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"Die Rigischule": Eine Jurte als Schulzimmer

Gesellschaft

Die Rigischule

Ein Dorf ohne Kinder ist kein Dorf, heißt es. Seit 19 Jahren gab es auf der Rigi, der Königin der Berge in der Zentralschweiz, keine Schule mehr. Das ändert sich nun.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
23.10.2019
00:09 - 00:32 Uhr

In den besten Zeiten drückten in der Gesamtschule im Dorf Rigi-Kaltbad auf rund 1500 Metern 36 Kinder die Schulbank. Schon 1902 wurden hier Kinder unterrichtet. Allein die Hoteliersfamilie Dahinden konnte mit ihrer zehnköpfigen Kinderschar eine Klasse füllen.

Zeitweise gab es sogar zwei Schulen auf dem durch die beiden Kantone Luzern und Schwyz geteilten Ausflugsberg.

In den vergangenen Jahren entschieden sich immer weniger Eltern für ein Leben auf dem Berg. Und so gab es nur noch wenige Kinder, die das ganze Jahr auf der Rigi lebten. Die Schulen wurden geschlossen. Die verbleibenden Kinder mussten ins Tal zum Unterricht.

Das wollten junge Eltern, die auf der Rigi leben und arbeiten, ändern. Sie haben den "Verein Rigi-Kinder" wieder zum Leben erweckt, Geld gesammelt, mithilfe eines Lehrerberaters ein Konzept entworfen und eine Lehrerin angestellt. Ein Schulzimmer wurde nicht gefunden, doch die Eltern der Rigi-Kinder wussten sich zu helfen. Eine Mutter ist selbst schon auf der Rigi zur Schule gegangen: "Rigischule ist für mich Freiheit."

Emily, Janosch, Moira und Linda sind nun eine Schulklasse. Weil kein passender und bezahlbarer Raum für ein Klassenzimmer gefunden werden konnte, begrüßt Lehrerin Jana Mummenthaler die vier Kinder am ersten Schultag in einer Jurte auf der Wiese, inmitten von Ferienhäusern.
Das WC-Hüsli beispielsweise steht in ein paar Metern Entfernung. Die Schulkosten wurden mit Elternbeiträgen und Spendengeldern finanziert. Das erste Schuljahr ist gesichert.

"Natürlich besuchen erst wenige Schülerinnen und Schüler die Rigischule, aber derzeit leben neun jüngere Kinder auf dem Berg, die in den nächsten Jahren auch eingeschult werden", meint die 25-jährige Junglehrerin zuversichtlich. Eine Naturschule soll es werden. Sie hofft, dass in Zukunft auch Kinder aus dem Tal die außergewöhnliche Privatschule auf der Rigi besuchen werden. Reporterin Andrea Pfalzgraf hat dieses ehrgeizige Projekt ein Jahr lang begleitet.

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