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"Mein zweites Leben mit Tetraplegie": Franziska Quadri an einem Flußufer nahe einer Brücke.

Gesellschaft

Mein zweites Leben mit Tetraplegie

Seit einem Gleitschirmunfall ist Franziska Quadri vom Hals abwärts gelähmt. Lange haderte sie mit ihrem Schicksal. Dann hat sie es in die eigenen Hände genommen.

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Sie hat sich ihren Platz in der Gesellschaft zurückerkämpft. Die 44-jährige Zürcherin hat gelernt, mit dem Schmerz zu leben: "Er ist wie ein Kollege – nicht mein bester. Aber wenn ich ihn ausschließe, hat er das gar nicht gern."

Es fällt schwer, sich vorzustellen, wie Franziska Quadri sich in ihrem Körper fühlen muss: Sie kann sich keine Haarsträhne aus dem Gesicht streichen, jede noch so kleine Tätigkeit wie ein Kratzen an der Nase muss jemand für sie erledigen. Und obwohl ihre Gliedmaßen gelähmt sind, muss sie heftige neuropathische Schmerzen ertragen.

Gegen den Schmerz und die Spastik hilft Franziska Quadri Cannabis. Dank ihm konnte sie die meisten starken Schmerzmedikamente absetzen, die zum Teil heftige Nebenwirkungen zur Folge hatten. Ihre Erfahrungen mit Cannabis kommen Franziska Quadri als Präsidentin des "Medical Cannabis Verein Schweiz" zugute. Sie setzt sich dafür ein, dass die medizinische Verwendung von Cannabis straffrei wird. Sie gestaltet die Vereins-Homepage, verfasst Pressemitteilungen und leitet die monatlichen Patiententreffen in Zürich, an denen sich Schmerzpatienten sowie andere Patienten über ihre Erfahrungen mit Cannabis austauschen.

Für viele von ihnen ist Franziska Quadri ein Vorbild: Trotz ihrer schweren körperlichen Einschränkung hat sie sich ihren Platz in der Gesellschaft und ein selbstverantwortliches Leben zurückerobert. Denn auch für die Assistenzbeiträge, die ihr ein Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen, ging die ehemalige Angestellte eines Werbebüros bis vor das Bundesgericht. Heute beschäftigt sie zwei Assistentinnen, die jeweils zwei Monate Tag und Nacht bei ihr leben.

"Ich habe nicht nur verloren durch den Unfall, ich habe auch Freiheit gewonnen", erklärt Franziska Quadri Reporterin Helen Arnet. Sie könne sich jetzt den Dingen widmen, die ihr wirklich am Herzen liegen, und sei nicht – wie die meisten Menschen – im Hamsterrad des Alltags gefangen.

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