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Gesellschaft

Winterhalter - der vergessene König

Das Schicksal von Dr. Martin O. Winterhalter bewegte zu Beginn der 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts Menschen in ganz Europa.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar in
D / CH / A
Verfügbar bis:
bis 10.07.2021

Der Begründer der Riri-Werke und steinreiche Mäzen wurde von seinen Geschwistern verklagt, von den Tessiner Behörden entmündigt und schliesslich in eine psychiatrische Klinik gesperrt. Doch war der geniale Unternehmer wirklich geisteskrank oder wurde er vielmehr zum Opfer von Erbschleichern, wie er stets betont hatte?

Der Dokumentarfilmer Gieri Venzin beantwortet erstmals diese Fragen– dank Einsicht in die offiziellen Akten des Falls Winterhalter und zahlreicher Gespräche mit Zeitgenossen und Kennern des legendären «Königs des Reissverschlusses».

Sein grosser Coup war die Entwicklung des «riri». Der erste brauchbare Reissverschluss eroberte vor 100 Jahren die Welt und machte den aus Tablat bei St. Gallen stammenden Dr. Martin O. Winterhalter zum millionenschweren Unternehmer. Öffentliche Aufmerksamkeit wurde ihm allerdings vor allem als Lebemann, glühendem Marien-Verehrer und Playboy zuteil. In seiner prächtigen Villa Ririta in Morcote schmiss er wilde Parties, bis ihn seine streng katholischen Geschwister entmündigen liessen. Aber auch seine Direktoren glaubten, gegen seine Festfreudigkeit und Grosszügigkeit einschreiten zu müssen, um den Fortbestand der Fabriken zu sichern, die Winterhalter in Mendrisio, Deutschland, Luxemburg und Italien aufgebaut hatte. Im Januar 1949 wurde Winterhalter in seiner Villa von Direktoren der Riri, einem Arzt und zwei Krankenpflegern überwältigt und mit Gewalt in die psychiatrische Klinik Burghölzli nach Zürich gebracht. Dank eines cleveren Schachzuges gelang ihm jedoch die Flucht. Wenige Monate später dasselbe, dieses entkam Winterhalter auf spektakuläre Weise aus der Klinik Friedmatt in Basel. Mit seiner jungen Freundin Maria Lucia Medici aus Mendrisio reiste Winterhalter durch halb Europa, logierte in den besten Hotels, erzählte Journalisten seine Geschichte. Im Dezember 1950 endete Winterhalters Leben in Freiheit für immer. Er wurde von der Tessiner Polizei verhaftet und in die Klinik Bellevue nach Kreuzlingen gebracht, wo er 11 Jahre später starb.

Heute kennt kaum mehr jemand den Erfinder des erfolgreichsten Reissverschlusses der Welt. Für dessen Vergessen haben seine Verwandten gesorgt, indem sie aus Angst um ihre Reputation jede Publikation über ihn verhinderten. Und doch lebt Winterhalter weiter, in der nach ihm benannten Stiftung. Diese unterstützt seit Jahrzehnten kulturelle, kirchliche und soziale Projekte mit bis zu 800’000 Franken pro Jahr.

Wer war Dr. Martin O. Winterhalter? Wie kam er zu seinen Millionen? Warum wurde er interniert? Antworten auf diese Fragen geben in dem Film Personen, die Winterhalter persönlich kannten. Paolo Poma aus Morcote etwa erinnert sich lebhaft an die wilden Parties in der Villa Ririta und was die Dorfbewohner davon hielten. Der bekannte Psychiater und ehemalige Direktor der Klinik Burghölzli Daniel Hell ordnet, gestützt auf die zahlreichen ärztlichen Gutachten, Winterhalters Krankengeschichte ein und erörtert die begrenzten Möglichkeiten der damaligen Psychiatrie.

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