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Stadtsilhouette

Gesellschaft

Leben in Chinas neuer Megacity - Der Aufstieg der Stadt Chongqing

Armut und Luxus, Boom und Abriss: Chinas Metropole Chongqing hat 32 Millionen Einwohner auf einer Fläche so groß wie Österreich. Wohin entwickelt sich die Megacity?

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Alle hat sie bereits überholt: New York, Kairo, Mexico-City. Und doch ist die flächenmäßig größte Stadt der Welt eine gewaltige Unbekannte. Seit der gigantische Drei-Schluchten-Damm die Flüsse Jangtsekiang und Jialing schiffbar macht und Energie im Überfluss liefert, pumpen Pekings Kommunisten Milliarden in ihre neue Vorzeigestadt. Doch wie tickt diese Megalopolis? Wie lebt es sich in Chongqing?
ORF-Asien-Korrespondent Raimund Löw zeigt Großbaustellen, Rockmusiker, einen Heiratsmarkt, Parteichefs, Hirnsuppen, eine Geschäftsfrau und die Talente des Chongqing Lifan Football Club.

Zwei Asiaten und ein Europäer
Neue Wege: Konzertveranstalter Zhang Wie führt Raimund Löw und seine Producerin Xiao Bing durch sein Heimatviertel in Chongqing
Quelle: ORF

In ganz Chongqing ist kein Haus älter als 30 Jahre. Knapp 2000 Firmen haben sich in kürzester Zeit hier angesiedelt, vorwiegend aus den Sparten Robotik, das Internet der Dinge, Smart Cars, erneuerbare Energien, Biomedizin und Umweltschutz. Willkommen im Silicon Valley Asiens.

Schon jetzt ist jeder dritte weltweit verkaufte Laptop made in Chongqing.
Darauf einen Hotpot, also etwas Schmorfrosch und in Streifen geschnittenes Geflügelgedärm in höllisch heißer Suppe. Täglich wächst die Stadt um 6000 Einwohner/innen. Wie hält man das aus? Zhang Wei, hier aufgewachsen und ein Konzertveranstalter, diagnostiziert nüchtern: "Die Menschen werden einsamer. Früher haben alle gemeinsam mit den Nachbarn gegessen, auf der Straße, niemand blieb in seiner Wohnung. Es hat ja keine Klimaanlagen gegeben. In den Hochhäusern gibt es diese Nachbarschaft nicht mehr. Eine ganze Lebenskultur wird zerstückelt."

Fußballtraining
Hartes Training: die Fußballmannschaft "Chongqing Lifan" - geht es nach dem Plan der Kommunistischen Partei so soll China spätestens 2050 Fußballweltmeister werden.
Quelle: ORF

Auch Chinas sportliche Ziele sind hochgesteckt. Der Plan der Kommunistischen Partei sieht vor, dass China spätestens 2050 Fußballweltmeister sein muss, entsprechend eifrig trainiert der Fußballclub Chongqing Lifan. Trainer Woe-Ryong Chang ist schon eifrig dabei, den 43-Jahr-Plan zu erfüllen: "China lernt vom Ausland Theorie und Technik und möchte langsam internationales Niveau erreichen. Vor allem seit Präsident Xi Jinping an der Macht ist, gibt es viel Unterstützung für den Fußball."

Jetzt etwas Affenhirn für alle, die sich trauen. Die Geschäftsfrau Jin Sha plant eine eigene Hotelkette - und ein zweites Kind, wie das nach dem Ende der Ein-Kind-Politik jetzt erlaubt ist. Sie hätte es auch ohne Änderung der Politik gemacht, erzählt sie, egal, wie hoch die Strafzahlung gewesen wäre.
Der Rockmusiker Shi Quan berichtet über die Untergrundkultur der Jugend, die genug hat von der Allmacht des Geldes in China: "In China hat man es schwer, wenn man sich nicht anpasst. Die Medien betreiben Gehirnwäsche. Mächtige Lobbys wollen alles kontrollieren. Mit unserer Musik drücken wir aus, was wir selbst empfinden, und nicht was die Produktionsfirmen uns vorschreiben."

Zum Abschluss einen Maotai, den Fünfkorn-Schnaps, der alles wegspült. Angeblich auch die Sorgen, die sich viele Alteingesessene in der Stadt Chongqing machen, weil sie viel zu schnell und ihnen irgendwie über den Kopf wächst.

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