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Gesellschaft

Human Holes

Armut ist überall grausam, aber in Ulan-Bator nimmt sie noch einmal eine ganz andere Form an - und das hat, neben sozialen und politischen Gründen auch mit dem Klima zu tun. Denn in der mongolischen Hauptstadt kämpfen vor allem die Obdachlosen bei Temperaturen von minus 40 Grad ums Überleben. Der Dokumentarfilm zeigt das Leben von drei Obdachlosen, die wegen Armut und Kälte physisch in den Untergrund gezwungen werden.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar in
D / CH / A
Verfügbar bis:
bis 24.04.2021
Kleines Mädchen vor einem Bretterzaun, dahinter ein schneebedecktes Hüttendorf
Ein Blick über die Armutsviertel von Ulan Bator, der kältesten Hauptstadt der Welt.
Quelle: Paul Henschel

Chingis ist der Anführer der drei Obdachlosen. Er wird begleitet von seiner Freundin Chimgee und seinem Freund, dem halb blinden Battulga. Alle drei sind Bewohner der unbekannten unterirdischen Welt von Ulan-Bator - der Kanalisation mit ihren wärmenden Höhlen.

Mann liegt auf Pappen in einer Felsspalte
Der Manhole-Bewohner Zorigoo schläft während die anderen Bewohner Flaschen sammeln.
Quelle: Paul Henschel

Der unabhängige Dokumentarfilm "Human Holes" stellt einige ausgewählte obdachlose Bewohner der mongolischen Hauptstadt vor und erzählt ihre persönlichen Geschichten. Dem Filmemacher Paul Henschel gelingt es eine Realität einzufangen, die den Betrachter erschüttert und nicht mehr loslässt. Er zeigt das Leben der Obdachlosen weg von der gewöhnlichen Gesellschaft, die buchstäblich über ihren Köpfen lebt. Vor allem die Gesichter der Menschen bleiben dem Zuschauer noch lange im Gedächtnis.

Um die aktuelle Situation Ulan-Bator zu begreifen, wirft der Film einen Blick auf die Geschichte der Mongolei vor 20 Jahren. Anfang der 90er-Jahre liegt die Wirtschaft der Mongolei am Boden, während ein Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebt und sich zumeist nur als Schafhirten und Bauern über Wasser hält. Durch extrem harte Winter, Dzud genannt, werden die meisten Menschen gezwungen, in die große Stadt zu ziehen, um zu überleben, da ihr gesamtes Vieh entweder erfror oder verhungerte.

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Landflucht auf über eine Million Nomaden verdoppelt. Die meisten von ihnen, die nicht lesen können und keine Erfahrung mit dem Leben in einer Großstadt haben, kommen zum ersten Mal mit Geld in Berührung. Eine Währung, die draußen in der Steppe und den Dünen nichts bedeutet.

Inzwischen haben viele Menschen im Bergbau und in der Erdölindustrie eine Arbeit gefunden. Der Export floriert und riesige Wolkenkratzer schießen aus der Innenstadt von Ulaanbaatar. Große SUVs, die durch die ganze Stadt und über die Abwasserrohre fahren, haben sich bereits im täglichen Bild der Stadt manifestiert. Aber viele zu viele haben es nicht geschafft und müssen täglich ums schlichte Überleben kämpfen, wie der Film eindrücklich zeigt.

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