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Lederarbeiter entwickeln schwere Krankheiten

Gesellschaft

Giftiges Leder: Made in Bangladesh

Innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte ist Bangladesch zu einem Zentrum für die weltweite Lederproduktion geworden. Doch die giftigen Arbeitsmethoden fordern ihren Preis von Mensch und Natur.

Produktionsland und -jahr:
Datum:

In Hazaribag, einem Vorort der Hauptstadt Dhaka, drängen sich etwa 300 Gerbereien auf engstem Raum. Jedes Jahr werden etwa 14 Millionen Tierhäute hierhin transportiert, zu Leder verarbeitet und schließlich in die westlichen Länder verkauft. Das bringt dem Land mehr als 740 Millionen Euro ein.

Gerbereien lassen ihre hochgiftigen Abwässer
Die Bevölkerung wäscht die Wäsche in den giftigen Gewässern, auch gefischt wird dort.
Quelle: ORF/Journeyman

Die Menschen arbeiten hier unter unvorstellbaren, geradezu archaischen Bedingungen. 12 Stunden täglich schuften sie für umgerechnet 40 Euro Monatsgehalt in den Gerbereien. Ihre Füße, Hände und Atemorgane werden von den chemischen Produkten stark belastet.

Es wird mit hochtoxischen Substanzen, wie zum Beispiel Quecksilber, gearbeitet, die in Europa streng verboten sind. 90 Prozent der Lederarbeiter entwickeln schwere Krankheiten und nur wenige werden älter als 50 Jahre.

die Gerbereien lassen ihre hochgiftigen Abwässer ungefiltert in den zentralen Fluss ab.
Mitten durch die Gerbereien fließt ein Fluss und nimmt die Gifte mit sich.
Quelle: ORF/Journeyman

Nicht nur die Menschen, auch die Umwelt leidet, denn die Gerbereien lassen ihre hochgiftigen Abwässer ungefiltert in den zentralen Fluss ab. Auch die schlammigen Abfälle werden einfach zwischen den Hütten gesammelt und nicht entsorgt. So verursacht die Lederindustrie ein ökologisches Desaster. Einige Anwälte, Gewerkschafter und Wissenschaftler kämpfen verzweifelt für eine Verbesserung der Verhältnisse. Keine leichte Aufgabe, denn die größten Gerbereien gehören Regierungsmitgliedern, die ihrer Macht nutzen, um sich drohenden Sanktionen zu entziehen.
Was muss passieren, damit sich etwas ändert?

Eine Dokumentation von Elise Darblay und Eric de Lavarène

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