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Kultur

Der Kniefall von Warschau – Die Macht der Erinnerung

Vermutlich folgte Willy Brandt vor fünfzig Jahren einer spontanen Eingebung, aber seine Demutsgeste hatte eine ungeheure Wirkkraft. Sie ist eine der ausdruckstärksten Bild-Ikonen der Nachkriegszeit.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 22.11.2021

Sie ist in die Geschichte und das kollektive Gedächtnis der Deutschen eingegangen, trug wesentlich zu einer neuen Verständigung zwischen Polen und Deutschen bei und ermöglichte eine neue Ostpolitik der Annäherung. Die Dokumentation ordnet den Kniefall von Warschau noch einmal historisch ein. Worin bestand die enorme Wirkkraft dieser Geste, wie wirkte sie ikonographisch, welche archetypischen Reflexe löste sie aus?

Brandts Kniefall dient als Folie zur Frage danach, wie es um unsere Erinnerungskultur bestellt ist, insbesondere wenn es um das Erinnern an den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust geht. Wie ist unsere heutige Perspektive auf die Erinnerungskultur allgemein, welche Debatten werden um sie geführt?

Die Suche nach der richtigen Erinnerungsform

Eine der Fragen in diesem Kontext ist, ob traditionelle Denkmäler noch eine zeitgemäße Form historischen Erinnerns verkörpern. So hat die Bundesrepublik Deutschland für das zentrale Holocaust-Mahnmal in Berlin eine architektonische, moderne und abstrakte Form gewählt. In Polen wird gerade in Zeiten der PiS-Regierung oft eine sehr realistische, konservative Bildsprache für Denkmäler gewählt. Die Wirkung beider Erinnerungsformen ist umstritten. Dazwischen steht die Form der medialen Erinnerung, für die Brandts Kniefall seit 50 Jahren exemplarisch steht. Ein Bild, das um die Welt ging und jederzeit abzurufen ist. 

Brauchen wir ein Mahnmal für die Opfer Polens?

Der Deutsche Bundestag will dieses Jahr noch entscheiden, ob in Berlin ein Mahnmal für die Opfer Polens durch NS-Besatzungspolitik und Vernichtungskrieg entstehen soll. Viele Polen halten es für ein Versäumnis, dass es bis heute in Deutschland keinen Gedenkort an die Opfer der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg und des NS-Terrors gibt. Welche Erinnerungsform und -kultur könnte zeitlos wirkkräftig sein und für historisches Erinnern sowohl im Land der Täter als auch der Opfer stehen?

Die Dokumentation befragt Künstlerinnen und Künstler, Intellektuelle und Politikerinnen und Politiker aus Deutschland und Polen, welche Formen des Erinnerns sie für zeitgemäß, wirkkräftig und angemessen halten.

Der Filmregisseur Volker Schlöndorff ist überzeugt davon, dass es eine Aufgabe der Kunst ist, die Erinnerung an die Geschichte lebendig zu halten. Die Kulturwissenschaftlerin und Friedenspreisträgerin Aleida Assmann sagt, die Einzigartigkeit des Kniefalls von Warschau mache ihn zu einer ewigen Geste. Der Politiker Paul Ziemiak setzt sich für einen Ort der Erinnerung an die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs in Berlin ein. Dieser Ort soll zu einem Ort der Begegnung und des Dialogs von Polen und Deutschen werden.

ein Film von Andrzej Klamt

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