Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Kultur

Hongkongs Freiheit und die Kunst

Ausnahmezustand in Hongkong. Hunderttausende protestieren gegen Polizeigewalt und Chinas Einflussnahme. Unter ihnen auch Hongkongs Künstler*innen. Zu welchen Waffen greifen sie? Und welchen Preis hat ihr Kampf?

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 16.12.2020

Ein Film von Katrin Sandmann

Hongkongs Kunstszene fürchtet um die Freiheit der Kunst und geht gemeinsam mit der Protestjugend auf die Straße. Dort prägen vor allem die Symbole der Popkultur den Protest. Viele der Protestierenden sind Kids der Globalisierung, deren kulturelles Universum von Bruce Lee bis Anime, von HipHop bis K-Pop reicht. Im Gegensatz zu den jungen Festlandchinesen sind sie mit freiem Internet und Pressefreiheit aufgewachsen.

Hongkong Spiderman auf Demo

Via Twitter, Telegram und WhatsApp mobilisieren sie zu den Protesten, als Captain America und Manga-Helden verkleidet, gehen sie auf die Straße und hinterlassen auf den bunten Lennon-Walls ihre Friedensbotschaften und Zeichnungen. Dort finden sich auch Bilder des bekannten Karikaturist Justin Wong, der für unsere Kamera die aktuelle Lage mit seinem Zeichenstift skizziert. Seine Zeichnungen werden 1000-fach in den sozialen Medien geteilt.

Wo und wie entsteht die Protestkunst?

Was wollen die Künstler erreichen, welche Botschaft unters Volk bringen?

Die Künstlerin Ky Wong in Hongkong
Die Künstlerin Ky Wong in Hongkong

Diesen Fragen geht der Film an vorderster Front nach. Mit der Künstlerin Ky Wong, die eine Hongkonger Künstlervereinigung gegründet hat und sich seit Wochen dem Protest verschreibt. Die Reportage begleitet auch die angesagte Kuratorin und Kunst-Kritikerin Yang Yeung, die sagt: “Wir müssen doch nicht aufhören, Kunst zu erschaffen, um zu protestieren. Wir können beides gleichzeitig machen. Wir MÜSSEN sogar beides gleichzeitig tun.“ Sie sieht den gesamten Protest als ein großes Art-Happening.

Sampson Wong geht einen Schritt weiter. Sein Künstlerkollektiv, das Add-Oil-Team ist berühmt- berüchtigt für seine Guerilla-Aktionen. Wong legt sich mit den großen Museen an, die sich weigern, die Protestkunst, die seit Monaten überall in Hongkong entsteht, überhaupt als Kunst anzuerkennen. Wong hatte schon während der „Umbrella-Proteste“ 2014 ein Archiv für Protestkunst aufgebaut und baut nun kurzerhand selbst wieder ein Archiv auf.

Hongkong gilt als gefragter und vor allem finanzstarker Umschlagplatz der internationalen Kunstszene. Wie reagieren die Galeristen auf die Proteste? Einige unterstützen sie offen, wie May Fung, die Hong Kong wohl berühmtesten Kunstraum, das Foo Tag Hochhaus leitet. Auch die Parasite Galerie stellt die Künstler des Protestes aus.

Plakat mit Pinocchio-Nase auf Demo

Wie aber positionieren sich die international ausgerichteten Häuser, die oft auch die neuen finanzkräftigen chinesischen Sammler zu ihren Kunden zählen? Wer wird am Ende die Oberhand gewinnen? Die aufsässigen Künstler oder der politisch konforme Kunstmarkt? Welchen Preis trägt die Freiheit der Kunst? Und was kostet die Freiheit einer ganzen Stadt?

Samstag, 5.10.2019 19.20 Uhr in 3sat

Meine Merkliste

Alle Inhalte auf Ihrer Merkliste sind noch mindestens 3 Tage verfügbar.

Sie haben derzeit keine Videos in Ihrer Merkliste

Sie können ein Video der Merkliste hinzufügen, indem Sie das "+" am Teaser oder Beitrag anwählen.

Live

Statische Headline

1h 7min