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Kultur

Heinrich Mann - Der unbekannte Rebell

Aus Anlass des 150. Geburtstags von Heinrich Mann am 27. März begibt sich Norbert Busè auf die Spuren des Schriftstellers. Schauspieler Ulrich Tukur liest Heinrich Manns Texte.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar in
D / CH / A
Verfügbar bis:
bis 27.03.2022

Heinrich Mann (1871-1950) war ein genauer Beobachter und Kommentator politisch-gesellschaftlicher Vorgänge seiner Zeit. Gerade heute lohnt es sich, die Botschaften des Humanisten neu zu betrachten, denn viele seiner Essays lesen sich wie aktuelle Kommentare – sei es zu Hate-Speeches in den sozialen Medien, zum Aufflammen von neuem Antisemitismus oder deutsch-nationalem Geraune.

Heinrich Mann war ein Humanist, eine moralische Instanz, dessen Botschaften uns gerade heute wieder viel zu sagen haben. Neben seinen berühmten Werken wie "Professor Unrat", "Der Untertan" oder seinen beiden Henri Quatre-Romanen hat Mann über 1000 Essays verfasst, die sich zwischen romantischer Verklärung politischer Utopien und exzellenten, hellwachen Analysen von Fehlentwicklungen bewegen.

Für Freiheit und Gerechtigkeit

Er wurde nicht müde, für Freiheit und Gerechtigkeit einzutreten. In seinen Essays äußerte er sich zunehmend besorgt über die deutsch-nationale Rechte, plädierte für ein starkes, geeintes Europa mit einer deutsch-französischen Achse und positionierte sich gegen jeden nationalen Chauvinismus. Schon im Ersten Weltkrieg gehört Mann zu den großen Mahnern und Pazifisten und hat sich damit ganz gegen seinen kriegsbegeisterten und deutschnationalen Bruder Thomas gestellt. 1914 vollendet er seinen Roman "Der Untertan" über einen typischen Opportunisten im Kaiserreich. Erst nach Kriegsende kann der Roman erscheinen und verkauft sich sofort rasant.

Heinrich Mann gehört in dieser Zeit zu den populärsten Autoren Deutschlands. Aber auch zu den streitbarsten. Er engagiert sich für den Sozialismus, für soziale Gerechtigkeit als Basis für eine funktionierende Gesellschaft. 1933 steht sein Name auf der ersten Ausbürgerungsliste der Nazis, seine Bücher werden verbrannt und Heinrich Mann emigriert in die USA. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird er in der jungen Bundesrepublik mit Ressentiments betrachtet, die DDR hingegen wählt ihn 1949 zum Präsidenten der Deutschen Akademie der Künste in Ost-Berlin. Kurz vor seiner Abreise aus den USA stirbt Heinrich Mann.

Ulrich Tukur liest Mann

Der Schauspieler Ulrich Tukur als der Humanist und Essayist Heinrich Mann
Quelle: ZDF/Norbert Busè

Für die Dokumentation liest Schauspieler Ulrich Tukur Texte von Mann, die den Nöten der Zeit, ihrer Zerrissenheit und den Konflikten in einer Gesellschaft nachspüren, die sich auf geradem Weg in den nächsten Krieg befindet. Über die Texte erhalten wir auch spannende intime Einblicke in Heinrich Manns private Beziehungen zu Frauen aus der Bohème, die den Autor mehr als nur literarisch beschäftigt haben. Schauspielerinnen, Tänzerinnen und Prostituierte erscheinen bei Heinrich Mann als "starkes Geschlecht" und nicht, wie sonst in dieser Zeit üblich, als bloßes Interieur einer bürgerlichen Welt. Inwieweit er vielleicht in seinen Beziehungen aber auch nur literarischen Ausbeutungsinteressen gefolgt ist, wird ebenfalls zum Thema. Zu Wort kommen außerdem die Heinrich-Mann-Fans Claudia Roth (MdB/Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages) und Martin Schulz (Friedrich-Ebert-Stiftung).

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