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Gesellschaft

Männer, Macht und Mensuren - Die verborgene Welt der akademischen Männerbünde

Wie mächtig sind sie wirklich, Burschenschafter und katholische CV-Verbindungen? Warum pflegen sie ihre alten Bräuche in einer globalisierten Welt? Und mit welcher Absicht und wie offen gehen Burschenschaften wie katholische Verbindungen auch mit problem...

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 23.11.2019

Robert Wiesner und Gregor Stuhlpfarrer beleuchten und analysieren schlagende Burschenschafter und katholische CV Verbindungen, von denselben äußerlichen optischen Erscheinungsmerkmalen über trennende Riten wie die Mensur bis hin zur unterschiedlichen Gedächtniskultur bezüglich NS-Zeit und Zweiter Weltkrieg.

Ein Kameramann von hinten gesehen filmt uniformierte Männer
Dreharbeiten: Innsbrucker CV-Abordnung anlässlich des Fronleichnamszuges 2018
Quelle: ORF

Die einflussreichste Gruppe unter diesen Bünden sind derzeit die "national-freiheitlichen" Burschenschaften: Mehr als ein Dutzend ihrer Mitglieder ist als FPÖ-Abgeordnete im Nationalrat vertreten, während der Koalition von ÖVP und FPÖ gelangten zwei als Minister auf die Regierungsbank und zahllose andere in Büros von Ministern und Parlamentariern in Spitzenposten der Verwaltung oder mächtige Funktionen staatsnaher Betriebe.

Damit stellen diese "schlagenden" Verbindungen andere Männerbünde in den Schatten, die während der ersten Jahrzehnte der Zweiten Republik Staat und Verwaltung dominiert hatten: den Cartellverband (CV) und die dort organisierten katholischen Verbindungen. Stolz rühmte sich der Cartellverband, dass bis 1970 jeder österreichische Bundeskanzler CVer gewesen sei, und bis Alois Mock jeder ÖVP-Obmann. Doch in den vergangenen Jahrzehnten ging der Einfluss des CV stetig zurück, und in der "Bewegung" von Sebastian Kurz wirken nun völlig andere Netzwerke. "Die Junge ÖVP ist jetzt das bedeutendere Netzwerk als der CV", sagt die ehemalige ÖVP-Ministerin Sophie Karmasin.

Die Wartburg im Thüringer Wald - ein wichtiger Bezugspunkt für nationale Burschenschafter.
Die Wartburg im Thüringer Wald - ein wichtiger Bezugspunkt für nationale Burschenschafter. Jahr für Jahr treffen sie sich im nahegelegenen Eisenach zum - von der "Deutschen Burschenschaft" - organisierten "Burschentag"
Quelle: ORF

Die Dokumentation "Männer, Macht und Mensuren" wirft einen Blick hinter die Türen der "Buden" und Verbindungsheime und zeichnet die lange Geschichte von der oft verklärten Wartburg im deutschen Thüringen bis zur Gegenwart nach.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vertraten Studentenverbindungen durchaus liberale, demokratische, ja oft revolutionäre Positionen - etwa rund um die bürgerliche Revolution von 1848. Danach erweitert sich das Spektrum, katholische CV-Studentenverbindungen entstehen, während einst liberale Burschenschaften zu Vorkämpfern für Nationalismus und Antisemitismus werden. Auch wenn sie einander äußerlich - mit bunten Gewändern, hohen Stiefeln oder sogar Säbeln - sehr ähnlich sind, gibt es zwischen "schlagenden" deutschnationalen und konfessionellen Verbindungen entscheidende Unterschiede und oft sogar erbitterte Gegnerschaft in einer Reihe von wichtigen Fragen wie der Bedeutung von Gott und Kirche und der Rolle des Säbels als scharfer Waffe bei der "Mensur" mit Wunden und bleibenden Narben.

Semesterempfang der akademischen Verbindung Austria Innsbruck (CV)
Semesterempfang der akademischen Verbindung Austria Innsbruck (CV)
Quelle: ORF

Was fasziniert Männer an den "Mensuren"? Und was haben Schönheitschirurgen damit zu tun? Diesen und vielen anderen Fragen gehen Robert Wiesner und Gregor Stuhlpfarrer nach. Die beiden Gestalter haben junge Korporierte auch zu ihren Ansichten über Religion und Nation, Politik und Gesellschaft befragt. Während die Erfahrungen mit NS-Regime und Zweitem Weltkrieg es den katholischen Studentenverbindungen nach 1945 leicht machten, sich zu Österreich und seinen demokratischen Institutionen zu bekennen, scheuten deutschnationale Burschenschaften lange Zeit die Auseinandersetzung mit Ideologie und Praxis des Nationalsozialismus. Wie sieht es heutzutage aus? Wo stehen die Burschenschafter politisch? Wie eng ist ihr Verhältnis zu neuen, extrem rechten Gruppen wie den "Identitären"? Und wie gehen die CV-Verbindungen damit um, dass sie nicht mehr als Machtzentrum der Republik gelten?

Egal ob Burschenschaften oder CV-Verbindungen, gegenüber Medien regiert zuallererst die Skepsis. Treten etwa Burschenschafter nach langem Zögern dann doch vor die Kamera, wirken sie sehr bemüht, das Image ihres Bundes in der Öffentlichkeit zu verbessern. Andere haben es im Laufe der Dreharbeiten vorgezogen, Gespräche oder Interviewanfragen konsequent abzulehnen, das TV-Team immer wieder zu vertrösten oder bereits vereinbarte Interviews kurzfristig abzusagen.

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