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"Klein gewachsen – Wirtin Olga Jutzeler trotzt ihrem Schicksal": Porträtfoto von Olga Jutzeler, lachend

Gesellschaft

Klein gewachsen - Wirtin Olga Jutzeler trotzt - ihrem Schicksal

Als Kind wurde sie als "Zwerg" verspottet, in der Jugend ausgegrenzt. Aber die kleinwüchsige Olga Jutzeler trotzte mit unerschütterlicher Fröhlichkeit ihrem Schicksal.

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Mittlerweile ist sie 81 Jahre alt und wirtet noch immer. "Reporter" hat Olga Jutzeler durch ihren Alltag begleitet und erzählt ihre Geschichte. Es ist die Geschichte einer starken Frau, die sich trotz ihres Andersseins nie an den Rand hat drängen lassen.

Olga Jutzeler ist mit ihren 81 Jahren wohl eine der ältesten Wirtinnen der Schweiz und mit einer Körpergröße von 132 Zentimetern vermutlich auch die kleinste. Wenn sie den Verzehr ihrer Gäste in die Kasse eintippt, tut sie das blindlings - auf den Zehenspitzen stehend und mit gestreckten Armen. Um Tassen oder Gläser aus einem der Hängeschränke zu holen, steigt sie auf eine kleine Trittleiter. Nichts im Gasthaus "Rössli" in Näfels, wo die kleinwüchsige Frau seit ihren jungen Jahren wirtet, ist extra für sie umgebaut. Die Mutter habe ihr immer klar gemacht, sagt Olga, dass sie keinerlei Sonderbehandlung erwarten dürfe. Sie müsse lernen, sich in der Welt der Großgewachsenen zu behaupten.

Es war nicht einfach: In der Schule wurde sie von anderen Kindern gehänselt, als Jugendliche wurde ihr eine Lehrstelle verwehrt. Als sie sich mit 18 verliebte und schwanger wurde, suchte der Kindsvater das Weite. Aber Olga Jutzeler beschloss, sich nicht unterkriegen zu lassen. Nach der Devise "nicht hadern, sondern kämpfen" hat sie Verletzungen pariert, Kränkungen und Enttäuschungen weggesteckt. Olgas Welt ist das "Rössli", das ihre Eltern 1942 übernahmen und das sie bis heute führt.

Obwohl sie schon über 80 ist, denkt sie keineswegs ans Aufhören. Solange sie könne, werde sie wirten, sagt Olga. Zur Freude ihrer Gäste, denn im "Rössli" erhalten sie - nebst Bier, Kaffee und Wein - ein Stück jener Heimat, die man längst verschwunden glaubt. Das zeigt sich besonders an der Näfelser Fahrt im April, wenn das Glarnerland die Schlacht von Näfels anno 1388 feiert. An diesem Tag ist im "Rössli" Hochbetrieb wie in alten Zeiten.

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