wieder gewonnene Freiheit dauerte jedoch nur einige Jahrzehnte. Schon bald bedrohte der Faschismus das jüdische Leben. Die 1938 vom Mussolini-Regime erlassenen Rassengesetze verbannten Juden und Jüdinnen aus dem öffentlichen Leben. Und sie verloren ihre Arbeitsplätze.

Unter der Besetzung durch die Hitler-Truppen wurden allein am 16. Oktober 1943 mehr als eintausend Juden und Jüdinnen nach Auschwitz deportiert. Heute erinnern sogenannte Stolpersteine, eingelassen in die Gehsteige des Viertels, an die Opfer des NS-Regimes.

Mittlerweile zählt die jüdische Gemeinde wieder etwa 20.000 Mitglieder. Viele von ihnen sind aus dem Norden Afrikas eingewandert und haben ihre eigenen kulturellen Traditionen mitgebracht. Roms ehemaliges Ghetto ist heute jung, bunt und selbstbewusst. Kunst und Musik inklusive.

Ein Film von Mathilde Schwabeneder-Hain

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