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O.W. Fischer, Hans Moser

Kultur

Der ewige Dienstmann - Porträt zum 140. Geburtstag von Hans Moser am 6. August 2020

Max Reinhardt bezeichnete ihn als "Wahr-Spieler", Schauspielpartner Paul Hörbiger nannte ihn "ein Genie" und Fritz Muliar konstatierte: "Der Moser ist bis heute gültig!"

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Was für unzählige Schauspiel-Kollegen fest steht, gilt auch für Generationen eines verzauberten Publikums: Hans Moser ist ein einzigartiger Menschendarsteller voller Humor und Wiener Charme aber auch Tragik und echtem Tiefgang.

Private Einblicke

Hans Moser (li.) 1938 privat am Strand von Rimini mit seiner Nichte Lotte Michner und deren Vater Louis Michner
Hans Moser (li.) 1938 privat am Strand von Rimini mit seiner Nichte Lotte Michner und deren Vater Louis Michner
Quelle: ORF/Thalia-Film

Prominente Zeitzeugen und KollegInnen erzählen, wie sie Hans Moser auf der Bühne und am Filmset erlebt haben. Mitglieder der Familie gewähren intime Einblicke in das private Leben des Künstlers, dem ein Hang zum Geiz nachgesagt wird, und zeigen neue, bislang unbekannte Facetten auf.

In zentraler Rolle führt die 84-jährige Nichte Hans Mosers, Lotte Michner, durch die einzelnen Lebensstationen des Ausnahmekünstlers.
Moser hat während der Kriegsjahre zwischen 1939 und 1945 als höchst populärer Filmschauspieler - u.a. "Wiener Blut" (1942) - teilweise bei seiner Schwester Sera und deren Tochter - der damals noch kleinen Lotte Michner - in einer eher bescheidenen Wohnung im Wiener Theaterbezirk "Josefstadt" zusammengelebt.
Berührend und mit subversivem Humor erzählt Lotte Michner die Geschichte ihres berühmten Onkels, und besucht auch die legendäre "Moser-Villa" in der Wiener Auhofstraße, heute Sitz der Botschaft von Aserbaidschan.

Standbild: Der ewige Dienstmann
Hans Moser als Ferdinand in "Hofrat Geiger"

"Was der Chaplin für Amerika war, ist mein Onkel für den deutschsprachigen Raum, für Mitteleuropa gewesen", streut Lotte Michner Rosen und tatsächlich hat der große Charlie Chaplin den "Moser" gekannt und bewundert.
Ebenso wie Theatergenie Max Reinhardt, der ihn in den 1920er Jahren für ein großes Publikum entdeckt und dauerhaft engagiert hat - in Salzburg, Berlin und natürlich im Wiener "Theater in der Josefstadt."

Doch der am 6. August 1880 in Wien geborene Johann Julier, alias Hans Moser sollte vor allem als Filmschauspieler in rund 150 Filmen eine unvergleichliche Karriere machen. Wiewohl auch seine Triumphe auf der Theaterbühne bis in unsere Tage legendär geblieben sind. Hans Moser - das unvergleichliche Vorbild vieler Zuschauergenerationen, der in den Kriegsjahren das "Wienertum" und das Wienerlied ("Die Reblaus") im gesamten deutschsprachigen Raum populär gemacht hat.

Waltraut Haas
Waltraud Haas, das "Mariandl" von einst
Quelle: ORF/Thalia-Film/Robert Angst

Als einer der prominenten Kollegen tritt Oscar-Preisträger Christoph Waltz auf, der von Hans Mosers Schauspielkunst fasziniert ist und der für ihn die Wahrhaftigkeit und Ernsthaftigkeit des Schauspielers an sich verkörpert.

Wie kaum eine andere Darstellerin war Waltraut Haas als Film-Partnerin dem Leinwandstar Moser in zehn Filmen nahe. An den Drehorten von "Der Hofrat Geiger" (1947) in der Wachau schwelgt sie in der Fülle liebevoller Erinnerungen.

Für Senta Berger war Hans Moser einer ihrer "größten Lehrmeister" und sie weiß über ihre ersten Erfahrungen an der Seite des damals größten Kino-Altstars zu berichten.

Mit dem Kinofilm "Hallo Dienstmann" (1952) hat der mittlerweile verstorbene Regie-Altmeister Franz Antel wohl die Lebensrolle Hans Mosers für die Nachwelt bewahrt. Er kann mit zahlreichen Anekdoten über die Leinwand-Legende aufwarten, mit der er immerhin 15 Filme gedreht hat.

Mosers eigene, viel diskutierte "Rolle" im Dritten Reich wird zudem von verschiedenen Seiten beleuchtet, als er - am Gipfel seiner Popularität während des Zweiten Weltkrieges - seine jüdische Frau Blanca zu schützen versuchte.

"Der Moser", wie der viel beschäftigte Schauspieler und Komiker von den Wienern schon in den 1930-er Jahren gerne genannt wurde, kann auf ein reich dokumentiertes Lebenswerk verweisen. Von seinen Anfängen auf der "Schmiere", in der Stummfilm-Zeit, beim Kabarett, dem Durchbruch mit dem Tonfilm bis zu den Bühnenauftritten - Regisseur Wolfgang Liemberger kann mit rarem Archivmaterial aufwarten und weiß die eher unbekannten Seiten der Legende Hans Moser behutsam freizulegen.

Um es mit den Worten von Christoph Waltz auszudrücken: "Der Moser war immer die Hauptrolle."

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