Kultur

Russland verlassen? - Kunstschaffende zwischen Boykott und Dissidenz

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar in
D / CH / A
Verfügbar bis:
bis 09.04.2023
Ton
UT

Ein Film von Karsten Gravert und Janin Renner

"Wie eine Fliege, die zufällig in den Mund geraten ist“ will Wladimir Putin sogenannte "Volksverräter“ ausspucken. Damit meint er auch viele russische Künstlerinnen und Künstler, die bisher die dünne liberale Schicht des Landes geprägt haben.

Russlands Kulturschaffende stehen unter enormen Druck: Das Ausland fordert von ihnen ein klares Nein zu Putins Angriffskrieg. Gleichzeitig lässt dessen Machtapparat keinen Zweifel daran, dass jedes falsche Wort zu harten Konsequenzen führt.

Beinharte Diktatur

junger Mann am Klavier
Dirigent Ivan Velikanov

Quasi über Nacht hat sich Russland von einem autoritären Staat zu einer beinharten Diktatur gewandelt. Wer vor Kurzem noch einen Aufruf gegen den Krieg unterschrieb, bereut es heute vielleicht schon, löscht ängstlich Facebook-Einträge und privaten Chatverläufe. Seit dem Ende der Sowjetunion gab es eine solche Einschränkung der Freiheit nicht mehr. Wie reagieren die Kunstschaffenden auf diesen Umbruch?

Viele gehen ins Exil. Doch auch dort stoßen manche auf Probleme: Einige ukrainische Kunstschaffende fordern den Boykott der russischen Kultur, Konzerte werden abgesagt, Filme wieder ausgeladen, Ausstellungen gecancelt. Von einem allgemeinen Kunstboykott, den manche Ukrainer wie der Festivalmacher Andrej Chalpachtschi fordern, kann allerdings keine Rede sein. Wirklich gecancelt werden meist nur Putin-Günstlinge, die sich lange in der Macht ihres Staatsoberhauptes geräkelt haben, wie Dirigent Valery Gergiev. Schon im Fall Anna Netrebko ist die Sache komplizierter. Zunächst wurden ihre Konzerte im Westen abgesagt. Nachdem sie den Krieg dann doch verurteilt hat, wurde nun ein Konzert der Opernsängerin in Russland gecancelt.

Trifft der Boykott die Falschen?

Zwei Frauen (Zwillinge) vor einem Kunstwerk
Maria und Natalia Petschatnikov

In Einzelfällen trifft es aber auch Putin-ferne Künstlerinnen, wie Maria und Natalia Petschatnikov. Ihre Ausstellung im dänischen Horsens wurde abgesagt. Mit der einzigen Begründung, dass sie Russinnen sind. Dabei sind sie schon mit 18 Jahren ausgewandert, leben seit 30 Jahren im Ausland und engagieren sich derzeit in Berlin für ukrainische Flüchtlinge. Wem ist mit so einer Absage geholfen?

Die Kulturdokumentation „Russland verlassen?“ zeigt Theatermachende, Malerinnen und andere Künstler, die sich weiterhin gegen Putin und seinen grausamen Krieg aussprechen – im sicheren Exil ebenso wie im für sie immer gefährlicher werdenden Russland. Dort gibt es auch Putin-treue Künstler, die sich hinter dem „Z“-Zeichen versammeln und das brutale Vorgehen der Armee verteidigen. Mit Drehorten in St. Petersburg, Moskau, Berlin, Brüssel, Kiew und Jerewan zeigt der Film die Dilemmata auf, mit denen sich viele russische Kunstschaffende im Exil und in der Heimat auseinandersetzen müssen.

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