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marjana gaponenko sitzt auf dem Boden verkleidet als zauberin

Kultur

Die Zauberin von Oz

Ein Porträt der Schriftstellerin Marjana Gaponenko. Eigentlich aus der Ukraine stammend, schreibt die Autorin ausschließlich auf Deutsch.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
30.06.2019
10:15 - 11:00 Uhr

Eine Biographie wie aus dem Märchen: Mit 16 entscheidet sich die junge Ukrainerin Marjana Gaponenko, aufgewachsen in der Schwarzmeer-Metropole Odessa, Dichterin zu werden - deutschsprachige Dichterin. Die poesiebegeisterte Gymnasiastin nimmt Privatstunden, um die Sprache Goethes und Hölderlins zu lernen, mit 18 veröffentlicht sie ihren ersten Gedichtband, mit 20 übersiedelt sie nach Deutschland, und mit 29 bringt sie ihren ersten Roman heraus: "Annuschka Blume".

marjana maponenko sitz am tisch und blättert in einem buch
Marjana Gaponenko
Quelle: ORF/Günter Kaindlstorfer

Heute, nach der Publikation von vier Romanen und mehreren Lyrikbänden, zählt die 37-Jährige zu den bekanntesten Schriftstellerinnen deutscher Sprache.

Gaponenkos Markenzeichen: tragikomische Geschichten zwischen Pathos und liebevoller Humoristik, in denen sich exzentrische, originelle, verschrobene und oft auch etwas verlorene Protagonisten mit den Grundproblemen des menschlichen Daseins herumschlagen müssen, mit Liebe, Verlust, Begehren und - mit den Herausforderungen der Vergänglichkeit.

Marjana Gaponenko sieht sich in der Tradition der russischen und der deutschen Romantik: Nikolai Gogol, Alexander Puschkin und E.T.A. Hoffmann, das sind ihre literarischen Leitsterne. "Ich bin der Romantik mit Leib und Seele verschrieben", behauptet Autorin von sich, "allerdings will ich die romantischen Traditionen in die Gegenwart überführen."

Auch das Lebensbuch Marjana Gaponenkos hat deutlich romantische Aspekte: „Als Kind habe ich die sowjetische Ausgabe des ,Zauberers von Oz’ immer und immer wieder gelesen“, erinnert sich die Schriftstellerin. „Ich habe mich mit niemandem so sehr identifiziert wie mit dem kleinen Mädchen, das zusammen mit seinem Hündchen Totoschka phantastische Abenteuer im Zauberland erleben darf. Ich wollte sein wie dieses Mädchen.“

marjana gaponenko und filmemacher günter kaindlstorfer stehen nebeneinander
Marjana Gaponenko und Filmemacher Günter Kaindlstorfer
Quelle: ORF/Günter Kaindlstorfer

„Die Zauberin von Oz“: Das 45-minütige Filmporträt zeichnet Marjana Gaponenkos Biographie zwischen Odessa, Wien und dem Stift Klosterneuburg nach. Ein knappes Jahr lang hat die Autorin eine kahle Klause im Klosterneuburger Stift bewohnt, hier hat sie für ihren Roman "Der Dorfgescheite" recherchiert, hier sind bedeutende Teile der von der Kritik gefeierten Tragik-Groteske entstanden. Der Film begleitet die Schriftstellerin aber auch auf einer ausgedehnten Lesereise durch Österreichs Bibliotheken - zwischen St. Pölten und Zams in Tirol.

Was sich auf diese Weise herauskristallisiert: das Porträt einer Schriftstellerin zwischen Romantik und Moderne, zwischen Schwarzem Meer und Klosterneuburg, zwischen Ost und West - das Porträt einer europäischen Autorin.

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