Gesellschaft

Rabiat: In Gottes Namen

Wann in Gottes Namen macht die katholische Kirche endlich reinen Tisch? Seit zehn Jahren kommen immer neue Missbrauchsvorwürfe ans Tageslicht. Reporter Dennis Leiffels ist frustriert: Er verbrachte Teile seiner Jugend in einer christlichen Jugendgemeinde mit Reisen, Lagerfeuer und Stockbrot. In der Reportage erzählt er die Geschichten der Opfer, der Gläubigen und Ungläubigen.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar in
D / CH / A
Verfügbar bis:
bis 02.11.2022

Es ist auch die persönliche Reise eines Autoren, der die Rolle der Kirche zu schätzen weiß, aber nun auf eine zerrissene Institution trifft.

Erinnerungen an spannende Erlebnisse, tiefe Freundschaften und lebendige Diskussionen sind überschattet von Enttäuschung über die Kirche. Wer nach 1990 geboren ist, der wächst mit einer katholischen Kirche als Täter-Organisation auf. Es geht dann um Missbrauchstäter, Pädophilie und Kinderschänder. Eine ganze Generation wird dadurch um die positiven Erfahrungen gebracht, die sie mit Kirche als Messdienerinnen und Messdiener, als Pfadfinderinnen und Pfadfinder oder Ehrenamtliche machen könnten.

Nachdem das Bistum Speyer einen besonders dramatischen Fall öffentlich gemacht hat, beginnt Dennis Leiffels seine Recherchereise dort. Der Vorwurf eines Betroffenen: Kinder aus einem von Nonnen geführten Kinderheim wurden von den leitenden Nonnen systematisch Priestern für Sexpartys zugeführt. In Speyer soll es eine Art Zuhälterring für pädophile Priester gegeben haben. Leiffels sucht nach Beweisen, spricht mit Betroffenen und erlebt ein Bistum, das um Aufklärung bemüht ist.

In Kooperation mit dem Zeitungsjournalisten Stephan Alfter vom "Mannheimer Morgen" erhalten die Journalisten Zugang zum Archiv des Bistums. Der Film zeigt, wie die beiden Journalisten in der Vergangenheit wühlen. Die Zuschauer erleben die Zweifel der beiden und die Schwierigkeiten bei der Suche nach der Wahrheit.

Herr O., 63, erzählt von seinem unfassbaren Leid. Er wuchs in einem Kinderheim neben dem Speyerer Dom auf. Laut seiner Aussage wurde er zwischen 1967 und 1975 etwa 1000 Mal missbraucht. Er sei gezwungen worden, an Sexpartys mit Priestern und bedeutenden Politikern teilzunehmen. Er sei Opfer eines von Priestern und Nonnen betriebenen Zuhälterrings gewesen. Wie reagieren die Nonnen auf diese Vorwürfe?

Parallel dazu geht der Reporter moralischen Fragen nach: Warum lassen die Gläubigen es zu, dass die hierarchisch geführte Institution ihren Glauben immer tiefer in den Dreck zieht? Wo bleibt der Protest? Warum ist die Strafverfolgung so schwer, und warum ist die Zeit auf Seiten der Täter?

Nach einer Forsa-Umfrage liegt die katholische Kirche in Sachen Vertrauenswürdigkeit auf dem drittletzten Platz aller Institutionen in Deutschland - dahinter finden sich nur noch Manager und Werbeagenturen. Auch dieser Verlust an Glaubwürdigkeit führte dazu, dass in den letzten zehn Jahren 1,9 Millionen Katholiken aus ihrer Kirche ausgetreten sind. Ein häufig genannter Grund: immer neue Missbrauchsskandale.

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