Wladimir Kaminer besucht Lippizaner

Kultur

Kaminer Inside: Spanische Hofreitschule

Der Schriftsteller Wladimir Kaminer sieht sich eigentlich mehr als Katzenfreund denn als Pferdenarr. Die Spanische Hofreitschule jedoch ist etwas ganz Besonderes: Er nimmt uns mit auf eine spannende Reise hinter die Kulissen dieser einmaligen Kulturinstitution.

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Die Magie der weißen Pferde: Die Spanische Hofreitschule in Wien ist ein kulturelles Juwel Österreichs. Seit über 450 Jahren wird hier die sogenannte Hohe Schule der klassischen Reitkunst unverändert und in absoluter Perfektion weiter gepflegt. Das weiße Ballett, 70 prachtvolle Lipizzanerhengste, residiert mitten in der Stadt. Ihre Bühne ist der schönste Reitsaal der Welt, die barocke Winterreithalle im Michaelertrakt der Wiener Hofburg. Der Schriftsteller Wladimir Kaminer nimmt uns mit auf eine spannende Reise hinter die Kulissen dieser einmaligen Kulturinstitution.

In jeder europäischen Hauptstadt stehen prachtvolle Bauten, alte Schlösser, Burgen, Museen. Doch nur in Wien ist die Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes lebendig. In Gestalt der Lipizzaner. Wladimir Kaminer

Mehr als 300.000 Besucher bewundern hier jedes Jahr die Künste der Hochleistungspferde. Es ist ein fast mystischer Ort, der scheint, als sei er aus der Zeit gefallen. Tradition steht über allem an der Spanischen Hofreitschule, von der Uniform bis zur Ausbildung, alles ist genau festgelegt und geregelt. Wladimir Kaminer erhält exklusive Einblicke in die Abläufe an der Spanischen, wie die Wiener zu sagen pflegen: er ist unter anderem bei den ersten "Sprungversuchen" einer jungen Bereiteranwärterin, also Auszubildenden dabei, trifft Gestütsleiter und Zuchtmeister, Oberbereiter und die Direktorin der Schule und besucht den Hutmacher, der die berühmten Zweispitze fertigt, genauso wie vor 200 Jahren.

Das Wissen um die Hohe Schule der klassischen Reitkunst wird bis heute ausschließlich mündlich weitergegeben, von Generation zu Generation.

Wladimir Kaminer reist auch in die Kinderstube der Lipizzaner – nach Piber in der Steiermark, zum Gestüt der Spanischen Hofreitschule. Die Lipizzaner bilden die älteste Kulturpferderasse der Welt, und gelten als besonders lernwillig, intelligent und sensibel. 1580 ließ der österreichische Erzherzog Karl II. spanische Hengste mit dort heimischen schweren Karststuten anpaaren, damals noch im slowenischen Lipiza, daher stammt auch ihr Name. Über Jahrhunderte wurden sie züchterisch optimiert, bis heute. Noch immer werden die Zuchtbücher handschriftlich geführt, das älteste stammt aus dem Jahr 1729. Besonders herausragende Deckhengste werden regelmäßig aus Wien zurück nach Piber gebracht, um die Zucht weiter zu perfektionieren. Nur die talentiertesten Junghengste gehen dann zur Ausbildung nach Wien.

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