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Gesellschaft

Die Warli - Indiens Volk der Maler

Das kleine Volk der Warli lebt zurückgezogen und kontaktscheu im indischen Bundesstaat Maharashtra. Von den Errungenschaften der modernen Technik machen sie nur wenig Gebrauch. Mensch und Natur stehen nach ihrem Glauben in einem geheimnisvollen Dialog zueinander, ihre Muttersprache existiert nicht in der Schriftform. Dafür haben sie eine spezielle Ausdrucksweise entwickelt, mit der sie ihre Traditionen weitergeben: in Bildergeschichten.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 25.01.2022

Die rund 400 000 Menschen vom Volk der Warli leben im Westen des indischen Subkontinents, nördlich von Mumbai. Sie gehören zu einer Restgruppe der indischen Ureinwohner, die "Adivasi" genannt werden. Die Warli stehen außerhalb des indischen Kastensystems und sprechen ihre eigene Sprache.

Sie sind erst seit drei Generationen sesshaft und ernähren sich vom Reisanbau, Fischfang und von der Jagd. Vor allem in den heißen Sommermonaten kommt es bei den Warli gelegentlich zu Hungersnöten. Ihre Hütten liegen einzeln oder in kleinen Gruppen in bewaldeten, oft gebirgigen Gebieten abseits der Straßen. Ihre kulturellen Wurzeln lagen bis vor Kurzem noch im Dunkeln, gab es doch nur wenige Hinweise über ihre Herkunft.

Die Malereien der Warli werden traditionell mit leuchtend weißem Reismehl auf dunkelrotem Untergrund auf die Hüttenwände - oder heute auch auf Leinwand - angebracht. Das Besondere an diesen Bildern ist ihre Beschränkung auf wenige geometrische Grundmuster wie Strich, Kreis oder Vieleck, aus denen in stark abstrahierend-stilisierender Weise Menschen, Tiere und deren Handlungen komponiert werden. Die Bilder werden an besonderen Feiertagen zu Ehren der Familiengötter angefertigt und sollen durch eine Art Bildmagie das Gemeinschaftsleben unheilabwehrend und günstig beeinflussen.

Eine Hochzeit ist ein weiterer Anlass für prächtige Gemälde. Daneben gibt es auch wandernde Bilderzähler, die das Alltagsleben der Warli in seiner ganzen Fülle und in der Begegnung zwischen Göttern, Geistern und Menschen zeigen. Es ist sehr reizvoll, diese Bilder zu enträtseln, denn die Maler lassen ihre Figuren oft auf verschlungenen Wegen zu ihrem Ziel wandern, so wie auch im richtigen Leben nicht alles auf direktem Weg zu erreichen ist.

Erst seit sich die indische Regierung in den 1970er-Jahren verstärkt um den Schutz der kulturellen Eigenheiten ihrer Ethnien bemühte, wurden die Bildgeschichten der Warli auch einer größeren Öffentlichkeit im eigenen Land bekannt. Mit Jivya Soma Mashe wurde ein Warli-Künstler in ganz Indien populär und reiste sogar zu Ausstellungen nach Europa. Inzwischen dienen die prägnanten Motive der Warli-Gemälde sogar als Werbeträger für die örtliche Tourismuswirtschaft.

Filmautor Peter Weinert und sein Team haben die Warli besucht und sowohl bei ihren gewöhnlichen Tätigkeiten des Alltags wie auch bei der kunstvollen Herstellung großflächiger Wandbilder beobachtet. Der Film zeigt ein Volk, welches inmitten eines Schwellenstaates auf dem Weg zur Hightech-Nation mit ganz und gar archaischen Bildergeschichten erfolgreich seine kulturelle Identität wahrt.

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