Gesellschaft

Schamanen, Hexen, neue Heiden

Voenix ist Schamane und in der neuheidnischen Szene bekannt. Er ist oft bei Veranstaltungen in ganz Deutschland unterwegs, ist Künstler und Buchautor, und er betreibt einen YouTube-Kanal. Dort veröffentlicht Voenix Filme über Themen und Menschen aus der Heidenszene. Die Dokumentation gibt einen Einblick in eine schillernde Welt des Neopaganismus und beschreibt, was Menschen heute an den alten Göttern fasziniert.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 27.06.2023

Heiden glauben an viele Götter, und sie berufen sich auf die Religionen alter Kulturen wie zum Beispiel die nordische Götterwelt. Auf der Suche nach Sinn und Orientierung interessiert sich eine wachsende Zahl von Menschen für diese alten Mythen und Riten. Sie sehen im Neuheidentum eine Alternative zur modernen, auf Konsum ausgerichteten Lebensweise. Eine Religion, die sie als naturverbundener, geheimnisvoller und sinnlicher empfinden als etwa das Angebot der klassischen Kirchen.

Auch Voenix, der mit bürgerlichem Namen Thomas Vömel heißt, war das Christentum zu hierarchisch. Am Heidentum fasziniert ihn die Freiheit: ein Glaube, der auskommt ohne feste Strukturen und eine starre Lehre, in dem man seine spirituellen Bedürfnisse individuell leben kann und gleichzeitig die Natur und Traditionen der Vorfahren achtet. Die neuen Heiden bilden keine einheitliche Gemeinschaft. Es gibt viele kleine Gruppen, die meist unabhängig voneinander ihre Vorstellung von Heidentum leben. Eine bunte Mischung, zu der moderne Hexen, Druiden, Schamanen und Magier zählen. Aber neuheidnische Gruppen haben mit einem zweifelhaften Ruf zu kämpfen: Sie gelten vielen als rechte Esoteriker.

Die Literaturwissenschaftlerin Stefanie von Schnurbein hat die Heidenszene 30 Jahre lang intensiv erforscht. Sie kam zu dem Ergebnis, dass das heutige Heidentum zwar letztlich aus der völkischen Szene des frühen 20. Jahrhunderts entstanden ist und noch heute einige der Gruppen tief in der rechten Szene verankert sind. Aber sie hat auch beobachtet, dass sich viele Heiden intensiv mit den Altlasten ihrer Religion auseinandersetzen und sich glaubhaft von rechts abgrenzen.

Luna ist 18 Jahre alt und gerade als jüngstes Mitglied in den Eldaring aufgenommen worden, eine der größten heidnischen Gruppen in Deutschland. Am Eldaring schätzt sie die Offenheit und Diversität der Gruppe: Jeder werde hier so akzeptiert, wie er ist. Für Luna gehört die Regenbogenflagge genauso zu heidnischen Ritualen wie Methorn und Götterfiguren.

Gudrun Pannier alias Sinmara fand zum Heidentum, weil sie sich nach Abschluss ihres Theologiestudiums in der christlichen Kirche nicht mehr zu Hause fühlte. Nach einigen Jahren ohne religiöse Betätigung stieß sie auf das Heidentum. Dort fand sie ein Umfeld für ihr Interesse an Spiritualität und Mystik. Sie praktizierte verschiedene heidnische Strömungen und lebt heute als Druidin. Darüber hinaus engagiert sie sich religionspolitisch. Sinmara vertritt unter anderem die Heiden bei der "Langen Nacht der Religionen" in Berlin und setzt sich für eine Anerkennung der Heiden als Religionsgemeinschaft ein.

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