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Kultur

Mythos Suhrkamp (1/2)

Schriftsteller vor allem des Suhrkamp-Verlages begleiten seit der Verlagsgründung 1950 die Geschicke beider deutscher Republiken mit Kommentaren, Fragen und Diskursen. Verlagsgeschichte und deutsche Geschichte sind eng miteinander verwoben.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2019
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 28.11.2019

Vor allem die Diskurse zur geistigen Erneuerung Nachkriegsdeutschlands gehen von   Suhrkamp-Autoren aus: gleich zu Beginn die schwierige und konfliktvolle Frage nach der Aufarbeitung des Zivilisationsbruchs durch Nazi-Deutschland, verbunden mit der Suche nach einer neuen Positionierung. Die intellektuellen Reflektionen über die deutsche Teilung, den Kalten Krieg oder die Wiederbewaffnung. Der Generationskonflikt um "68", der die Frage nach der Schuld der Väter stellt, und in Gewalt eskaliert. Immer wieder sind es Suhrkamp-Autoren, die politische und gesellschaftliche Fragen aufwerfen und diskutieren. Konstante des Verlagsprogrammes  ist auch die Bewahrung jüdisch-deutschen Geisteslebens. Und der Blick über die Mauer durch die Herausgabe der Texte vieler wichtiger DDR-Autoren.

Wie kein anderer Verlag prägte "Suhrkamp" die deutsche Nachkriegskultur. Der Gründer Peter Suhrkamp und sein Nachfolger Siegfried Unseld bauten eine Institution auf, die ihresgleichen sucht: die ideale personelle Konstellation aus engagierten, kenntnisreichen Lektoren und den wichtigsten deutschsprachigen Autoren, die zu Teilen auch als Herausgeber und Berater für den Verlag tätig waren, schuf die sogenannte "Suhrkamp Kultur". Kernstück dieser Kultur war die Taschenbuchreihe edition suhrkamp, die Unseld gemeinsam mit dem Designer Willy Fleckhaus "erfand". Hier kamen auf einzigartige Weise Inhalt und Ästhetik zusammen: in der regenbogenfarbigen Taschenbuchreihe wurden Texte aus Literatur, Geisteswissenschaft, Theorie, Philosophie und Theaterstücke unter einem Dach herausgegeben. Herausragend für dieses Crossover stehen Namen wie Theodor W. Adorno, Jürgen Habermas, Hans Magnus Enzensberger, Max Frisch, Martin Walser, Friederike Mayröcker, Thomas Bernhard, Volker Braun, Ulrich Plenzdorf, Hans Mayer, Uwe Johnson, Ralf Rothmann, Thomas Hettche, Rainald Götz, Angela Krauß, Durs Grünbein, Ingeborg Bachmann, Peter Bichsel und Ulla Berkèwicz - nur um einige wenige zu nennen. Die Gesamtausgaben von Bertolt Brecht, Theodor W. Adorno, Georg Wilhelm Friedrich Hegel oder Walter Benjamin sind beispiellose editorische Leistungen.

Kultur -

Mythos Suhrkamp (2/2)

In idealer Weise bot der Suhrkamp Verlag eine kommunikative analoge Plattform auf der Autoren, Theoretiker, Literaten, Stückeschreiber, Lyriker, Wissenschaftler und Publizisten mit den Leser...

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