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Kultur

Der Prater: Der Grüne Prater (2/3)

Im zweiten Teil geht es um den Grünen Prater, also jene sich weit an der Donau entlang erstreckende Grünlandschaft, die heute Sportlern und Erholungssuchenden einen riesigen Betätigungsraum erschließt.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar in
D / CH / A
Verfügbar bis:
bis 26.10.2020

Die Wiener teilen den Prater in zwei Regionen: den "Wurstelprater" und den "Grünen Prater". Die Grünlandschaft ist fast doppelt so groß wie der Central Park in New York und liegt als weitläufiges Erholungsgebiet in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt. Die Prater Hauptallee mit ihrer Länge von 4,4 Kilometern hat sich zu einem Eldorado für Jogger, Skater, Radfahrer und Wanderer entwickelt. Heute gehört der ganze Prater den Sportlern und Erholungssuchenden, die an sonnigen Wochenenden die zahlreichen Liegewiesen bevölkern. Sport steht im grünen Teil des Praters im Vordergrund. Die Liste der Sportarten ist lang: Schwimmen, Leichtathletik, Fußball, Reiten, Traben, Galoppieren, Tennis, Golf, Hockey, Bowling, Skaten, alles wird hier ausgeübt - manche sehen nur zu.

 Nebel über dem Mauthnerwasser.
Nebel über dem Mauthnerwasser.
Quelle: ORF/Peter Sehnal

Aus dieser ehemaligen Aulandschaft wurden die Bären bereits vor Jahrhunderten vertrieben und das Rotwild vor 150 Jahren ausgerottet. Heute leben hier Füchse, Dachse und Schildkröten und lassen erahnen wie artenreich der Prater einst war.
In der Zeit vor dem Volksaufstand 1848, wurden auf der Hauptallee auch Rennläufe mit Lakaien veranstaltet, die dann wegen ihrer menschenverachteten Ausbeutung der Diener durch den Adel verboten wurden. Gemütlicher ging es später beim jährlichen Blumenkorso zu. Die Kutschenfahrt bis zum Lusthaus (Bild oben) und retour galt dem traditionellen Prinzip des Praters: "Sehen und gesehen werden". Ein praktisches Bindeglied zwischen dem Wurstel- und dem grünen Prater ist heute die Liliputbahn. Eine aus England stammende, klein gebaute Lokomotive zieht die Fahrgäste durch eine blühende Natur, die den Urzustand der Praterlandschaft erahnen lässt.

Seit der Weltausstellung 1873 ist der Prater auch Stammplatz für riesige Ausstellungen. Die Rotunde war Zentrum, Mittel- und Höhepunkt aller hier auch später abgehaltenen Präsentationen. Nach dem verheerenden Brand des Kuppelbaus 1937 wurden hier die Bauten der Wiener Messe errichtet. Im 21. Jahrhundert prägt eine Messeanlage, nach modernsten internationalen Kriterien geplant und betrieben, den Nordteil des Praters. Als städteplanerisch sinnvolle Ergänzung der bebaubaren Zone des Praters fand aktuell auch die Wirtschaftsuniversität hier am Rande der grünen Lunge der Stadt ein neues Zuhause.

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