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Gesellschaft

Die Rübermacher

Jahrzehntelang sind Menschen vom Osten Deutschlands in den Westen gezogen um dort ihr Glück zu machen. Mittlerweile geht der Trend in die andere Richtung. Der Osten hat auf viele eine große Anziehungskraft. Auch wegen der stabilen Wirtschaftslage dort.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2019
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 08.11.2020

Viele starteten nach der Wende Richtung Ost: Optimisten, Kapitalisten, Idealisten. Beamte, Investoren und Glücksritter. Die Big Player hielten sich allerdings zurück, gründeten eher Firmenableger. Die brachten zwar Jobs, aber keine starke Industriestruktur mehr.
Heute bilden klein- und mittelständische Unternehmen die Wirtschaftsbasis für die Länder zwischen Ostsee und Erzgebirge. Die Mittelstandsidee hat sich schnell ausgebreitet, auch, weil deutsche Großkonzerne den Osten nach der Wende eher als zusätzlichen Absatzmarkt und verlängerte Werkbank verstanden.

Wer sind die Menschen, die ausgerechnet im Osten ihr Glück suchten?

Heinrich Graf von Bassewitz ging nach dem Mauerfall als Landwirt in den Osten. Dorthin wo seine Vorfahren schon Landwirtschaft betrieben haben. Er hat das alte Familiengut Dalwitz wieder aufleben lassen. Umgebaut, ausgebaut und erweitert.
Heute ist Dalwitz Ferienhof, Bauernhof, Gestüt, sozialer Mittelpunkt eines Dorfes und Arbeitgeber für immerhin 30 Menschen. Aber das Wirtschaften ist mühsam. Gegen riesige Agrarunternehmen, die einen Großteil der Flächen gepachtet haben, kommt Dalwitz nicht an. Er setzt nun vermehrt auf Feriengäste.

Ich meine, wir Mittelständler sind ja schon sehr fleißig. Aber die ganze ehemalige DDR zu sanieren, können wir auch nicht. Das ist unser Problem. Konrad Linkenheil

Vom äußersten Westen zog Konrad Linkenheil Anfang der 1990er-Jahre fast an die polnische Grenze und wurde ein wichtiger Arbeitgeber in der strukturschwachen Region. Eher unbewusst hatte er etwas im Gepäck, was im SED-Staat unbekannt und unerwünscht war: mittelständisches Unternehmertum. Linkenheil produziert in einem ehemaligen "volkseigenen Betrieb" Spreewaldgurken. Ahnung von Gurken hatte er anfangs keine. Dafür fachkundige Mitarbeiter. Und Gurken aus dem Osten wollte nach der Wende erstmal keiner. Mittlerweile hat die Nachfrage nach regionalen Produkten zugenommen. Trotzdem, mit Widrigkeiten hat der Mittelständler immer wieder zu kämpfen.

Erst Schuhfabrikant, dann Hotelier

Etwas einfacher hatte es die Familie von Rolf Seelige-Steinhoff. Nach der Wende vollzogen auch sie eine Wende. Die Schuhfabrikanten aus Westfalen wagten sich auf Neuland. Sie gingen auf die Insel Usedom um dort als Hoteliers zu arbeiten. Am Anfang sicherlich nicht einfach, doch heute ist daraus eine Erfolgsgeschichte geworden. Mittlerweile betreibt die Familie 16 Feriendomizile: Hotels, Apartments, Ferienhäuser. Das Urlaubsunternehmen ist ein Wirtschaftsmotor auf der Insel. 450 Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Gäste sich wohl fühlen.

Von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft

Der ehemalige sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt
Der ehemalige sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt
Quelle: dpa

Georg Milbradt ist der erste sächsische Finanzminister nach der Wende. Der Mann aus dem Westen baut eine neue Steuerverwaltung für das Bundesland auf. Eine entscheidende Grundlage für den Neustart Ost. Als Wirtschaftsprofessor sollte er die Umstellung von der Plan- zur Marktwirtschaft vorantreiben. Milbradt gibt hierfür sein etabliertes Westleben auf. 1990 folgt er aus Nordrhein-Westfalen Ministerpräsident Biedenkopf an die Elbe. Von 2002 bis zu seinem Rücktritt 2008 ist er selbst Regierungschef von Sachsen. Heute lehrt er an der Technischen Universität in Dresden.

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