Potzneusiedl

Kultur

Burgen und Schlösser in Österreich - Das nördliche Burgenland

Hier wird alles Alte im besten Sinne bewahrt - in den Burgen und Schlössern des nördlichen Burgenlandes verliert man sich in einer Fülle von Details, die facettenreich Geschichte erzählen.

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Sie sind wahre Hüter historischer Details - sei es aus Familientradition oder aus purer Leidenschaft. Die Schlossherren und Burgdamen des Nordburgenlandes legen höchsten Wert auf die Ausstattung ihrer Häuser, ob im stilvollen Hotel oder im randvollen Antiquitätenladen.

Burg Bernstein
Burg Bernstein
Quelle: ORF/RANFILM TV & Film Production GmbH

Die Burgen und Schlösser im nördlichen Burgenland werden heute so mannigfaltig in Szene gesetzt wie kaum sonst wo in Österreich. Zu Beginn besuchen wir Burg Bernstein, Heimat der Adelsfamilie Almásy.

Erasmus Almásy pflegt hier auch das Erbe seines wohl bekanntesten Vorfahren Ladislaus, dessen Biografie als Forscher die Inspiritationsquelle für den Film "Der englische Patient" war. In erster Linie jedoch betreibt der junge Burgherr ein Hotel. Die Schlossführungen macht er höchstpersönlich, während seine Frau Johanna (geb. Krecké) als Biologin über den Felsengarten im Burghof und dessen bunte Insektenwelt wacht.

Burg Schlaining
Burg Schlaining
Quelle: ORF/RANFILM TV & Film Production GmbH

Burg Schlaining präsentiert sich runderneuert. Gerade erst wurden die umfassenden Sanierungsarbeiten auf der imposanten Burg abgeschlossen. Die Burg ist zum Haus für burgenländische Zeitgeschichte geworden - als "Friedensburg" gilt sie schon länger. Das Schlaininger Urgestein Werner Glösl, der die Burg wie seine Westentasche kennt, zeigt, was die peniblen Arbeiten am Gemäuer und in den Räumlichkeiten im Zuge der Sanierung zutage gefördert haben - etwa Wandfresken mit einzigartigen Farbpigmenten oder einen Holzboden aus Zeiten der Batthyánys, jenem bedeutenden ungarischen Adelsgeschlecht, das untrennbar mit der Geschichte des Burgenlandes verbunden ist, und das auch Burg Schlaining über 370 Jahre lang zu seinen Besitzungen zählte.

Schloss Lackenbach
Schloss Lackenbach
Quelle: ORF/RANFILM TV & Film Production GmbH

Prägend für das Burgenland war vor allem das Wirken der Familie Esterházy, die auch auf Schloss Lackenbach residierte, das im 16. Jahrhundert als Wasserburg erbaut wurde. Heute wird das Haus als Hotel geführt, ein Museum widmet sich der Esterházy'schen Jagd. Besonders besticht die Schlossanlage durch ihren weitreichenden Rennaissance-Garten, für dessen Erhalt Schlossgärtner Michael Manak verantwortlich ist.

Vom Arboretum im Vorhof des Schlosses bis zum sogenannten Kinniglhügel am Rande einer Streuobstkultur führt er stolz durch sein vielfältiges Reich, zu dem auch ein herrschaftlicher Kuchlgarten gehört, der heute das Hotel im Schloss mit Gemüse versorgt.

Prall gefüllt ist Schloss Potzneusiedl (Bild oben) im Nordosten des Landes. Hier lädt der Kunstsammler Gerhard Egermann in einen schier unendlichen Antiquitätenladen. Seit 1966 besitzt er das Schloss und hat es seither sympathisch überfrachtet mit Raritäten aller Art. "Alles ist verkäuflich hier", sagt er mit einem Augenzwinkern. "Außer mein Hund und meine wundertätige Ikone". Die "Muttergottes von Kasan" in seinem Ikonenmusem hat Schloss Potzneusiedl zum Ziel für Wallfahrer aus Russland gemacht.

Schloss Kittsee
Schloss Kittsee
Quelle: ORF/RANFILM TV & Film Production GmbH

An der Grenze zur Slowakei besucht der Film abschließend Kittsee und zwei Häuser, wie sie in ihrer Erscheinung unterschiedlicher nicht sein können: Schloss Kittsee - ein anmutiges Barockschloss, das wiederum von den Familien Esterházy und Batthyány geprägt wurde. Seit 1965 ist es im Besitz der Gemeinde und wird als Veranstaltungslocation genutzt.

Emmerich Bachmayer hat hier prägende Zeiten seiner Kindheit verbracht. Sein Vater und Großvater waren Kammerdiener der letzten Batthyánys. Heute genießt er die klassischen Schlosskonzerte.

Nostalgische Klänge der anderen Art durchdringen die Mauern des alten Schlosses Kittsee aus dem 13. Jahrhundert, das einer kompakten Burg gleicht. Hier hat Gerald Strass ein Radiomuseum eingerichtet - mit Geräten aus der Pionierzeit des Radios. Der leidenschaftliche Sammler hat das Haus in den vergangenen Jahren renoviert und tut das immer noch. Auch der Ruine des ehemaligen Schüttkastens hat er wieder Leben eingehaucht und sich Platz geschaffen für seine angestaubte, aber liebevoll behütete Automobilsammlung.

Eine Dokumentation von Fritz Aigner und Alfred Ninaus.

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