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Kultur

Bonjour Europa - die deutsch-französische GrenzKultur

Nirgendwo sind Deutschland und Frankreich so eng miteinander verwoben, wie im Saarland und in Lothringen. Die Grenze dort hat sich im Verlauf der Geschichte mehrmals verschoben. Das hat die Kultur in der Region nachdrücklich geprägt.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar in
D / CH / A
Verfügbar bis:
bis 11.05.2020

Es gibt zwar so etwas wie "typisch saarländische" und "typisch lothringische" Kultur, aber wenn man genau hinsieht, gehen beide immer ineinander über und haben sich seit Jahrzehnten gegenseitig geprägt. Die Dokumentation will im Vorfeld der Europawahl zeigen, wie wichtig diese Grenze für die Kultur ist, aber auch, dass es gar nicht so selbstverständlich ist, sie mit künstlerischen Aktivitäten zu überwinden. Kunst und Kultur sind entlang der Grenze Element der Völkerverständigung und damit ein elementar wichtiger Teil der deutsch-französischen Beziehungen - und die sind ja bekanntlich der "Motor Europas". Eigentlich gibt es die EU in ihrer heutigen Form, weil es das Saarland und Lothringen gibt. Als die Kohle- und Stahlreviere noch blühten, entstand dort die Idee zur Montanunion - dem Vorläufer der heutigen EU. Robert Schumann, der Vordenker Europas, kommt aus Lothringen.

Auf beiden Seiten der Grenze schlug ein Herz aus Kohle und Stahl. Die Völklinger Hütte produzierte Tonnenweise Stahl, und hüllte die kleine saarländische Stadt in eine dicke gelbbraune Wolke. Heute ist der Staub in der Stadt Geschichte. Eine kleine "historische Staubschicht" hat man liegen lassen, um den kulturbegeisterten Touristen aus aller Welt Industriegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts in der Völklinger Hütte zu erklären. UNESCO - Weltkulturerbe ist sie nur deshalb geworden, weil es zu teuer gewesen wäre, sie abzureißen. Sie war die erste Industrieanlage, die diesen Titel bekam. 2019 feiert das Weltkulturerbe seinen 25. Geburtstag. Meinrad Grewenig ist Direktor des Weltkulturerbe und Vorsitzender der europäischen Weltkulturerbe-Gesellschaft. Ehemalige Hüttenarbeiter führen über das Gelände. Einen Teil der Führungen übernimmt Edgar Bastian, ein ehemaliger französischer Bergmann. "In der Grub", "Auf der Hütt", "dans la mine" das gehörte zusammen. Unter Tage haben sich deutsche und französische Bergleute getroffen, sie haben die gleiche Kohle abgebaut, weil die Stollen nicht dieselbe Grenze hatten, wie das Land darüber. Deshalb gibt es auch eine enge Kooperation mit dem "Musée Mineur Wendel" auf der anderen Seite der Grenze. Früher war dort der größte Kohlestandort Frankreichs. Auch dort führen ehemalige Kumpel durch das Museum. Beide Museen liegen an der europäischen Route der Industriekultur.

Die Völklinger Hütte hat im Jubiläumsjahr mehrere Highlights vorgesehen. Der französische Künstler Christian Boltanski zum Beispiel, hat innerhalb der Hütte eine Erinnerungsstätte geschaffen, die sich mit den ehemaligen Zwangsarbeitern beschäftigt. Am 15. April ist die Saison-Eröffnung, dann beginnt auch die Urban-Art Biennale, die fünfte in Folge. Das Hüttengelände wird zur größten Street-Art-Ausstellung der Welt. Der Saarbrücker Künstler Patrick Jungfleisch ist einer der Stars der internationalen Urban-Art-Szene. Sein Künstlername ist RESO und er ist regelmäßig in New York und Paris unterwegs. Seine Werke sind weltweit ein Verkaufsschlager.

Die Europa-Abteilung des saarländischen Kultusministeriums arbeitet im sogenannten "Pingusson-Gebäude" in Saarbrücken. Früher war dort die französische Botschaft, denn damals war das Saarland noch unabhängig und stand unter französischem Protektorat. Es gibt alte Pläne, auf denen Pingusson ein Konzept für das Stadtbild von Saarbrücken entworfen hatte. Saarbrücken sollte die Hauptstadt der Montanunion werden. Die alten Pläne sind noch vorhanden. Bildungsminister Ulrich Commercon hat einiges dazu zu erzählen.

Der Sender "Europe 1" war einer der ersten Privatsender, die in Frankreich zu hören waren. Er strahlte vom saarländischen Berus-Felsberg nach Frankreich, denn in Frankreich selbst waren Privatradios illegal. Inzwischen hat man ein praktisches, kleines Sendegebäude ein paarhundert Meter weiter gebaut, die Langwellen des Pariser Sender "Europe 1" kommen immer noch aus dem Saarland. Das imposante Altgebäude soll künftig für deutsch-französische Kulturveranstaltungen genutzt werden. Schon heute ist es ab und zu Spielort von Vorträgen und Veranstaltungen. Die Themen haben meist mit Europa zu tun.

In der Salzmühle im kleinen Ort Sulzbach findet seit fünf Jahren ein deutsch-französischer Songcontest statt. Deutsche und französische Talente treten gegeneinander an. Vier sind bereits in die Endauswahl gekommen, doch nur einer kann gewinnen. Das Bergbaumuseum in Stiring Wendel war früher das größte Kohle-Abbaugebiet Frankreichs. Der ehemalige Kumpel Horst Schmadel verfügt über zahlreiche historische Dokumente und Utensilien aus der französischen und deutschen Bergbauzeit. Jede seiner Führungen ist ein Plädoyer für die Zukunft Europas. Die Dokumentation zeigt die enge Verbindung der Kulturorte dieser Region. Die Protagonisten eröffnen den Blick in ein besonderes Grenzgebiet. Es gilt zwar als finanziell „arm“, aber es ist reich an einer besonderen kulturellen Vielfalt. Das ist in dieser Form einzigartig in Europa.

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