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Kultur

Muslimisch. Modern. Frauen auf der arabischen Halbinsel

Muslimisch und modern - geht das überhaupt zusammen, wenn es um Frauen geht? Ja! Jenseits des klischeehaften Bildes der muslimischen, unterdrückten Frau gibt es auch auf der arabischen Halbinsel emanzipierte und aktive Autorinnen, Künstlerinnen und Bloggerinnen.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar in
D / CH / A
Verfügbar bis:
bis 13.03.2022

Wer in europäischen Breiten an muslimische Frauen denkt, hat meist als erstes die Unterdrückung der Frau im Kopf - vermeintlich festgeschrieben im Islam. Auch wenn viele Frauen im Nahen Osten noch weit entfernt von gesellschaftlicher und ökonomischer Gleichberechtigung leben, sind gerade sie dort oft die Aktivsten. In kleinen und großen Nischen bewegen sie sich, klären und mischen auf und revolutionieren aus dem Alltag heraus. In den Golfstaaten gibt es zwar keine klassische Frauenbewegung, doch findet man überall Frauen, die sich für die Emanzipation in den Bereichen Arbeit, Gesellschaft und Kultur stark machen, wenn auch nicht vergleichbar mit Nordafrika oder Europa, wo es durchaus muslimische Frauenbewegungen gibt.

Besonders die sozialen Medien haben dazu beigetragen, dass Frauen, die in den Golfstaaten leben, sichtbar geworden sind: Nirgendwo sonst gibt es so viele Influencerinnen in den Bereichen Mode, Reisen und Kunst wie dort - sie verdienen damit Geld, haben Einfluss und können ihre Meinung verbreiten. Rund um den "Internationalen Frauentag 2021", zeigt 3sat eine Kultur-Dokumentation, die Frauen aus der Golf-Region in den Fokus rückt.

Autorinnen, Künstlerinnen und Influencerinnen

Wir treffen Autorinnen, Künstlerinnen und Influencerinnen, die auf der arabischen Halbinsel die Gesellschaft um- und mitgestalten.

Man sieht eine junge, dunkelhaarige Frau seitlich vor einer bemalten Leinwand, sie hält eine Farbpalette und einen Pinsel in der Hand und malt an dem Bild.
Die emiratische Künstlerin Maitha Abdalla bei der Arbeit.
Quelle: Bea Müller

Unter anderem Maitha Abdalla, die nach ihrem Sprachstudium in London ihre Liebe zur visuellen Kunst entdeckte. An der Hochschule für Kunst und Kreativität der Zayed Universität in Abu Dhabi machte sie mit Bildender Kunst, Schwerpunkt Malerei und Mischtechnik, weiter. Sie gehört zu den jungen arabischen Frauen, die reisen konnten. Und über ihren Tellerrand schauen durften. In anderen Ländern sammelte sie die Inspiration für ihre Kunst. Maitha Abdalla ist eine der Gründerinnen von "Bait 15", einer kürzlich eröffneten und von Künstler*innen geführten Galerie und einem Studio in Abu Dhabi. Sie spielt eine aktive Rolle in der zeitgenössischen Kunstszene in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zurzeit arbeitet sie an einer neuen Serie von Bildern und Mixed-Media Arbeiten, die sich auf familiäre Beziehungen und die Idee der "Erzählhandlungen" konzentriert, ähnlich wie die eines Theaterstücks.

Nayla Al Khaja ist die erste Regisseurin und Filmproduzentin der Vereinigten Arabischen Emirate. Lange Zeit war sie gar die einzige Frau in der gesamten Filmbranche der Emirate. Ihre Liebe zum Film entdeckte sie schon als Kind, als sie heimlich in der Film-Sammlung ihres Vaters stöberte. Obwohl sie aus einem konservativen islamischen Elternhaus stammt, setzte sie ihren Traum in die Tat um und produziert heute Serien, Kurzfilme und große Werbekampagnen. Manchmal ist auch ein Horrorfilm dabei, für die Nayla Al Khaja eine besondere Vorliebe hat. „Frauen müssen dreimal so viel arbeiten, um sich Gehör zu verschaffen“, sagt sie, aber ihr rebellisches Wesen und ihr Ehrgeiz haben sie trotz aller Widerstände dorthin gebracht, wo sie heute steht.

Ashley Al Busmait, eine aufstrebende arabisch-mexikanische Modeexpertin von Modest-Fashion.Dass Muslime weltweit jährlich Milliarden für Kleidung und Accessoires ausgeben, wissen nur die Wenigsten. Der Mode-Markt, vor allem in den arabischen Ländern explodiert. Al Busmaits Blog "Mirage d'Ash" ist ihr visuelles Tagebuch, in dem sie ihre Musen, ihren kulturellen Hintergrund und ihre Interpretation arabischer Mode in ihrer Wahlheimat Dubai vorstellt. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist sie mittlerweile eine gefeierte Influencerin und Modebloggerin. Vor etwa vier Jahren gründete sie eine Modeseite. Erst zögerte sie, denn: "Es galt damals als Tabu für eine Frau, öffentlich in sozialen Medien gesehen zu werden, und ich wollte negative Konsequenzen vermeiden", sagt sie. Sie traute sich trotzdem. Der Erfolg gibt ihr Recht.

Kultur -

Zahra Al Anssari.

In Katar sind mehr als 50 % der Frauen berufstätig – die höchste Quote im Nahen Osten. Eine von Ihnen ist die Schauspielerin Zahra Al Anssari.

 Info

  • Film von Nadja Frenz
  • Erstausstrahlung

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