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Hans und Gery Huber

Gesellschaft

Von Sorge und Fürsorge – wenn die Eltern alt werden

Ein Sturz, eine schwere Krankheit, Verwirrung: Erwachsene Kinder werden plötzlich mit der Frage konfrontiert, wie es mit ihren Eltern weitergehen soll. Es beginnt eine Zeit, wo sich Verantwortung und Fürsorge zwischen Kind und Eltern umkehren und eine grosse Herausforderung auf die Kinder zukommt.

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Gery Huber fährt regelmässig aus dem Solothurnischen zu ihrem Vater nach Zürich. Sie will Zeit mit ihm verbringen. Seit Gery Hubers Mutter verstorben ist, habe sie ihren Vater neu entdeckt, sagt sie. Die beiden geniessen die Zeit bis zum Tag, wo Gery Hubers Vater über immer stärkere Schmerzen an der Hüfte klagt. Schliesslich wird der 95-Jährige notfallmässig ins Spital eingeliefert. Gery Huber muss zusammen mit ihren Brüdern entscheiden, wie es weitergeht und dabei herausfinden, was für ihren Vater am besten ist. «Es ging mir immer um seine Lebensqualität», sagt sie. In den nächsten Monaten wird sich entscheiden, ob eine Operation möglich ist und falls ja, ob Gery Hubers Vater sich davon erholt.

Regula Borner ist das älteste von vier Geschwistern. Ihre Mutter hat fast ihr ganzes Leben in jenem Haus verbracht, in dem Regula aufgewachsen ist. Nachdem Regulas Vater gestorben ist, ist die Mutter tagsüber oft alleine. Alle anderen Wohnungen sind leer, die Leute arbeiten. Regula und ihre Mutter reden ab und zu darüber, wie es weitergehen soll. Doch wirklich entscheiden soll und will die Mutter alleine. Nach sieben Jahren auf der Warteliste kann Regula schliesslich mit ihrer 88-jährigen Mutter eine Alterswohnung besichtigen. Beide sind begeistert, die Mutter zieht ein. Die beiden verbringen weiterhin viel Zeit miteinander. Sie reden über alles, aber nicht über die grossen Themen wie Finanzen oder darüber, was passiert, wenn es in der Alterswohnung nicht mehr geht und der Eintritt in ein Pflegeheim nötig wird. «Ich weiss nicht, ob ich so bestimmend sein kann, diese Themen anzusprechen», sagt Regula Borner. Theres Voser hat sich frühzeitig pensionieren lassen, um mehr Zeit für sich und ihre Beziehung zu haben. Dann kommt alles anders. Ihr Vater erleidet einen massiven gesundheitlichen Rückschlag und ihre ältere Schwester erkrankt schwer.

Theres Voser verschiebt die geplanten Langzeitferien und beginnt sich intensiver um ihren Vater zu kümmern. Dieser erlitt 2017 einen Schlaganfall, den er nur mit viel Glück überlebte. Danach war er sehr verwirrt und verbrachte fast ein Jahr mit Aufenthalten in verschiedenen Pflegeeinrichtungen. Als er sich langsam erholt, setzt sich Theres Voser dafür ein, dass der 87-Jährige wieder zurück in sein Haus kann. Das war ihr deshalb wichtig, weil sich ihr Vater eine Heimkehr so sehr gewünscht hatte. «Ich habe schon eine Verantwortung übernommen, in dem ich sagte, er kann wieder heim». Theres Voser geht nun mehrmals pro Woche bei ihrem Vater vorbei, schaut, dass er frische Kleider und genug zu essen hat und sie koordiniert für ihn die Einsätze der Spitex. Alles läuft gut, bis die beiden ein schwerer Schicksalsschlag trifft.

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