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Gesellschaft

Schwarz und deutsch - Identität ist mehr als Hautfarbe

Mehr als eine Million Menschen in Deutschland sollen afrikanische Wurzeln haben. Zwei Afrodeutsche zeigen, wie sie ihren Weg gefunden haben im Umgang mit Alltagsrassismus und Vorurteilen. Schwarze Künstler, schwarze Paketboten, schwarze Friseure oder schwarze Wissenschaftler - sie alle gehören zu unserem Land, für die meisten ganz selbstverständlich. Doch der Weg hierher war nicht immer einfach,

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 22.07.2022

Selbstvertrauen aufzubauen hat gedauert.
Mirrianne Mahn sitzt seit ein paar Wochen als Abgeordnete in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung. Es war nicht leicht für die 32-Jährige. "Na klar, wusste ich immer, dass ich zu Deutschland dazugehöre", sagt sie. "Aber die weiße Mehrheitsgesellschaft hat mir nicht immer das Gefühl gegeben, dass sie das genauso sieht." Sie ist im Hunsrück aufgewachsen. Außer ihr gab es dort nur ein weiteres nicht-weißes Mädchen. Die beiden galten als Kuriosum.

Auch nach ihrem Umzug nach Frankfurt musste sich Mirrianne Mahn durchbeißen. Sie baute einen Catering-Service auf. "Da kam es schon mal vor, dass ich morgens zu meinem Food-Truck runterkam und jemand Bananenschalen daran geschmiert hatte", erinnert sie sich. In der U-Bahn merkt sie heute noch oft, dass sie angestarrt wird, weil sie schwarz ist. Mirrianne Mahn bekam Depressionen. Auch einen Suizidversuch hat sie unternommen. Heute ist sie eine selbstbewusste Frau, doch der Kampf hat Spuren hinterlassen.

"Es ist nicht alles gut, aber die Leute sind vorsichtiger geworden mit Beleidigungen und Anfeindungen. Das führt dazu, dass man sich jetzt sicherer fühlen kann", sagt Tonny Boateng. Für den ehemaligen Spieler des FSV-Frankfurt ist der Wandel besonders auf dem Platz spürbar. "In den 90ern war es gang und gäbe, dass man als schwarzer Spieler rassistisch beleidigt wurde. Heute passiert das auch noch, aber dann gibt es auch immer jemanden, der was dagegen sagt." Die Leute seien aufmerksamer geworden, schritten schneller ein. Das gibt Tonny Boateng ein gutes Gefühl.<

Ebenso die Tatsache, dass schwarze Männer und Frauen heute in ganz verschiedenen gesellschaftlichen Positionen und Jobs zu finden sind. Das, meint der DJ und Partymacher, wirke sich auf vieles aus: "Heute werde ich als Schwarzer von potenziellen Investoren und Geschäftspartnern ernst genommen", sagt er. Aber alles ist eben auch heute noch längst nicht gut. So kommt der Deutsche mit ghanaischen Wurzeln als DJ zwar unproblematisch in alle Clubs. Als schwarzer Mann und Gast allerdings nicht. Bitter ist das, aber eine Realität, mit der er sich irgendwie abgefunden hat.

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