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Gesellschaft

Mafia auf dem Meer

Viele Küstenbewohner, besonders in Indonesien, leben vom Fischfang. Doch das Geschäft wird immer härter, denn sie konkurrieren mit einer international tätigen Fisch-Mafia.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2018
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 02.08.2020

Jeder fünfte Speisefisch stammt aus illegalem Fischfang, ein wirtschaftlicher Skandal mit ökologischen Folgen. Einige Arten sind dadurch vom Aussterben bedroht. "Erst stirbt das Meer, dann sterben wir", sagt der Naturschützer Paul Watson.

Organisiert ist die Mafia der Ozeane in einem globalen Netzwerk, das auf allen Weltmeeren aktiv ist. Es ist nicht nur eine ökologische Bedrohung, sondern dahinter verbirgt sich auch ein menschliches Drama.

Die Recherche beginnt in Indonesien, dem weltweit zweitgrößten Fischproduzent nach China. Hier gehen die Patrouillenboote der PSDKP, einer militärischen Spezialeinheit, gegen die illegale Fischerei vor.

Die 31 Patrouillenboote werden Haie genannt. Sie decken alle indonesischen Gewässer ab. Hai 12 ist der Wachhund des Südchinesischen Meeres, eines sensiblen Gebietes, wo Malaysia, Thailand, Vietnam, die Philippinen und China aufeinandertreffen. Alle diese Länder praktizieren illegalen Fischfang.


Schiffe versenken

Gleich acht Punkte tauchen auf dem Radar auf, welche Kapitän Novry als illegale Fischfänger identifiziert. Die Boote werden aufgebracht, die Besatzung verhaftet. Bei der Verhaftung fällt auf, dass Arbeiter und Seeleute auf den illegalen Schiffen in schlechter Verfassung sind, doch dazu später mehr.
Am Abend eskortiert die Hai 12 die illegalen Boote in Richtung Festland, um sie den Behörden zu übergeben.

Indonesien ist ein Archipel von rund 18.000 Inseln, Fischfang eine wichtige Einnahmequelle. Durch Piratenfischer gehen jedes Jahr schätzungsweise drei Milliarden Dollar verloren.
Eine Frau steht an der Spitze des Kampfes gegen die illegale Fischerei. Susi Pudjiastuti ist die indonesische Ministerin für Fischerei und maritime Angelegenheiten. In der Bevölkerung ist sie beliebt, man nennt sie daher einfach Susi. Ihre Politik: Jedes illegale Fischerboot wird gesprengt und versenkt. Auf der Insel Ambon auf den Molukken ist dies das Ereignis des Jahres. Susi hat entschieden, 82 Boote an zwölf verschiedenen Standorten in Indonesien zu versenken.


Menschenschinderei

Die Piratenfischer gelten als Totengräber der Meere. Sie fangen alles, was sie bekommen können. Ohne Unterschied. Kein Fisch ist zu klein. Auch geschützte Arten sind darunter. Fabrikbosse auf der ganzen Welt kaufen sie und verarbeiten sie oft als Surimi. Es ist ein Geschäft mit hohem Profit und geringem Risiko für die Fischerei-Mafia.

Für die Matrosen allerdings bedeutet es Elend, wie die Patrouillenfahrt mit der Hai 12 zeigte. Das Maluku-Archipel war im April 2015 Schauplatz einer Tragödie, die ganz Indonesien erschütterte. Eine thailändische Flotte illegaler Schiffe sowie eine ganze Fischfabrik - alle im Besitz des Fischerei-Paten Timur Jaya - wurden von Associated Press Reportern aufgestöbert.

Bilderserie

Jahrzehntelang hatten Kapitäne und Subunternehmer Hunderte von Seeleuten als Sklaven missbraucht. Sie mussten oft 22 Stunden am Tag arbeiten. Ohne gültige Papiere wurden kambodschanische, thailändische und birmesische Seeleute in Käfigen auf der Insel Benjina gefangen gehalten. Deshalb nennt man sie heute die Sklaveninsel.

Die Boote wurden von Susi Pudkiastuti zerstört, Kapitäne und Vorarbeiter verhaftet, die Seeleute freigelassen. 400 Männer wurden in ihre Herkunftsländer zurückgebracht. Doch der Kampf gegen die illegale Fischerei bleibt ein Kampf gegen Windmühlen. Es ist eine Parallelwelt aus Korruption, Sklaverei, Geld, Blut, Tod und Geschäftemacherei.

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