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Standbild: Kaminer Inside: Semperoper

Kultur

Kaminer Inside: Semperoper

Der Schriftsteller Wladimir Kaminer blickt hinter die Kulissen eines der berühmtesten Opernhäuser der Welt. Fast ein Jahr lang begleitete er die Arbeit an einer Inszenierung von den ersten Ideen bis zur Premiere.

Produktionsland und -jahr:
Datum:

Privat ist er Russe, beruflich deutscher Schriftsteller mit dem besonderen Blick auf den deutschen Alltag.

Von Regisseurin Elisabeth Stöppler und Dramaturgin Anna Melcher lässt sich Kaminer genau erklären, wie sie die Opern erarbeiten.
Regisseurin Elisabeth Stöppler und Dramaturgin Anna Melcher erklären Kaminer, wie sie die Opern erarbeiten.
Quelle: ZDF

In der Semperoper in Dresden verfolgt er über fast ein Jahr die Entstehung eines Opernabends. Er begleitet die Regisseurin Elisabeth Stöppler, die vor der schwierigen Aufgabe steht, gleich zwei Opern an einem Abend auf die Bühne zu bringen: "Ödipus Rex" von Igor Strawinsky und den Einakter "Il Prigioniero" von Luigi Dallapiccola, ein zeitgenössisches Werk, das für Kaminer so brachial klingt als "sei ein Panzer über die Noten gefahren".

Wie beginnt die Arbeit an einer Inszenierung und welche großen und kleinen Katastrophen passieren auf dem Weg zur Premiere? Wladimir Kaminer ist dabei, als die Ideen für das Bühnengeschehen am Wohnzimmertisch entstehen. Er fiebert mit, weil einer der Hauptdarsteller ausfällt und als während der wichtigen ersten Bühnenprobe plötzlich die gesamte Oper evakuiert werden muss.

Eintauchen in einen eigenen Kosmos

Auf dem Weg zur Premiere taucht Wladimir Kaminer tief ein in den Opernkosmos. Er hilft in der Schneiderei bei der Anprobe und fährt mit dem Logistik-Team Bühnenbilder quer durch die Stadt in die Außenlager. An der Semperoper entsteht ständig so viel Neues, dem Schriftsteller kommt es vor, als könnte man bald ganz Dresden mit den Bühnenbildern ausfüllen.

Regisseurin Elisabeth Stöppler probt mit dem Sänger Khanyiso Gwenxane.
Regisseurin Elisabeth Stöppler probt mit dem Sänger Khanyiso Gwenxane.
Quelle: ZDF

Der südafrikanische Nachwuchstenor Khanyiso Gwenxane arbeitet hart für seinen Auftritt in Stöpplers Inszenierung, aber für ihn geht es in dieser Spielzeit um noch viel mehr: Er kämpft um seine berufliche Zukunft und muss nebenbei verschiedene Vorsingen vorbereiten. Ob er ein Anschlussengagement an einer anderen Oper bekommt oder ob er doch zurück muss nach Südafrika, das ist am Anfang der Dreharbeiten völlig unklar. Und Wladimir Kaminer hat seine Zweifel, ob der junge Sänger es tatsächlich schaffen kann, das schwere Kostüm, das er für die neue Produktion der Semperoper verpasst bekommt, zum Leben zu erwecken. Am Anfang der Proben sieht das nach einer unerfüllbaren Mission aus.

Dass am Premierenabend trotz aller Schwierigkeiten tatsächlich "der Lappen hoch geht", wie die Opernleute sagen, ist für den Schriftsteller aus Berlin am Ende ein genauso großes Wunder wie für die, die tagtäglich daran arbeiten.

Blick auf die Semperoper Dresden
Kultur -

Geschichte der Semperoper Dresden

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