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Gesellschaft

Höchste Eisenbahn!

Die Eisenbahn soll den Verkehrsinfarkt verhindern und zugleich das Klima retten. Mit einem Milliardenprogramm wird die Deutsche Bahn nun flott gemacht. Die Zeit drängt.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 12.05.2025

Die Wirtschaft muss in der Post-Corona-Zeit wieder Fahrt aufnehmen. Da erfährt die Idee eines großangelegten Programms für Konjunktur und Klima unter Ökonomen und Politikern viel Zuspruch. Die Ausbaupläne der Bahn kommen da gerade recht.

Das Problem dabei: Der Weg vom Plan zur Realität kann bei der Deutschen Bahn sehr lang sein. Jetzt rächt sich die Unternehmenspolitik der Vergangenheit: Zigtausend Kilometer wurden in den letzten 25 Jahren stillgelegt. Nur wenige Stellwerke sind computergesteuert, allein 900 Brücken müssen dringend saniert werden. Die Bahn rostet.

Frust in den Nachbarstaaten

Nicht nur zum Frust der Bahnkunden. Auch die Nachbarstaaten sind verärgert. Denn Europas transkontinentaler Güterverkehr aus den Niederlanden, der Schweiz, Dänemark und Österreich kommt auf deutschen Streckenabschnitten regelmäßig ins Stocken. Die Bundesrepublik im Herzen des Kontinents hat den Ausbau verbummelt. Die wirtschaftlichen Konsequenzen tragen auch die Anrainer.

Österreich und die Schweiz haben längst gezeigt, wie man den Bahnbetrieb zukunftsfähig macht. Jetzt will das "Autoland" im Norden nachziehen. 86 Milliarden Euro sollen in die Modernisierung von Zügen, Schienen, Weichen und Bahnhöfen fließen. Das Ziel: Eine ökologische Bahn, doppelt so viele Fahrgäste bis 2030. Und mehr Güterverkehr soll auf die Schiene. Kann das alles gelingen?

Der Realitäts-Check

In einem Uni-Keller der RWTH Aachen versuchen Ingenieure um Prof. Nils Nießen mit mathematischen Modellen zu klären, ob dies realisierbar ist. "Wir möchten alle mehr Verkehr auf die Schiene bringen", sagt er. Doch: "Das Hauptproblem ist, dass wir im Augenblick zu wenig Infrastruktur für die Nachfrage haben." Nießen ist skeptisch. Er rechnet eher damit, das die Umsetzung der Ausbau-Pläne "ein paar Jahre länger dauern" werde.

Déjà-vu

Der "Neustart" der Bahn ist keine neue Idee. Vor 25 Jahren sollte schon einmal alles besser werden. Die Bahn war hochverschuldet und in einem schlechten Zustand. Eine Bahnreform nach der Wiedervereinigung von Ost und West bot die Chance zum Neuanfang: Eine Aktiengesellschaft, so wie die spätere Telekom, sollte aus dem verlustreichen Staatsunternehmen eine Gewinnmaschine machen.

Das Ergebnis ist ziemlich ernüchternd. Heute ist das Ziel, mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen verfehlt und die Bahn hat 25 Mrd. Euro Schulden aufgehäuft. Der immer wieder geäußerte Vorwurf: Die Bahn habe sich mit globalen Expansionsplänen verzettelt und darüber das Geschäft im Inland vernachlässigt.

5 Fakten zum Bahnverkehr

Die Vorbilder

In der Schweiz hingegen hat man sich auf das Kerngeschäft konzentriert und bereits seit Jahrzehnten massiv investiert, wie Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamts für Verkehr in Bern erzählt. So hat das Land seit 25 Jahren alle Verkehrsmittel aufeinander abgestimmt. Jede größere Stadt wird im Halbstundentakt angefahren. Der 12 Milliarden Franken teure Gotthardtunnel schluckt einen großen Teil des Güterfernverkehrs.

Was den Schweizern der Gotthard-, ist den Österreichern der Brenner-Basistunnel. Das größte europäische Infrastrukturprojekt soll die Alpenrepublik mit Südtirol verbinden und so den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene bringen. Seit Jahren schon wird gegraben.

Kann Deutschland Infrastruktur?

Entscheidend sind aber die Zulaufstrecken im Transitland Deutschland: die Rheintaltrasse bis in die Schweiz und der geplante Brenner-Zubringer durch Bayern. Zahlreiche Bürgerinitiativen versuchen, den Ausbau zu verhindern. Allein 17 trommeln im bayrischen Inntal dagegen. Kann Deutschland noch Infrastruktur?

"Deutschland ist das absolut entscheidende Land für die Qualität im Schienenverkehr", sagt der Schweizer Füglistaler. "So gut wie es Deutschland macht, so gut geht es dem Schienengüterverkehr. Und deshalb sorgen sich wohl alle Nachbarstaaten um die Entwicklung in Deutschland."

Die Deutsche Bahn ist am Zug.

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